• vom 27.09.2016, 16:19 Uhr

Fußball


Fußball-WM-Qualifikation

Stammelf mit Sorgen




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  • Verletzte, Bankdrücker, Formsuchende: Teamchef Marcel Koller bleibt in der WM-Qualifikation trotzdem seiner Linie treu.

Etwas skeptisch blickt Marcel Koller den richtungsweisenden WM-Qualifikationspartien entgegen. - © apa

Etwas skeptisch blickt Marcel Koller den richtungsweisenden WM-Qualifikationspartien entgegen. © apa

Wien. (may/apa) Kontinuität statt Experimente - Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller bleibt vor den anstehenden WM-Qualifikationspartien gegen Wales am 6.Oktober im Wiener Ernst-Happel-Stadion und drei Tage später in Belgrad gegen Serbien seiner Linie treu. Obwohl einige Akteure der Stammformation offenkundig mit Problemen kämpfen, denkt der Schweizer nicht daran, an seinem Kader etwas zu verändern - somit ist der am Dienstag präsentierte ident mit jenem beim 2:1-Auftaktsieg in Georgien Anfang September.

Die Begründung des Nationaltrainers kennt man aus den vergangenen Jahren: Zum einen ist er von seinem Aufgebot und der Klasse der Spieler überzeugt, zum anderen sei zu wenig Zeit vorhanden, um neue Spieler mit seiner Philosophie vertraut zu machen. So stehen vor der Wales-Partie lediglich drei Trainingseinheiten zur Verfügung, und eine davon dient nur der Regeneration.

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Einige Teamspieler werden sich aber gar nicht groß ausrasten müssen, weil sie bei ihrem Klubs aktuell wenig bis gar nicht zum Zug kommen. Bestes Beispiel ist Neo-Kapitän Julian Baumgartlinger, der es nach seinem Wechsel aus Mainz in Leverkusen noch nicht zum Stammspieler gebracht hat. In fünf Bundesliga-Partien kam der defensive Mittelfeldspieler nur auf 147 Einsatzminuten - die beiden jüngsten Matches sah er komplett von der Bank aus. Für Koller ist das noch kein Problem: "Er ist ja im Trainingsbetrieb drin, kann bei uns Gas geben und alles raushauen." Mit ähnlichen Problemen hat Baumgartlingers Leverkusen-Kollege Aleksandar Dragovic zu kämpfen, der am Samstag vor den Augen von Stadiongast Koller nach zwei schweren Patzern in der Pause vom Feld genommen wurde - ohne den ÖFB-Abwehrchef wurde gegen Mainz ein 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg verwandelt. "Er ist noch nicht lange dabei. Es ist normal, dass ein Trainer auf die setzt, die er kennt", meinte Koller mit Blick auf die aktuelle Situation von Dragovic. Die er übrigens mit jener von Ex-Kapitän Christian Fuchs dereinst bei Schalke verglich, wo er ebenfalls selten spielte, aber im Team seinen Mann stellte.

Aus demselben Grund wurde auch der zuletzt angeschlagene Marc Janko wieder nominiert, wiewohl der 27-fache Teamtorschütze wegen Problemen im Sehnenansatz oberhalb des Knies seit 13. September kein Bewerbsspiel mehr absolviert hat. Ob Janko fit wird, ist zudem noch offen, Koller stand mit dem Basel-Legionär zuletzt in Kontakt und hofft schwer auf den 33-Jährigen. Erster Janko-Ersatz wäre dann wohl Michael Gregoritsch, der zwar beim HSV zu immer mehr Einsätzen kommt, allerdings mit dem Dauer-Krisenklub erst einen Punkt geschafft hat (Tabellen-Rang 16); nicht viel besser erging es Regisseur Zlatko Junuzovic bei Werder Bremen, das immerhin mit dem 2:1 am Samstag gegen Wolfsburg das erste Erfolgserlebnis verzeichnen konnte. Ein Leidensgenosse ist Mittelfeld-Kollege Alessandro Schöpf, der mit Schalke sogar die rote Laterne innehat. Im Tabellenkeller grundelt diese Saison auch Marko Arnautovic herum (Vorletzter), der bei Premier-League-Klub Stoke allerdings als einer der wenigen Lichtblicke anzusehen ist. Positives gibt es dafür von Martin Harnik zu vermelden, der nach dem Stuttgart-Abstieg völlig außer Form und zuletzt auch verletzt war: Am Sonntag schoss er Hannover in der zweiten Liga zum Sieg gegen 1860 München. Der Einzige aus dem 23-Mann-Kader, der praktisch uneingeschränkt erfolgsverwöhnt zum Team stößt, ist wohl David Alaba, auf den am Mittwoch in der Champions League Atlético Madrid wartet.

Einer, der in der heimischen Liga für Furore sorgt, ist indes noch kein Thema für Koller: Deni Alar, neunfacher Schütze für Sturm. "Wenn ein Neuer kommt, braucht er Zeit, und die haben wir nicht", erklärte Koller. Immerhin schaffte es der Steirer auf die Abrufliste.

ÖFB-Kader:

Tor: Almer (Austria/32 Länderspiele), Lukse (Altach/0), Özcan (Leverkusen/7) Abwehr: Dragovic (Leverkusen/50), Hinteregger (Augsburg/18), Klein (Stuttgart/41), Prödl (Watford/59), Suttner (Ingolstadt/17), Stangl (Salzburg/0), Wimmer (Tottenham/4), Lazaro (Salzburg/4).

Mittelfeld: Alaba (FC Bayern/50), Arnautovic (Stoke City/56), Baumgartlinger (Leverkusen/49), Harnik (Hannover/61), Ilsanker (Leipzig/18), Junuzovic (Werder/50), Sabitzer (Leipzig/22), Schaub (Rapid/0),
Schöpf (Schalke/8)

Angriff: Gregoritsch (HSV/1), Hinterseer (Ingolstadt/11),
Janko (Basel/57)




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Dokument erstellt am 2016-09-27 16:23:05



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