• vom 27.08.2012, 17:36 Uhr

Fußball

Update: 27.08.2012, 23:49 Uhr
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Kein Sieg für Real Madrid in den ersten beiden Liga-Runden - war das die Entscheidung?

Am Startblock gestolpert



  • Mourinho kritisiert, Ronaldo trifft nicht, dafür kommt Luka Modric zu Real.

Madrid. (sir) Die Zahl Fünf hat es samt Rufzeichen auf alle Titelseiten der spanischen Sportzeitungen geschafft, es sind fünf Punkte, die Barcelona von Real Madrid nach nur zwei Spieltagen trennen. Bei den Medien aus Barcelona ist das Rufzeichen der Ausdruck der Freude, bei den Zeitungen aus der Hauptstadt ist es das schiere Entsetzen. Denn verläuft diese Saison genauso wie die drei vorangegangen, dann ist die Entscheidung in der spanischen Fußball-Meisterschaft bereits so gut wie gefallen.

Drei Spiele ohne Sieg sind für José Mourinho eine ungewöhnliche Situation. So ungewöhnlich, dass der Real-Trainer tat, was er sonst nie tut: Er kritisierte seine Mannschaft: "Es war fürchterlich."

Drei Spiele ohne Sieg sind für José Mourinho eine ungewöhnliche Situation. So ungewöhnlich, dass der Real-Trainer tat, was er sonst nie tut: Er kritisierte seine Mannschaft: "Es war fürchterlich."© REUTERS Drei Spiele ohne Sieg sind für José Mourinho eine ungewöhnliche Situation. So ungewöhnlich, dass der Real-Trainer tat, was er sonst nie tut: Er kritisierte seine Mannschaft: "Es war fürchterlich."© REUTERS

Die Momentaufnahme ist für die Madrilenen fast peinlich, denn sie liegen nach einem Remis (gegen Valencia) und der 1:2-Niederlage gegen den kleinen Stadtrivalen Getafe nur knapp über den Abstiegsrängen. Es ist der schlechteste Saisonstart von Real seit 2001, als sie in den ersten drei Runden sieglos blieben. Am Ende der Spielzeit belegte Real gar nur Rang drei. Ein Fiasko.

"Real war sehr schlecht, es war ein Match, das man so nicht akzeptieren kann", sagte Trainer José Mourinho nach der Partie, in der sein Team sogar in Führung gegangen war. Seit fünf Jahren ist es Real nicht mehr passiert, ein 1:0 aus der Hand zu geben. "Es waren zwei lächerliche Tore, ein fürchterliches Spiel, und es war eine verdiente Niederlage", sagte Mourinho.

Am Mittwoch (22.30 Uhr/ATV) geht es für Real schon wieder im Supercup weiter. Vor eigenem Publikum ist es nötig, ein 2:3 aus dem Hinspiel gegen Cupsieger Barcelona umzudrehen. Gelingt es, wäre wohl alles wieder einigermaßen in Butter, geht es schief und verliert Real erneut, dann wird wohl auch Mourinho schon ein wenig unter Druck kommen.

Dass am Montag, nur einen Tag nach der Niederlage in Getafe, der Transfer von Luka Modric von Tottenham nach Madrid nach wochenlangem Feilschen endlich finalisiert wurde, kommentierte die Zeitung "Sport" süffisant: "Die Madrider bedecken ihre Scham mit der Verpflichtung von Modric." Selbstredend ist "Sport" eine in Barcelona ansässige Zeitung. Bei den Medien aus Madrid scheint die Ablenkung aber durchaus funktioniert zu haben. Im Laufe des Tages rutschten auf den Webseiten der Zeitungen die Meldungen über das Spiel in Getafe nach unten, auf einmal war nur noch Modric das Thema.

Der kroatische Teamspieler, der Real kolportierte 35 Millionen Euro gekostet haben soll, könnte jene kreative Kraft im zentralen Mittelfeld sein, die Trainer José Mourinho vor einem Jahr in Nuri Sahin gefunden zu haben glaubte, allerdings kam der ehemalige Dortmunder dann nur auf wenige Einsatzminuten und wurde nun an Liverpool verliehen. Es waren die einzigen Transfers, die Real bisher tätigte.

Barcelona hat in Jordi Alba und Alex Song immerhin schon zwei neue Spieler verpflichtet, dazu ist Guardiola-Assistent Tito Vilanova zum Cheftrainer aufgestiegen. Bei den Katalanen ist nicht alles beim Alten geblieben, sieht man einmal von der Treffsicherheit von Lionel Messi ab. Nach zwei Toren in der ersten Runde hat Messi beim 2:1 gegen Osasuna am Sonntag wieder zweimal genetzt.

Ronaldo noch ohne Treffer
Reals Cristiano Ronaldo steht in der Liga dagegen noch ohne Treffer da, im Vorjahr hatte er nach zwei Runden bereits fünf Tore erzielt. Im Gegensatz zu Messi hatte Ronaldo in diesem Sommer mit der Euro 2012 ein großes Turnier bestritten, vielleicht fehlt bei ihm noch die Frische.

Allerdings war nicht nur Reals Auftritt, sondern auch jener von Barcelona bei Osasuna nicht ganz so strahlend wie die neuen Auswärtstrikots der Katalanen, die in den Farben Gelb und Orange die Augen verärgern. Osasuna ging nicht nur in Führung, sondern verbuchte über die gesamte Spielzeit auch genauso viele Torschüsse wie Barcelona, das muss man erst einmal schaffen. Aber Barcelona kann sich eben auf seinen Star verlassen. "Messi rettet ein sehr gewöhnliches ("vulgar") Barça", schrieb die "Marca", natürlich eine Zeitung aus Madrid.

Aber tatsächlich ist das der feine Unterschied. Schon im Vorjahr fanden die Wortkreationen Messidepencia sowie Ronaldodepencia Eingang in die Berichterstattung. Die beiden Großklubs waren abhängig von ihren herausragenden Spielern, doch die lieferten auch Tor um Tor, Woche für Woche. Ronaldo hat diese Lieferungen vorübergehend eingestellt. Doch selbst, wenn es nur für diese zwei Partien war, könnte es seinen Klub bereits die Meisterschaft gekostet haben. Außer Messi hat auch einmal so einen Hänger.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-27 17:41:06
Letzte Änderung am 2012-08-27 23:49:13


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