Seefeld.

Abgesehen davon wird für die Stars des Klubs mit den Eigentümern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aber so ziemlich alles getan. Für die Kicker wurden extra Matratzen aus Rom um 1000 Euro pro Stück angeliefert, die Delegation hat einen italienischen Chefkoch mit. Mehr als 300.000 Euro lässt sich City das knapp zweiwöchige Trainingslager kosten, neben der Höhenluft auf rund 1200 Metern bekommt der Klub auch jene Ruhe, die während der Saison selten sein wird. Offizielle Auftritte oder Pressekonferenzen gibt es keine, auch die Trainingseinheiten sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Einzig bei drei Testspielen im Innsbrucker Tivoli darf die Außenwelt den englischen Meister, bei dem die EM-Finalisten Mario Balotelli und David Silva noch auf Urlaub sind, bewundern. Kostenpunkt: 15 Euro. Ein Spiel ist bereits absolviert, am Dienstag geht es gegen Dynamo Dresden, am Freitag gegen Besiktas Istanbul. Danach tritt Österreichs prominentester Trainingsgast in diesem Sommer wieder die Heimreise an.

So hoher Besuch zu Trainingszwecken hat hierzulande, wo derartige Kaliber mangels sportlicher Erfolge österreichischer Vereine im Europacup normalerweise nicht vorbeikommen, im Sommer schon Tradition. Immer wieder zog es Teams von Weltruf wie Real Madrid oder Arsenal in der Vorbereitung nach Österreich, mittlerweile sind die Alpen vor allem bei Klubs aus der deutschen Bundesliga beliebt. So absolvieren in diesem Sommer 14 deutsche Erstliga-Klubs ihre Vorbereitung zum Teil in Österreich. Borussia Dortmund ist schon wieder weg, Schalke bestreitet den letzten Teil der Vorbereitung in Klagenfurt.
Wettstreit um die Größten
Die ganz großen Kapazunder im Weltfußball verwenden die Vorbereitung mittlerweile auch dazu, um Geld zu verdienen. Real Madrid geht wie Chelsea und der AC Milan auf US-Tournee, Manchester City fliegt nach dem Trainingslager in Seefeld noch nach Asien und Stadtrivale United geht gleich auf Welttournee. Doch auch wenn die ganz großen Namen deshalb nur noch in Ausnahmefällen nach Österreich kommen, ist der Markt für Trainingslager attraktiv, und zwischen den Bundesländern ist ein kleiner Wettstreit ausgebrochen, wer die größten Fische der mehr als 100 in Österreich weilenden Klubs an Land zieht. Während die Steiermark, Tirol oder Salzburg schon länger versuchen, auf diese Weise die Betten in den Tourismusorten auch im Sommer voll zu bekommen, ist Oberösterreich erst vergangenes Jahr auf diesen fahrenden Zug aufgesprungen.
"Der Auftakt ist 2011 wirklich gelungen - und die Fortsetzung 2012 bringt eine tolle Steigerung: wir heißen wieder zahlreiche Top-Mannschaften im Sport- und Tourismusland Oberösterreich willkommen", jubelt etwa Oberösterreichs Wirtschafts- und Sport-Landesrat Viktor Sigl. Einem kritischen Blick hält dieser Befund allerdings nicht stand, die oberösterreichischen Gäste haben abgesehen von Eintracht Frankfurt und Wigan Athletic international nur beschränkte Zugkraft.
Die österreichischen Klubs, von den Europacup-Startern angefangen bis zu Regional- und Landesligisten, freuen sich freilich über attraktive Testspielgegner. So absolvierten alle Bundesligisten bis auf die Admira und Wiener Neustadt ihren letzten Test vor dem Saisonauftakt am Wochenende gegen einen internationalen Gegner, der in Österreich auf Trainingslager weilt.
Den prominentesten Gegner erwischte mit dem Aufsteiger in die englische Premier League, West Ham United, die Wiener Austria. Der 3:1-Sieg sorgte kurz vor Saisonbeginn für einen Schub an Selbstvertrauen. Da macht es auch nichts, dass West Ham im Gegensatz zur Austria die Vorbereitung gerade erst begonnen hat. Unter diesen Voraussetzungen wäre Manchester City für die österreichischen Klubs wohl ohnehin kein guter Aufbaugegner gewesen.
Der Fußball ist ungerecht. Ungerecht, weil Benfica als (zumindest über weite Phasen) spielstärkere Mannschaft das Finale der Europa League mit 1:2...
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