Charkiw. (apa/art) Die Warnung, die Salzburg und die Austria in der vergangenen Saison in Richtung Hütteldorf abgegeben haben, dürfte die Adressaten nicht verfehlt haben. Insgesamt 14 Tore haben die beiden Klubs gegen Metalist Charkiw in vier Spielen kassiert, Liga-Krösus Salzburg verabschiedete sich nach einem 0:4 daheim und einem 1:4 auswärts in der K.o-Runde der Europa League aus dem Bewerb. Es war so etwas wie ein sportlicher Offenbarungseid.

Am Donnerstag (19 Uhr) bekommt es nun Rapid im zweiten Spiel der Gruppe K auswärts mit den Ukrainern zu tun. Und Trainer Peter Schöttels Optimismus hält sich angesichts der jüngsten Bilanz der österreichischen Klubs gegen Charkiw in überschaubaren Grenzen: "Natürlich wollen wir die Reise nicht umsonst machen. Aber Pflicht kann es für uns nicht sein, zu punkten." Will man die Chance auf einen Aufstieg aus der Gruppenphase, die mit der 1:2-Heimniederlage gegen den vermeintlich schwächsten Gegner Rosenborg Trondheim nicht eben vielversprechend für Rapid begonnen hat, aufrechterhalten, wäre freilich zumindest ein Remis schon vorteilhaft. "Sicher ist das eine unangenehme Situation für uns", sagt Steffen Hofmann. "Wir werden alles daran setzen, zu überraschen."
Denn dass Rapid - Rückenwind durch die selbst für Schöttel nicht ganz erwartbare Tabellenführung in der Bundesliga hin oder her - klarer Außenseiter ist, belegen nicht nur die Resultate Salzburgs und der Austria, sondern auch andere Zahlen: Der aktuelle Markwert des Charkiw-Kaders, der von den Millionen des Unternehmers Olexandr Jaroslawskyi gespeist wird, beläuft sich auf rund 73 Millionen Euro - jener Rapids liegt bei etwa 16 Millionen. Dabei ist Charkiw in der Ukraine noch nicht einmal die monetäre Nummer eins: Der Kader von Meister und Champions-League-Teilnehmer Schachtar Donezk ist etwa doppelt so viel wert. "Gemessen mit der Ukraine ist auch Salzburg ein kleines Licht", sagt Schöttel.
Südamerika-Auswahl
Jaroslawskyi hat enorm investiert, seit er den Klub 2004 als Präsident übernommen hat, er hat das Stadion - auch für die EM 2014 - komplett renovieren und auf mehr als 40.000 Sitzplätze aufstocken lassen. Was das Sportliche betrifft, vertraut er vorwiegend auf Spieler aus Südamerika: Beim 0:0 gegen Leverkusen standen fünf gebürtige Brasilianer, vier gebürtige Argentinier, ein Senegalese und ein Ukrainer in der Startformation. Wild zusammengekauft ist die Mannschaft allerdings nicht: Im Sommer wurden nur punktuelle Verstärkungen vorgenommen. "Sie haben viel Qualität, wir dürfen sie nicht ins Rollen kommen lassen", sagt Schöttel. Denn was dann passiert, haben Salzburg und die Austria eindrucksvoll vorgeführt.
Man muss kein Austria-Fan sein, um die Austria 2012/13 (zumindest ein bisschen) zu bewundern. Sie hat sich endgültig von der Post-Stronach-Ära...
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