• vom 06.07.2012, 17:00 Uhr

Fußball

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Neue Technik ohne Nachfrage


Von Simon Rosner

  • Hohe Kosten machen Torlinientechnik für Österreich derzeit unrealistisch.

Wien. Wenn Österreich zum Auftakt der WM-Qualifikation am 11. September auf Deutschland trifft, ist den heimischen Nationalspielern dringend von Lattenpendlern abzuraten. Denn die von der Fifa am Donnerstag beschlossene Freigabe von Torlinientechnologie wird zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Happel-Stadion installiert sein. Und vermutlich wird es noch Jahre dauern, bis sie nach Österreich kommt.

"Wenn man diesen innovativen Schritt setzt, sind wir verpflichtet, uns damit auseinanderzusetzen", sagt ÖFB-Direktor Alfred Ludwig. Der Fußballbund wird die Dokumentation der Fifa über die beiden bisher getesteten Systeme anfordern, doch solange die Kosten - wie vom Weltverband angegeben - bei etwa 200.000 Euro liegen, ist eine Nutzung sehr unwahrscheinlich.

"Wir werden nicht 200.000 Euro investieren, und dann funktioniert es doch nicht", sagt Ludwig. "Aber wir werden mit der Fifa Kontakt aufnehmen. Wenn wir das Happel-Stadion als Testmodell anbieten, vielleicht besteht dann die Möglichkeit, dass uns die Fifa finanziell hilft."

"Kein Thema" für Liga
Der Einsatz der Torlinientechnologie unterliegt einer gewöhnlichen Kosten-Nutzen-Analyse. Deshalb ist nach derzeitigem Stand eine Implementierung in den Bundesliga-Stadien nicht sehr sinnvoll, wie Liga-Präsident Hans Rinner sagt: "Bei diesen Kosten ist das kein Thema, man muss schon die Verhältnisse sehen. Beim Champions-League-Finale ja, aber nicht in der Liga." Doch Rinner, selbst Techniker, glaubt, dass sich in den kommenden Jahren die Kosten bei "20 bis 25 Prozent" einpendeln. "Und das wäre dann ein Rahmen, der auch für heimische Klubs leistbar ist", sagt Rinner.

Schon seit geraumer Zeit steht es Veranstaltern frei, zusätzliche Strafraum-Schiedsrichter einzusetzen, das käme (derzeit) günstiger, dennoch hat bisher nur die Uefa in ihren Bewerben davon Gebrauch gemacht, keine nationale Liga. Neben der Freigabe der Torlinientechnologie und der Aufhebung des Kopftuch-Verbots für Fußballerinnen hat die Fifa am Donnerstag auch die Nutzung von zwei zusätzlichen Schiedsrichtern in ihre Regeln festgeschrieben.

Den Schritt der Fifa begrüßen sowohl ÖFB als auch Bundesliga, Rinner erwartet in den kommenden Jahren sogar noch weitere technische Hilfsmittel, auch wenn das die Fifa am Donnerstag ausschloss. "Wenn man nach Jahren eine derart konservative Haltung ändert, dann ist es menschlich verständlich, dass man das sagt. Aber in ein paar Jahren werden wir das anders diskutieren", sagt Rinner. "Jetzt beginnt’s erst."




Schlagwörter

ÖFB, FIFA, Torlinientechnologie

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Dokument erstellt am 2012-07-06 17:05:02


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