München. (sir) Es ist schon ein bisschen her, dass Fußballfans die Augenbrauen voller Bewunderung hochgezogen haben, wenn sie von Valencia hörten. Um die Jahrtausendwende formte der Argentinier Héctor Cúper eine Mannschaft, die zweimal hintereinander das Finale der Champions League erreichte.
Es war ein Team großer Spieler wie Gaizka Mendieta, Roberto Ayala, Jocelyn Angloma und John Carew. Oder auch Mauricio Pellegrino. Der Verteidiger vergab im Endspiel gegen die Bayern 2001 den entscheidenden Elfmeter, im Sommer kehrte er als Trainer zu seinem Lebensklub zurück. "Es kommt wieder hoch", sagte Pellegrino vor der Wiederauflage des Finales in der Allianz Arena.
Anderseits erinnert dieses Duell auch an die große Zeit des Klubs, als Valencia, dann schon unter Trainer Rafael Benítez, zweimal spanischer Meister wurde, zuletzt 2004. Auch heute ist diese Mannschaft mit Teamspielern aus Frankreich, Portugal, Mexiko, Spanien und sogar Brasilien stark besetzt.
Doch ein Meistertitel ist für den Verein von der Ostküste Spaniens illusorisch geworden. Dreimal hintereinander war Valencia Dritter, diesen Platz hat der Klub scheinbar sicher, doch der Abstand zu Real und Barcelona wächst. Am Ende der abgelaufenen Meisterschaft hatte Valencia als Dritter 30 Punkte Rückstand auf Barça und 39 auf Real.
Valencia ohne Chance
Und auch im Duell mit den Bayern zeigte sich von Beginn weg, dass es da eine Kluft zwischen der Elite Europas und Valencia gibt. Obwohl der Rasen in München den Eindruck vermittelte, als wäre das Oktoberfest erstens schon vorbei und zweitens in der Allianz Arena abgehalten worden, ließen die Bayern den Ball flott laufen. Die Gastgeber hatten phasenweise 70 Prozent Ballbesitz und kamen alle paar Minuten zumindest zu Halbchancen.
Valencia war im Spielaufbau hingegen fürchterlich erratisch, und einer der Ballverluste führte zum 1:0 nach 38 Minuten durch Bastian Schweinsteiger. Auch nach der Pause hatte Valencia nichts entgegenzusetzen, Toni Kroos erzielte den zweiten Treffer, die Gäste verbuchten im gesamten Spiel nur zwei Torschüsse, wobei der zweite kurz vor Abpfiff zum Ehrentreffer führte.
Während Titelverteidiger Chelsea nach 2:0-Führung noch ein 2:2 gegen Juventus hinnehmen musste, fehlte in Barcelona nicht viel zur ersten großen Überraschung in der Champions League. Spartak Moskau führte bis zur 70. Minute mit 2:1 und verteidigte sehr geschickt. Auf Lionel Messi jedoch ist auch in der neuen Saison Verlass, der Argentinier traf in der 71. und 80. Minute, konnte einen Fehlstart vermeiden.
Der Fußball ist ungerecht. Ungerecht, weil Benfica als (zumindest über weite Phasen) spielstärkere Mannschaft das Finale der Europa League mit 1:2...
weiter