Salzburg. Die Entscheidung im Kampf um den Fußball-Meistertitel ist zumindest theoretisch vertagt. Nach Salzburgs 2:0 gegen Kapfenberg und Rapids 1:0-Sieg in Mattersburg sind die Weichen aber eindeutig auf einen Titel der Salzburger gestellt. Das Spiel gegen Kapfenberg, das für die Salzburger zum Meisterstück werden sollte, war am Donnerstag fast ein Abbild auf den Saisonverlauf der Bullen: Ein starker Start, dann ein lange Phase von Tiefen und Hängern und schließlich ein souveränes Finish.
Dabei spannten die Salzburger die verbliebenen 8200 Zuschauer – aus dem erhofften Fanansturm war trotz der heimlichen Meisterfeier nichts geworden – lange auf die Folter. Nach starkem Beginn mit zwei Chancen in den ersten fünf Minuten baute die Moniz-Elf genauso stark ab und hatte auch den Schiedsrichter gegen sich. Nach einer der wenigen gelungenen Aktionen, Stefan Maierhofer legte auf Dusan Svento ab, fälschte Maierhofer den Ball ins Tor ab. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber gab den Treffer aber zu Unrecht wegen Abseits nicht.
Der angehende Absteiger Kapfenberg hatte sich beim angehenden Meister vorgenommen, noch einmal die Bundesligatauglichkeit unter Beweis zu stellen. Das gelang höchstens phasenweise und das in erster Linie Tormann Raphael Wolf, der die Kapfenberger mit sehenswerten Paraden mehrmals vor dem Rückstand bewahrte. Nach der Pause wurden die Steirer dann etwas aktiver, was den Salzburgern aber mehr Raum gab, den die Mannschaft von Trainer Ricardo Moniz vor allem über Svento, der zur Pause vom Zentrum auf die linke Seite gewechselt war, ausnutzte. Wirklich gefährlich wurde Kapfenberg aber trotzdem nicht, im gesamten Spiel kam das Team zu keiner ernsthaften Torchance. Für die Führung war dann aber doch etwas Glück notwendig. Maierhofer entdeckte seine verborgenen Qualitäten als Freistoßschütze. Die blieben auch verborgen, schließlich blieb der Ball in der Mauer hängen. Allerdings nicht ganz, sodass Leonardo den durchkullernden Ball in der 64. Minute im Tor versenken konnte.
Dass die Salzburger Fans der Leistung ihrer Mannschaft bis dahin noch nicht ganz trauten, bewies auch die Tatsache, dass das im Titelkampf normalerweise unvermeidliche "Wir werden Meister" erst drei Minuten nach dem Führungstreffer angestimmt wurde. Mit der Führung im Rücken hatte die Heimmannschaft leichtes Spiel, Maierhofer erhöhte in der 84. Minute noch auf 2:0.
Rapid wahrt Mini-Chance
Dass der Jubel nach dem Spiel zwar euphorisch, aber dennoch etwas verhalten ausfiel, lag daran, dass für die endgültige Fixierung des Meistertitels Rapid später am Abend in Mattersburg noch Punkte liegen hätte lassen müssen. Und diese Hoffnung zerschlug sich nach Guido Burgstallers frühem Führungstreffer (18.) recht bald. So verfolgten auch nur mehr ein paar hundert Salzburger das Rapid-Spiel beim Public-Viewing vor dem Stadion. Sie sahen, wie die Hütteldorfer den Sieg über die Zeit brachten und den Titelkampf verlängerten.
Salzburgs Meisterfeier ist zwar vertagt, aber wohl nicht abgesagt. Aus den noch zu absolvierenden zwei Runden müssen die Bullen nur noch einen Zähler holen. Dann kann Rapid machen, was es will.
Tabelle
1. Salzburg 34 53:29 62
2. Rapid 34 48:30 56
3. Admira 34 58:49 54
4. Austria 34 50:41 51
5. Sturm 34 43:39 47
6. Ried 34 41:35 46
7. Innsbruck 34 35:42 44
8. Mattersburg 34 39:42 35
9. Wiener Neustadt 34 34:44 32
10. Kapfenberg 34 21:60 23
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