• vom 29.08.2012, 17:10 Uhr

Fußball

Update: 29.08.2012, 18:26 Uhr
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"Vielleicht zu tolerant"



  • Rapid strukturiert die Fanarbeit um und verschreibt sich der harten Welle.

Wien. (sir) Es ist noch nicht lange her, da musste Rapid schon einmal vor leeren Rängen spielen. Es war die erste Partie unter Trainer Peter Schöttel und ein 2:0-Erfolg der traurigen Art. Ein einziger Fan durfte dennoch auf der verwaisten Tribüne sitzen: Rapids Super-Fan Jürgen Hartmann, der seit 30 Jahren kein Spiel versäumt hat. Die Klub brachte es nicht übers Herz, auch ihn auszusperren. Mit dem Platzsturm im Derby, dem Grund für das Geisterspiel, hatte dieser ja auch nichts zu tun gehabt. Ein Beleg für Rapids tolerante Fanpolitik?

Der Platzsturm im Derby hat schon einiges in Bewegung gebracht, diesen Herbst soll jedenfalls alles anders werden. Nach gut 15 Jahren Fanbetreuung zieht sich der Stadionsprecher, Sicherheitsbeauftragte und Klubservicechef Andy Marek aus der Fanarbeit zurück, an seine Stelle tritt ein Projekt, das zwei Personen leiten, eine davon ist ein Sozialarbeiter. Das ist die eine Reaktion.

600 Polizisten bei Paok-Spiel
Die andere ist ein strengerer Umgang mit den Fans. "Ab sofort werden wir einen sehr konsequenten Weg gehen, national wie international", sagt Rapid-Präsident Rudi Edlinger. Wer Gegenstände aufs Spielfeld wirft oder Pyrotechnik zündet, erhält künftig Stadionverbote. "Entsprechende Regressforderungen werden gestellt", sagt Edlinger. Das hatte der Klubchef schon nach dem Derby-Platzsturm angekündigt, nach vielen Gesprächen mit Fans nahm Rapid dann doch davon Abstand. "Vielleicht waren wir für den einen oder anderen zu tolerant, das wird es nicht mehr geben. Wir wollen ein offener Verein bleiben, wir werden den Kontakt und die Kommunikation pflegen, jeder grünweiße Anhänger ist bei uns willkommen. Nur nicht jene, die dem Verein schaden", so Edlinger, der am Mittwoch noch einmal erklärt hat, dass er die Sanktionen der Uefa (75.000 Euro plus ein Geisterspiel) für überzogen hält.

Sollte beim Rückspiel gegen Paok, bei dem 600 Polizisten anwesend sein werden, auch nur irgendetwas passieren, kann sich Rapid wohl die Protestgebühren sparen. Rapid muss ein 1:2 gegen Paok aufholen, um die Gruppenphase zu erreichen. Doch Edlinger machte angesichts der Drohung der Uefa, Rapid bei weiteren Vergehen auszuschließen, klar: "Selbst der Wurf eines leeren Trinkbechers, den Ausschluss von Rapid aus dem Europacup bedeuten könnte."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-29 17:17:03
Letzte Änderung am 2012-08-29 18:26:50


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