Liverpool.

"The Truth". Diese beiden Wörter standen vier Tage nach dem Desaster auf dem Titelblatt des Revolverblatts "The Sun". Es war eine mediale Punzierung der Fans als wilder Mob. Den Toten hätten die Anhänger die Geldtaschen gestohlen, auf sie uriniert und Polizisten zusammengeschlagen, die sich um Verletzte kümmerten. Man wusste bald, dass diese Anschuldigungen fernab der Wahrheit waren, nun haben es die Hinterbliebenen und die Fans des FC Liverpool aber schwarz auf weiß.
Ausgerechnet Manchester
Wie traumatisierend das Ereignis für die Hafenstadt war, beweist nicht nur die Tatsache, dass sich die "Sun" seit jener Ausgabe im Jahr 1989 in Liverpool ganz schlecht verkauft, sondern auch das Mitgefühl, das die Fans des Lokalrivalen Everton vor einer Woche zeigten. Minutenlang und mit stehenden Ovationen gedachten die Fans der Katastrophe und forderten unter der Parole "Justice for the 96" Gerechtigkeit ein.
Auch am Sonntag wird der Sprechchor, der an der Anfield Road seit jenem Tag immer wieder zu vernehmen war, angestimmt werden. Und auch auf den Rängen werden die Fans diesen Spruch mittels einer Choreografie bilden. Kurz vor dem Spiel werden dann von Kapitän Steven Gerrard, dessen Cousin damals das jüngste Opfer war, 96 Luftballons fliegen gelassen, ein Ballon für jeden Toten. Auch der Kapitän des Gegners am Sonntag wird bei dieser Zeremonie dabei sein.
Genau das verursacht bei einigen ein etwas mulmiges Gefühl, denn es handelt sich um Nemanja Vidic von Manchester United. Und von allen möglichen Kontrahenten hätte sich Liverpool für dieses Match, das eben auch zur Gedenkfeier wird, jeden anderen Klub, aber bloß nicht Manchester United gewünscht.
Gegenseitige Schmähungen
Diese Klubs verbindet eine noch intensivere Rivalität als mit ihren jeweiligen Stadtrivalen. Und es ist mehr als eine Rivalität, es ist wohl schon Feindseligkeit, und sie wird nicht nur von den Fans gelebt, auch von Spielern wie Wayne Rooney auf der einen und Gerrard auf der anderen Seite. Zwischen Liverpool und Manchester hat es auch seit 1964 keinen direkten Transfer eines Spielers mehr gegeben. Das ist mittlerweile eine Undenkbarkeit geworden.
Wer als Fußballtrainer Erfolg haben will, muss vor allem mit der Jugend können. Und das bedeutet vor allem, authentisch sein...
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