• vom 15.07.2013, 16:58 Uhr

Fußball

Update: 25.07.2013, 08:46 Uhr

Reform

Grün-weißer Baustellensommer




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Rella

  • Nach Aus im ÖFB-Cup stehen Zeichen beim Rekordmeister wieder auf Sturm
  • Rapid Wien kämpft zu Saisonbeginn nach wie vor mit großen Problemen.

Während der LASK feiert, treten Rapids Marcel Sabitzer und Terrence Boyd auf der Stelle.

Während der LASK feiert, treten Rapids Marcel Sabitzer und Terrence Boyd auf der Stelle.© apa/Feichter Während der LASK feiert, treten Rapids Marcel Sabitzer und Terrence Boyd auf der Stelle.© apa/Feichter

Wien. "Wir bauen für Sie." Wenn ÖBB und Asfinag Staus, Streckensperren und Verspätungen anzukündigen haben, dann tun sie das nicht nur öffentlich, sondern bisweilen auch mit Witz und Gewissenhaftigkeit. Von Fußballvereinen kann man das nicht behaupten, schon gar nicht vom Rekordmeister Rapid, der nach dem verpatzten Saisonstart am Wochenende nach wie vor einen mühevollen und schwierigen Baustellensommer vor sich hat. Die "Wiener Zeitung" hat die wichtigsten Problemzonen und Irrgänge der letzten Zeit zusammengefasst.

Auftaktniederlagen: Erfolge tun gut und heben die Moral der Mannschaft. Besonders zu Beginn der Saison. Dass der Auftakt am Wochenende für die Grün-Weißen mit einer Blamage endete, wiegt daher umso schwerer. Ging zuerst am Freitagabend die Generalprobe im Testspiel gegen Frankreichs Meister Paris St. Germain mit 1:2 verloren, folgte am Sonntag - nur 45 Stunden später - im ÖFB-Cup gegen den LASK der zweite große Schlag. Rapid unterlag nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elferschießen und wurden damit bereits bei der Premiere aus dem Cup geworfen. Warum Trainer Zoran Barisic seine Elf binnen zwei Tagen gleich gegen zwei Teams antreten ließ und zwischen den Spielen am Samstag sogar noch zum "Tag der offenen Tür" lud, darüber rätselte am Montag Österreichs Fußballwelt. Dass man an den Linzern scheitern könnte, das hatte niemand so recht glauben wollen - auch im Nachhinein nicht. Allein der Versuch Barisic’, die Niederlage ins Positive umzudeuten, scheiterte: "Etwas Großes beginnt meistens schlecht", sagte er und fügte hinzu: "Ich gehe davon aus, etwas zu entwickeln, das schön sein wird." Ähnlich optimistisch - vielleicht zu optimistisch - hatte sich am Tag nach der Niederlage gegen PSG auch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger geäußert: "Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft haben, die Früchte unserer Arbeit beginnen, jetzt zu reifen."


Präsident: Womit wir bereits beim zweiten Problem des SK Rapid wären. Nachdem Edlinger bereits seinen Rückzug bis November angekündigt hat, hat der Verein nun große Mühe, einen habilen Nachfolger für den Chefsessel zu finden. Ernsthaft im Gespräch war zuletzt Dietmar Hoscher, der als Vorstand bei den Casinos Austria werkt und als sehr aussichtsreicher Anwärter auf das Amt gehandelt wurde. Allerdings winkte der Vorsitzende des Rapid-Kuratoriums sowie Präsident des Legendenklubs mit der Begründung der zeitlichen Belastung ab. Die grün- weiße Baustelle erfordere "einen derart hohen zeitlichen Aufwand, dass dieser nebenbei nicht bewältigbar ist", sagte Hoscher.

Finanzen: Tatsächlich wartet auf den Verein, insbesondere auf den neuen Präsidenten, noch ein gehöriges Stück Arbeit. Demnach müssen nicht nur die klubinternen Strukturen modernisiert, sondern vor allem die akuten finanziellen Probleme gelöst werden. Als Großbaustelle nach wie vor unangetastet blieb bisher etwa das Projekt eines Um- oder Neubaus des Hanappi-Stadions. Wie klamm die Kassen des Rekordmeisters derzeit wirklich sind, beweisen auch die zahlreichen Abgänge und nur geringfügigen Zukäufe am aktuellen Spielertransfermarkt.

Kader: Dass bei Rapid auch im Bereich der Kaderplanung derzeit nicht alles rund läuft, wird selbst in der Klubführung nicht bestritten. Eine Alternative zum Sparen sieht Sportdirektor Helmut Schulte nicht: "Wir gehen mit dem Kader, den wir nun vorfinden, in die neue Saison", meinte er. Die Liste der Neuankömmlinge ist mit Brian Behrendt (Horn), Thanos Petsos (Greuther Fürth) und Stephan Palla (Admira) sowie den mittels Leihvertrag verpflichteten Spielern Samuel Radlinger (Hannover) und Christopher Dibon (Salzburg) überschaubar.

Fans: Eine letzte Baustelle, die auf die Erben Edlingers noch zukommen wird, ist die Klärung des Verhältnisses zu den Rapid-Fans. Sie hatten ob der schlechten Leistungen des Klubs in den vergangenen Monaten den Aufstand geprobt, gestreikt und Reformen gefordert. Ein Problem bleiben auch die Hardcore-Fans rund um die Ultras. So sah sich die grün-weiße Funktionärsriege kürzlich heftiger Kritik ausgesetzt, weil sie den vorbestraften Ex-Ultras-Chef Oliver P. als Vertreter der Fans in eine interne Reformkommission geholt hatte. Erst im Juni hatte ein Gericht 17 erstinstanzliche Urteile im Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen von Rapid-Fans am Wiener Westbahnhof im Jahr 2009 bestätigt. P. war zu 14 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden.




Schlagwörter

Reform

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-07-15 17:03:06
Letzte nderung am 2013-07-25 08:46:17



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rapid gewinnt das Derby
  2. Hamilton gewinnt in Austin
  3. Druck und Chance zugleich
  4. Salzburg holte mit viel Glück 1:1 gegen Admira
  5. Doppel-Duell im Prater
Meistkommentiert
  1. "Wunderschöne Jahre"
  2. Tiroler Absage an Olympia
  3. Schock nach Olympia-Aus sitzt tief

Werbung



Werbung



Werbung