• vom 24.05.2013, 16:47 Uhr

Fußball

Update: 24.05.2013, 17:58 Uhr

Jrgen Klopp

Duell an der Seitenlinie




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  • Champions-League-Finale
  • Getrennt durch 23 Jahre, geeint im Erfolg: Jürgen Klopp und Jupp Heynckes.

Sonnyboy gegen Gentleman: Jürgen Klopp (l.) gilt als Trainer modernen Schlags, Jupp Heynckes als Betreuer alter Schule. ap/reuters

Sonnyboy gegen Gentleman: Jürgen Klopp (l.) gilt als Trainer modernen Schlags, Jupp Heynckes als Betreuer alter Schule. ap/reuters

London. (art) Deutschland gegen Deutschland in England. Borussia Dortmund gegen Bayern München. Die Malocher aus dem Ruhrgebiet gegen die Diven des FC Hollywood. Das Finale der Fußball-Champions-League am Samstagabend (20.45 Uhr/Puls 4 und ZDF) bietet Raum für allerhand Geschichten. Eine davon schreiben zwei Männer, die während der 90 oder vielleicht auch 120 Minuten Spielzeit, in denen über Europas dann offiziell beste Mannschaft der Saison entschieden wird, gar nicht auf dem Feld stehen, sondern daneben auf und ab laufen werden.

Denn das Finale ist auch das Duell zweier Trainer, zweier Trainergenerationen um genauer zu sein. Hier Jürgen Klopp, der 45-jährige Emporkömmling, ein davor eher mittelmäßiger Spieler, dessen größter Erfolg vor seinem Engagement in Dortmund der Aufstieg mit Mainz in die erste deutsche Bundesliga gewesen war, der aber dann mit seinen zwei Meistertiteln mit der Borussia zum Rising Star im Trainergeschäft hochgehypt wurde. Auf der anderen Seite Jupp Heynckes, der 68-jährige Gentleman, als Spieler Europa- und Weltmeister, als Trainer mehrfacher deutscher Meister und mit Real Madrid 1998 Champions-League-Sieger, den Rudi Assauer aber vor knapp zehn Jahren mit den wenig schmeichelhaft gemeinten Worten "Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben 2004" von Schalke 04 davonjagte. Heynckes ging zu Borussia Mönchengladbach, seinem Herzensverein, bei dem er allerdings 2007 nach Morddrohungen zurücktrat. Es schien das Ende seiner Karriere gewesen sein, zwei Jahre zog er sich in sein Haus am Gladbacher Stadtrand zurück. Als ihn Bayern 2009 interimistisch aus der Pension zurückholte, war sein Einwilligen eher ein Freundschaftsakt für seinen ehemaligen Spezi Uli Hoeneß. Heynckes schien schon damals ein Auslaufmodell. Dass er dann ausgerechnet in der Schlangengrube München, aus der er schon einmal unehrenhaft entlassen worden war, wieder Gefallen am Trainergeschäft gefunden hat, sodass er von dort zu Leverkusen und später wieder zu Bayern ging, war sein Jungbrunnen - und der Nachrufschreiber Überraschung.

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Eines steht schon jetzt fest: Der Sieger der Champions-League kommt heuer aus Deutschland. Geschätzte 300 Millionen Menschen werden das Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München am Samstag vor den Bildschirmen live mitverfolgen. Schiedsrichter ist der Italiener Nicola Rizzoli.

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In seinen zwei Jahren bei Bayern hat er nun nicht nur aus den vielfach medial gescholtenen Dusel-Münchnern eine auf allen Ebenen perfekt funktionierende Fußball-Maschinerie gemacht und sie damit quasi neu erfunden, sondern in gewisser Weise auch sich selbst. Aus dem bisweilen verbissenen, verkrampft wirkenden Oberlehrertypen ist ein leidenschaftlicher und umgänglicher Teamplayer geworden, dem sich die jungen Spieler à la David Alaba anvertrauen und die Arrivierten Respekt erweisen. Der Satz etwa "Er war enorm wichtig für mich, mein Selbstvertrauen, meinen Spaß auf dem Platz" stammt keineswegs von einem, der davor nur Mitläufer war. Er stammt von Franck Ribéry, dessen Qualität schon lange allseits bekannt war - ebenso aber auch seine Launenhaftigkeit. Heynckes hat sie ihm weitgehend ausgetrieben, hat den Offensivkünstler wie andere auch in die Defensivarbeit eingebunden und damit das Bayern-Spiel insgesamt noch stabiler gemacht.

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Dokument erstellt am 2013-05-24 16:50:06
Letzte nderung am 2013-05-24 17:58:11



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