Die beiden EM-Topfavoriten haben in ihren Testspiel-Auftritten unterschiedliche Leistungen abgeliefert. Während sich Titelverteidiger Spanien in St. Gallen mit 2:0 gegen Serbien durchsetzte, kam Vize-Europameister Deutschland in Basel gegen die Schweiz mit 3:5 unter die Räder. So viele Gegentore hatte die DFB-Truppe zuletzt beim 1:5 in Rumänien am 28. April 2004 kassiert, für die Eidgenossen wiederum war es der erste Sieg über den dreifachen Weltmeister seit fast 56 Jahren.
Ohne acht Bayern-Akteure präsentierten sich die erst in der Früh aus dem Trainingslager in Südfrankreich angereisten Deutschen vor allem in der Defensive desolat. Die Abwehr vor dem überraschend im Tor eingesetzten Debütanten Marc-Andre ter Stegen war nicht nur bei den drei Gegentoren von Eren Derdiyok (21., 23., 50.) sowie den Treffern von Stephan Lichtsteiner (67.) und Admir Mehmedi (76.) orientierungslos.
Mats Hummels mit seinem ersten DFB-Tor (45.), Andre Schürrle (64.) und Marco Reus (72.) betrieben im Basler St. Jakob-Park lediglich Schadensbegrenzung. Auf Teamchef Joachim Löw wartet nach der Rückkehr nach Südfrankreich, wohin auch die Bayern um Kapitän Philipp Lahm am Samstagabend anreisten, noch sehr viel Arbeit.
Spanien auch ohne Stars erfolgreich
Im Vergleich zu Deutschland hatte Spanien sogar das Fehlen sämtlicher Barcelona-, Bilbao- und Chelsea-Kicker zu verkraften. Doch auch ohne Xavi, Andres Iniesta, Fernando Torres und Co. kamen die Iberer in St. Gallen zu einem 2:0 über Serbien. Die Treffer für den Titelverteidiger, der im Moment in Vorarlberg trainiert, erzielten Adrian (64.) und Cazorla (74./Elfer).
Mit diesem Erfolg stellte Iker Casillas einen Weltrekord ein. Der spanische Goalie feierte mit Spanien bisher 94 Länderspielsiege - genauso viele wie Lilian Thuram. Der Franzose benötigte dafür mit Frankreich allerdings 142 Partien, Casillas reichten 128 Einsätze.
Portugal nur remis gegen Mazedonien
Spaniens Nachbar Portugal wusste in seinem Test-Auftritt nicht zu überzeugen. In Leiria schaute gegen Mazedonien nur ein 0:0 heraus, der bis zur 73. Minute eingesetzte Cristiano Ronaldo und seine Kollegen konnten den Abwehrriegel der Gäste nicht knacken.
Einen gelungenen EM-Probegalopp lieferten hingegen die Polen ab. Der Co-Gastgeber gewann in Klagenfurt gegen die Slowakei dank eines Treffers des gebürtigen Franzosen Damien Perquis (20.) mit 1:0. Die wohl mit der vermeintlichen EM-Stammformation angetretenen Polen erspielten sich gegen schwache Slowaken, bei denen Salzburg-Legionär Dusan Svento durchspielte, zahlreiche Chancen, einzig die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig.
Überraschende Niederlage der Niederländer
Auch Co-Favorit Niederlande hat einen enttäuschenden Testspiel-Auftritt hingelegt. Die "Oranjes" kassierten in Amsterdam gegen Bulgarien eine überraschende 1:2-Niederlage. Robin van Persie brachte die Gastgeber kurz vor der Pause plangemäß in Führung, nach dem Seitenwechsel sorgten aber Popow (50./Elfmeter) und Micanski (93.) für den überraschenden Erfolg des Außenseiters.
Damit schnitten alle Teams der sogenannten EM-Todesgruppe B schlecht ab. Neben den Niederlanden verloren auch Deutschland und Dänemark, Portugal kam daheim gegen Mazedonien nicht über ein 0:0 hinaus.
England siegte bei Hodgson-Debüt
Roy Hogdson hat ein erfolgreiches Debüt als englischer Teamchef gefeiert. Der frühere Liverpool-Coach gewann mit den "Three Lions" in Oslo gegen Norwegen mit 1:0, den entscheidenden Treffer erzielte Ashley Young in der 9. Minute. Zu einem Erfolg kamen auch die Tschechen - gegen Israel gab es in Hartberg nach Treffern von Milan Baros (17./Elfmeter) und David Lafata (93.) bzw. Itay Shechter (45.) ein 2:1.
EM-Gruppengegner Griechenland hingegen erreichte in Kufstein gegen Slowenien nur ein 1:1. Die Partie war in der zweiten Hälfte vorübergehend von Rangeleien zwischen wenigen slowenischen und griechischen Fans überschattet. Der Grieche Panagiotis Kone wurde von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz geschickt (91.), siebenmal zückte der Vorarlberger zudem die Gelbe Karte.
Der Fußball ist ungerecht. Ungerecht, weil Benfica als (zumindest über weite Phasen) spielstärkere Mannschaft das Finale der Europa League mit 1:2...
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