• vom 05.09.2012, 16:33 Uhr

Fußball

Update: 06.09.2012, 11:57 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



ÖFB-Teamchef Koller setzt auf Stuttgart-Legionär

Martin Harnik, 25, Schlüsselarbeitskraft


Von Simon Rosner

  • Gegen Deutschland könnte der schnelle Harnik der Erfolgsbringer sein.

Martin Harnik könnte im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland eine Schlüsselrolle zukommen. - APAweb/Robert Jäger

Martin Harnik könnte im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland eine Schlüsselrolle zukommen. APAweb/Robert Jäger

Wien. Marcel Koller hat eine "gute Nachricht", wie er sagt: Der angeschlagen gewesene Martin Harnik steigt nämlich wieder ins normale Training ein. "Jetzt können wir im mannschaftstaktischen Bereich arbeiten", sagt der Teamchef. Dem 25-jährigen Harnik kommt im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland am Dienstag eine Schlüsselrolle zu. "Jeder, der schnell ist und mit dem Ball umgehen kann, kann ein Schlüsselspieler für uns sein", erklärt Koller, der auf den täglichen Pressekonferenzen wortreich versucht, nichts zu verraten.

Doch dass Harnik sehr wichtig für das taktische Konzept des Schweizers ist, darf angenommen werden. Die herausragende Qualität des Stuttgart-Legionärs ist seine Schnelligkeit in Verbindung mit dem richtigen Timing für seine Sprints. Immer wieder gelingt es Harnik dadurch, sich von den Bewachern zu lösen und in den Raum hinter den Verteidigern zu gelangen. Gegen Deutschland wird das wohl ein Ansatz sein, da das Team von Jogi Löw mit seiner Abwehrreihe immer sehr hoch steht und dadurch viel Raum hinter der Viererkette lässt. Bei der EM konnten Italien und Griechenland nach gelungenen Pässen über die Abwehr Tore erzielen, Österreich wird es auch versuchen. "Die Umsetzung ist halt das Entscheidende", sagt Koller.

Ganz vorne oder rechts?
Dass Harnik als zuletzt treffsicherster Schütze gegen Deutschland in der Startelf stehen wird, ist nun keine Überraschung. Die Frage aber ist, wo er spielen wird. Gegen die Türkei stellte ihn Koller erstmals als vorderste Spitze auf, allerdings waren Marc Janko und Marko Arnautovic nicht einsatzfähig. "Es ist eine andere Position, weniger laufintensiv, und defensiv muss man nur geschickt laufen und zustellen", sagt Harnik. "Aber es ist nicht leichter, weil man oft den Ball mit dem Rücken zum Tor bekommt."

Harnik stuft den Versuch gegen die Türken zwar selbst als gelungen ein, er holte auch den Elfer zum 2:0 heraus, "aber grundsätzlich glaube ich schon, dass Koller mich als Rechtsaußen plant", sagt er. Auf der Seite, wo er auch bei Stuttgart spielt, kommt auch seine Schnelligkeit besser zum Tragen, wenn er schon mit Anlauf aus der Etappe kommt.

Dass Koller generell mit Marc Janko als Stoßstürmer plant, hat der Teamchef schon häufig betont, doch diesmal ist der eben erst in die Türkei gewechselte Angreifer nur mit einem Kurzeinsatz in den Beinen eingerückt. Er hat wegen einer Verletzung kein Testspiel für Porto gemacht und bei Trabzonspor erst 18 Minuten gespielt. Daher ist es fraglich, ob Koller Janko einen Einsatz von Beginn der Partie schon zutraut. Es wäre eher mutig.

Falls Janko nur auf der Bank sitzt, wäre auch Marko Arnautovic eine Alternative für ganz vorne. Koller hat Arnautovic schon links, rechts und in der Mitte aufgestellt, ganz vorne aber noch nicht. Und für ihn gilt wohl Ähnliches wie für Harnik: Als Stoßstürmer würde man sich eventuell einiger seiner Stärken berauben. Dafür bliebe im offensiven Mittelfeld für Zlatko Junuzovic und Andreas Ivanschitz Platz. Spielt dagegen Janko, müsste einer von den beiden (oder vielleicht gar Arnautovic) auf der Bank sitzen.

"Janko hat seinen konditionellen Rückstand aufgeholt, vielleicht fehlt ihm noch ein bisschen die Spielpraxis. Aber für mich ist das nicht das Entscheidende", sagt Koller. Eine Finte? Oder ein Hinweis auf einen Einsatz von Marc Janko?

Martin Harnik hat seinen Einsatz jedenfalls sicher, so sein Körper nichts dagegen hat. "Ich spüre die Blessur noch ein bisschen, aber das Match ist in keinster Weise in Gefahr", sagt er. Sein Trainer wird es mit Wohlwollen vernommen haben.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-05 16:38:05
Letzte Änderung am 2012-09-06 11:57:55


Beliebte Inhalte



Alaba im Glück. - apa/Jäger
  • David Alaba zieht als erster Österreicher der Geschichte ins Finale der Besten ein.
  • weiter

Dortmunds Robert Lewandowski und Bayerns Dante rittern in Wembley um den Ball. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Spannendes "German Endspiel" zwischen Bayern München und Borussia Dortmund.
  • weiter
  • 1
  • Update vor 17 Min.

Sonnyboy gegen Gentleman: Jürgen Klopp (l.) gilt als Trainer modernen Schlags, Jupp Heynckes als Betreuer alter Schule. ap/reuters
  • Getrennt durch 23 Jahre, geeint im Erfolg: Jürgen Klopp und Jupp Heynckes.
  • weiter

"Fast pathologische Züge" hatte der Bayern-Hass vieler laut Philipp Köster vom Magazin "11 Freunde" in den 90er Jahren. Mittlerweile erkenne man die Qualitäten der Münchner schon etwas mehr an. - reuters
  • Warum die Mehrheit der Deutschen im Champions-League-Finale Dortmund die Daumen hält.
  • weiter

Wien. Nur noch einen Sieg sind die Fivers vom ersten Double der Vereinshistorie entfernt. Nach dem knappen 29:28-Auswärtssieg in Hard am vergangenen...weiter

Baumgartners Sprung war hoch angesetzt, aber kein Sport - zumindest nicht im steuerrechtlichen Sinn. - APAweb /  EPA / Red Bull Stratos
  • Lopatka dementiert Eingriff in Felix Baumgartners Steuerverfahren.
  • weiter

Austrias Meistermacher soll bei Werder Bremen Interesse ausgelöst haben, Peter Stöger dementiert. - APAweb/HERBERT NEUBAUER
  • Austrias Erfolgscoach dementiert, fühlt sich aber höchst geehrt.
  • weiter

Austria Wien kann in der CL-Qualifikation den Meister-Weg beschreiten und hat daher auf dem Papier leichtere Gegner, weil nur Meister mittlerer und kleinerer Ligen mögliche Konkurrenten sind. - APAweb/Pfarrhofer
  • Austria auf leichterem Meister-Weg, auf Salzburg warten große Kaliber.
  • weiter

Dortmunds Robert Lewandowski und Bayerns Dante rittern in Wembley um den Ball. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Spannendes "German Endspiel" zwischen Bayern München und Borussia Dortmund.
  • weiter
  • 1
  • Update vor 17 Min.




Werbung



Abseits

Unösterreichisch zum Erfolg

Man muss kein Austria-Fan sein, um die Austria 2012/13 (zumindest ein bisschen) zu bewundern. Sie hat sich endgültig von der Post-Stronach-Ära... weiter



Werbung