• vom 28.06.2012, 22:38 Uhr

Fußball

Update: 28.06.2012, 23:29 Uhr
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Italien dank 2:1 über Deutschland im EM-Finale

Das blaue Wunder



  • Balotelli nutzt zwei Abwehrfehler zu zwei Treffern vor der Pause.

Mario Balotelli avancierte zu Italiens Held im Halbfinale. - APAweb/Reuters/Kai Pfaffenbach

Mario Balotelli avancierte zu Italiens Held im Halbfinale. APAweb/Reuters/Kai Pfaffenbach

Warschau. (sir) Wenn Hoffnung in Erwartung übergeht, ist Vorsicht geboten, doch wenn Erwartung zum festen Glauben wird, dann brennt schon der Hut. Frag nach bei den Engländern, die seit 1966 davon überzeugt sind, Topfavorit eines jeden Turniers zu sein, was dem englischen Verband seither viele Tausende Pfund an Umbuchungskosten beschert hat.

Diesmal waren es die Deutschen, die vom Titel so felsenfest überzeugt waren, als liege er zum Abholen bereit in Kiew. Umso größer ist nun wohl der Schock, dass trotz eines hervorragenden Turniers, einer famosen Qualifikation das Aus im Halbfinale kam. Wieder gegen Italien. Noch nie konnten die Deutschen die Italiener in einem großen Turnier bezwingen. Sie werden es weiter versuchen müssen.

Dabei ist dieses Aufeinandertreffen zwischen den beiden Großmächten nicht mehr mit vergangenen Schlachten zu vergleichen. Denn beide Mannschaften haben ihre Spielweisen mittlerweile sehr grundlegend verändert. Der Erfolg des spanischen Fußballs streut nach ganz Europa aus, und Joachim Löw hat genauso wie sein Gegenüber Cesare Prandelli Anleihen daran genommen. Die Entdeckung des Ballbesitzes ist so eine Konsequenz. Wer den Ball hat, kann alles bestimmen, das Tempo, den Rhythmus, den Spielverlauf.

Die zwei Tage, die Deutschland vor diesem Halbfinale mehr Zeit zur Vorbereitung und Regeneration hatte, waren sicher ein kleiner Vorteil, doch die sechs Jahre, die Löw schon länger mit seiner Mannschaft arbeitet als Prandelli, sind ein riesiger Vorteil. Nicht zuletzt daher rührte auch dieses enorme Selbstvertrauen der Deutschen, das sich in den vergangenen Tagen im Kleid der Selbstsicherheit zeigte.

Doch es waren die Italiener, die gleich zu Beginn der Partie den Ball besser hielten, das junge deutsche Team dagegen agierte hektisch, nicht ungefährlich zwar, doch die Italiener legten das Spiel seriöser an, spanischer. Die ersten Chancen hatten die Deutschen, den ersten schweren Fehler aber begingen sie ebenfalls. Mats Hummels attackierte rechts außen Antonio Cassano zu ungestüm, der kleine Stürmer drehte sich einfach um ihn herum, flankte auf Mario Balotelli, der wuchtig einköpfelte (20.).

Ein solches Gegentor ist der Moment, wo Selbstsicherheit von großer Wichtigkeit ist. Die Deutschen drehten nach dem recht frühen Rückstand auf, Gianluigi Buffon musste sich nach allen Seiten strecken, nicht immer war er sicher, gelegentlich dafür genial. In dieser Phase zeigte Italien nichts Spanisches, denn der Welt- und Europameister ist in Führung liegend noch ballbesessener, doch Prandelli ist ja auch erst seit zwei Jahren Teamchef.




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Dokument erstellt am 2012-06-28 21:54:05
Letzte Änderung am 2012-06-28 23:29:36


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