Berlin. (art/apa) Natürlich ist es nicht die Champions League, und die "steht über allem", wie Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betont. Doch natürlich wird auch immer vor einem nationalen Cupfinale auf die Bedeutung des Spiels hingewiesen, darauf, dass man sich nur darauf konzentriere. Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das Wichtigste.

Doch diesmal kann man den Bayern, denen in einer Woche daheim noch das Spiel gegen Chelsea um die europäische Krone und ergo doch das ein bisserl höherstehende bevorsteht, durchaus abnehmen, dass das Finale um den deutschen Pokal am Samstag (20 Uhr/Puls 4) emotional eine fast ebenso große Relevanz hat. Der Gegner heißt Borussia Dortmund, die Rivalität der beiden Klubs legendär. Dem Münchner Rekordmeister muss es fast wie ein Sakrileg vorgekommen sein, dass die Dortmunder heuer und im vergangenen Jahr den Titel in der deutschen Liga geholt haben, die jüngsten vier direkten Duelle gingen dabei allesamt verloren. Sollte es diesmal für die Bayern klappen, würden sie immerhin das erste Double der Vereinsgeschichte verhindern. Das ist zwar vielleicht nicht die Meisterschaft und nicht die Champions League, aber auch etwas. "Ich persönlich bin versessen auf dieses Finale", sagt Bayern-Trainer Jupp Heynckes. "Wir spielen sicher mit Wut im Bauch", erklärt Bayern-Star Franck Ribéry. Diese Wut, die Lust, die Motivation würden helfen zu gewinnen, glaubt der Franzose, hinter dem auf der linken Abwehrseite wieder David Alaba spielen wird.
Alaba lässt sich nicht beirren
Für den 19-Jährigen ist es die einzige Chance in dieser Saison, auf dem Rasen einen Titel zu gewinnen, im Champions-League-Finale ist er gesperrt. Das sei aber ohnehin dieser Tage kein Thema in der Bayern-Kabine, versichert er: Wir sind alle sehr konzentriert auf das Pokal-Finale, wir wollen diesen Titel unbedingt." Die Gedanken an seine Gelbsperre gegen Chelsea, die für einiges Aufheben gesorgt hat, hat er ebenso abgeschüttelt wie die Schmeicheleien, die man ihm nach seiner bisher sensationellen Saison seitens der Presse zukommen lässt. Die "Süddeutsche" übertitelte eine Analyse der Stärken und Schwächen der deutschen Euro-Elf mit "Sehnsucht nach Alaba". Zu gerne würden sich die Deutschen den "derzeit besten linken Außenverteidiger der Liga" für die EM ausborgen. Zudem wurde vor einigen Tagen kolportiert, dass der FC Barcelona an dem Österreicher interessiert sei. Solche Gerüchte seien zwar "eine Ehre", wie Alaba sagt, er lasse sich davon "aber nicht verrückt machen und aus der Bahn bringen". Überhaupt: "Sicher ist Barcelona ein Traumverein, aber ich spiele schon jetzt bei einem Traumverein, bei dem ich mich sehr wohl fühle." Ein Sieg über Erzrivale Dortmund und der Pokal könnten dieses Wohlbefinden wohl noch erheblich steigern. Da kann die Champions League ruhig noch eine Woche warten.
Der Fußball ist ungerecht. Ungerecht, weil Benfica als (zumindest über weite Phasen) spielstärkere Mannschaft das Finale der Europa League mit 1:2...
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