• vom 28.08.2012, 11:50 Uhr

Fußball

Update: 28.08.2012, 16:26 Uhr
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Ein "Geisterspiel" und 75.000 Euro Geldstrafe

Höchststrafe für Rapid nach Randalen in Thessaloniki



  • Rapid legt Einspruch gegen UEFA-Urteil ein.
  • Edlinger: "Strafe nicht verhältnismäßig".

Die geforderten Höchststrafen für Rapid Wien und Paok Saloniki wurden ausgesprochen. - APAweb/Nikolas Giakoumidis/AP/dapd

Die geforderten Höchststrafen für Rapid Wien und Paok Saloniki wurden ausgesprochen. APAweb/Nikolas Giakoumidis/AP/dapd

Nyon/Wien. Die Ausschreitungen beim Europa-League-Play-off-Hinspiel zwischen PAOK Saloniki und SK Rapid Wien (2:1) haben für beide Vereine die schlimmsten Strafen in erster Instanz gebracht. Die Kontroll- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verdonnerte die Hütteldorfer wegen der Vorfälle am vergangenen Donnerstagabend zu einem Europacup-Heimspiel ohne Zuschauer sowie zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro. Für die Griechen setzte es sogar drei "Geisterspiele" und eine Pönale von 150.000 Euro.

Außerdem droht sowohl Rapid als auch PAOK ein Ausschluss aus einem internationalen UEFA-Bewerb, für den man sich in den nächsten fünf Jahren sportlich qualifiziert, sollte es erneut zu Ausschreitungen kommen. Diese Strafe wurde mit einer Bewährung von drei Jahren ausgesprochen. Das Rückspiel am Donnerstagabend dürfen die Hütteldorfer noch im Hanappi-Stadion vor ausverkaufter Kulisse bestreiten. Der Zuschauer-Ausschluss würde erst in der Europa-League-Gruppenphase bzw. im Falle eines Ausscheidens erst im Zuge einer zukünftigen Europacup-Teilnahme schlagend werden.

Höchststrafen verhängt
Damit verhängte der UEFA-Ausschuss die vom Chefankläger Jean Samuel Lauba in dieser Causa geforderten Höchststrafen. Sowohl Rapid als auch PAOK kündigten Einspruch gegen die erstinstanzlichen Urteile innerhalb der nächsten drei Tage an. Im Gegensatz zur erstinstanzlichen Entscheidung besteht im Verfahren der zweiten Instanz auch die Möglichkeit, persönlich Stellung zu nehmen. Die Entscheidung des Berufungssenates ist dann verbandsintern endgültig, sie kann in weiterer Folge nur noch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne beeinsprucht werden.

Rapid-Präsident Rudolf Edlinger beschwerte sich über das harte Urteil. "Da die Verfehlungen eines kleinen Teils unserer Anhänger in einem Auswärtsspiel und nicht in einer Begegnung vor eigenem Publikum passierten, ist für uns die Verhältnismäßigkeit der ausgesprochenen Sanktionen nicht gegeben", sagte der 72-Jährige, der vom Ausmaß der Strafe aber nicht überrascht war.

Edlinger wird sich erst im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch detailliert zu den Folgen des Urteils äußern. Dass der wirtschaftliche Schaden groß ist, stellte der ehemalige Finanzminister aber nicht infrage. "Ein Geisterspiel - zum Beispiel in der Gruppenphase der Europa League - bringt definitiv große finanzielle Einbußen."

Sieben Festnahmen
Sieben Rapid-Anhänger waren am vergangenen Donnerstagabend nach den schweren Ausschreitungen im Toumba-Stadion in Thessaloniki vorübergehend festgenommen worden. Aus dem Gästesektor hatten Schlachtenbummler rund 20 Minuten vor Spielbeginn Leuchtraketen auf den nächstgelegenen PAOK-Sektor abgefeuert, woraufhin Saloniki-Fans zum Gegenangriff übergingen, auf den Platz stürmten und ihrerseits pyrotechnische Gegenstände auf die Rapid-Anhänger schossen.

Bereits vor dem Stadion war es zu Randalen gekommen. Um die PAOK-Fans vor den Toren des Rapid-Sektors halbwegs zu bändigen und Zusammenstöße beider Gruppierungen wie bereits am Nachmittag in der Innenstadt zu vermeiden, hatte die in zu geringer Personenzahl aufmarschierte Polizei sogar Tränengas eingesetzt.

Die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA führte "Zuschauerausschreitungen (Artikel 6 der Rechtspflegeordnung/RPO), Sachbeschädigungen (Art. 11 (2) der RPO) sowie vor allem das "Zünden und Werfen von Gegenständen und Feuerwerkskörpern" als Verfehlungen des Rapid-Anhangs an.

Zum Rückspiel nach Wien werden rund 800 PAOK-Fans erwartet. Ein Großteil von ihnen soll sich am Spieltag aber die meiste Zeit in Bratislava, wo ihre Charter-Flugzeuge landen und starten, aufhalten und nur zum Match anreisen. An Konzepten für die sichere An- und Abreise nach bzw. aus Wien wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet. Die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei werden daher noch größer als bei einem Wiener Derby zwischen Rapid und Austria sein.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-28 11:53:24
Letzte Änderung am 2012-08-28 16:26:18


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