• vom 22.09.2016, 16:30 Uhr

Fußball


Erste Liga

Was vom Linzer Derby übrigblieb




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Von Christian Mayr

  • Lask gegen Vöest hieß es früher - am Freitag kommt es zum brisanten Duell der Nachfolgeteams.

Derby anno 1979 vor vollem Haus: Willy Kreuz (r./Vöest) gegen Miroslav Vukasinovic (Lask).

Derby anno 1979 vor vollem Haus: Willy Kreuz (r./Vöest) gegen Miroslav Vukasinovic (Lask).© Linz-Archiv Derby anno 1979 vor vollem Haus: Willy Kreuz (r./Vöest) gegen Miroslav Vukasinovic (Lask).© Linz-Archiv

Linz. Lask oder Vöest? Wer immer in Oberösterreich fußballtechnisch mitreden wollte, musste sich klar deklarieren - so war es zumindest im vorigen Jahrhundert. Hier der schwarz-weiße Bessere-Leute-Klub, der als erster Bundesländerverein anno 1965 die Wiener Phalanx durchbrach und sich zum Meister kürte; dort der blau-weiße Werksklub, dem die verstaatlichte Industrie seinen Namen gab und der zur Hochblüte der Vöest seinem bürgerlichen Stadtrivalen fußballerisch den Rang ablief: Meistertitel 1974. Lange bevor die SV Ried als erster echter Provinzklub die Bundesliga aufmischte und die Nummer eins im Land ob der Enns wurde, lieferten sich die beiden Linzer "Großklubs" ein Duell um die Vorherrschaft in der Stadt. Und weil es immer auch eine Art Klassenkampf war - Landstraßler gegen Koksstierler, wie der gemeine Fan zu sagen pflegte -, kochte das Linzer Stadion auf der Gugl regelmäßig vor Emotionen über. 20.000 und mehr Fans waren begeistert.

Doch von derlei Kulisse in der obersten Spielklasse können die beiden Vereine, wenn sie sich am Freitagabend ebendort im Erste-Liga-Schlager wieder treffen (20.30 Uhr/ORFSport+), nur noch träumen. Und genau genommen gibt es das klassische Linzer Derby gar nicht mehr, weil sowohl der Lask als auch Blau-Weiß Linz bestenfalls die Erben der einstigen Traditionsklubs sind. Die Geschichte dieser beiden Teams erzählt freilich auch viel über Großmannsucht und Hybris im heimischen Fußball, die oft im kolossalen Scheitern endet. Aber auch über das typisch österreichische Durchwursteln, das ein Überleben auf niedrigem Niveau doch irgendwie garantiert.

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Der sogenannte D-Day im Linzer Fußball war zweifelsohne der 21. Mai 1997: Damals wurde überfallartig die Fusion der beiden Klubs zum neuen Lask Linz beschlossen (wiewohl es eher eine Liquidierung des längst umbenannten FC Linz war). Ziel war eine Bündelung der sportlichen und finanziellen Kräfte mit lächerlich hochtrabenden Zielen namens Meistertitel und Champions League. Als sichtbarstes Zeichen des Aufbruchs wurde den schwarz-weißen Fans der damalige Wunder-Trainer Otto Baric serviert, der 1998/99 zur 90-Jahr-Feier der Athletiker wieder einen Titel bringen sollte. Doch statt Titel und Erfolge gab es Gefängnis und Abstieg (2001) - als Konsequenz der Skandal-Pleite um Lask-Präsident und Banker Wolfgang Rieger.

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Dokument erstellt am 2016-09-22 16:35:06



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