• vom 21.09.2012, 11:20 Uhr

Fußball

Update: 24.09.2012, 12:15 Uhr
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Alar nach vergebenem Elfer untröstlich

Rapids schauriges Geisterspiel als klassischer Selbstfaller



  • Schöttel nach 1:2 zum EL-Auftakt gegen Rosenborg: "Haben uns Niederlage selbst zuzuschreiben"

Anlass zu Diskussionen bot hingegen der relativ dünne Kader Rapids. Aufgrund einiger Verletzungen hatte Schöttel mit Lukas Grozurek nur einen halbwegs etablierten Offensivspieler auf der Bank. - APAweb/REUTERS/Leonhard Foeger

Anlass zu Diskussionen bot hingegen der relativ dünne Kader Rapids. Aufgrund einiger Verletzungen hatte Schöttel mit Lukas Grozurek nur einen halbwegs etablierten Offensivspieler auf der Bank. APAweb/REUTERS/Leonhard Foeger

Wien. Rapids ohnehin geringe Chancen auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Fußball-Europa-League haben sich schon nach dem ersten Spiel der Gruppenphase beträchtlich reduziert. Beim 1:2 am Donnerstag im leeren Happel-Stadion gegen Rosenborg Trondheim verschenkten die Hütteldorfer gegen den wohl schwächsten Gegner in Pool K dermaßen leicht einen Punktgewinn, dass sogar Trainer Peter Schöttel nach dem "Geisterspiel" erschauderte.

"Diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wenn man auf diesem Niveau seine Möglichkeiten nicht nützt und solche Fehler begeht, darf man sich nicht wundern, wenn man verliert", ärgerte sich Schöttel. Dabei sei ein Sieg durchaus möglich gewesen. "Wir haben vom Start weg viel mehr fürs Spiel getan, aber Rosenborg ist durch eine Kette von Fehlern in Führung gegangen. Und dann war es schwierig, weil der Gegner gut verteidigt hat."

Aussetzer in der Verteidigung  
Über das 0:1, beim dem sich vor allem Goalie Lukas Königshofer und Innenverteidiger Gerson einen Aussetzer leisteten, konnte Schöttel nur den Kopf schütteln. "So ein Tor haben wir noch nie bekommen, seit ich hier bin." Auch beim zweiten Gegentreffer machte das Duo Königshofer/Gerson eine äußerst unglückliche Figur - dennoch wäre laut Schöttel nach dem Anschlusstreffer durch Markus Katzer noch ein Sieg in Griffweite gewesen. "Wenn Alar den Elfer trifft, hätten wir gute Chancen auf den Sieg gehabt."

Der Trainer wollte dem Stürmer, der zuvor in allen vier Europacup-Partien getroffen hatte, allerdings keinen Vorwurf machen. "Den wichtigsten Elfmeter hat er gegen Novi Sad getroffen, sonst wären wir gar nicht hier." Auch Kapitän Steffen Hofmann verteidigte den Unglücksraben. "Es ist sehr bitter für ihn, aber gegen Novi Sad hat er noch sicher verwandelt, und erst dadurch sind wir so weit gekommen."

Die Angst des Schützen vor dem Elfmeter
Eigentlich ist Hofmann bei Rapid Elfmeter-Schütze Nummer eins. "Aber Deni hat sich gut gefühlt und gleich den Ball genommen", erzählte der Deutsche, warum er dem 22-Jährigen den Vortritt ließ. Alar war nach seinem Fehlschuss in der 71. Minute untröstlich. "Ich war mir eigentlich sicher, dass ich treffe. Es tut mir leid für die Mannschaft. Wenn ich das Tor mache, gewinnen wir die Partie."

Schöttel wollte sich von außen in die Wahl des Strafstoß-Ausführenden nicht einmischen. "Seit ich bei Rapid bin, wurde noch nie ein Elferschütze bestimmt. Die Spieler sind erwachsen und mündig, sie sollen selbst entscheiden", betonte der 45-Jährige.

Neben Alar nahm Schöttel auch den gegen Rosenborg völlig indisponierten Gerson aus der Schusslinie. Eine Auswechslung des Brasilianers bereits zur Pause sei nicht infrage gekommen, betonte der Coach. "Er war nicht gut, aber deswegen tausche ich ihn nicht gleich aus. Er ärgert sich selbst am meisten, doch er ist jung und wird aus diesem Spiel sicher seine Lehren ziehen."

Der Kader ist zu dünn  
Die schlechte Leistung Gersons und vieler seiner Kollegen wollte Schöttel nicht mit der tristen "Geisterspiel"-Kulisse erklären. "Rosenborg ist ein Gegner in unserer Kragenweite, da möchte ich mich nicht auf die fehlenden Zuschauer ausreden." Hofmann meinte lediglich, es sei "mühsam, überhaupt noch darüber zu diskutieren".

Anlass zu Diskussionen bot hingegen der relativ dünne Kader Rapids. Aufgrund einiger Verletzungen hatte Schöttel mit Lukas Grozurek nur einen halbwegs etablierten Offensivspieler auf der Bank. "Die großen Möglichkeiten habe ich nicht, aber die wollte ich auch gar nicht haben. Es geht darum, unseren jungen Spielern eine Perspektive zu geben. Wir wollen unseren Weg glaubhaft weitergehen", sagte der Wiener.

Dass dieser Weg ins Ausscheiden nach der Europa-League-Gruppenphase führen könnte, ist Schöttel bewusst. "Doch mit den Chancen in der Gruppe habe ich mich sowieso nicht beschäftigt, immer nur mit dem nächsten Gegner. Ich schätze Leverkusen und Metalist Charkiw (Anm.: direktes Duell in Deutschland endete am Donnerstag 0:0) als die stärksten Teams ein, aber das heißt nicht, dass wir gegen sie nichts holen können."

Metalist ist am 4. Oktober in der Ukraine der nächste Europa-League-Gegner der Rapidler, für die das Match in der EURO-2012-Arena das vierte Auswärtsmatch in Folge bedeuten wird. Davor treten die Grün-Weißen in Ried und Innsbruck (jeweils Meisterschaft) sowie beim Regionalligisten SV Allerheiligen (ÖFB-Cup) an.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-21 11:22:10
Letzte Änderung am 2012-09-24 12:15:03


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