• vom 29.11.2016, 14:03 Uhr

Fußball

Update: 29.11.2016, 15:11 Uhr

Flugzeugabsturz

"Der Verein ist praktisch ausgelöscht"




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Von WZ-Korrespondent Tobias Käufer

  • Ex-Profi Paulo Rink über die Katastrophe und den Verein Chapecoense.

Blumen vor dem Arena Conda Stadion in Chapeco. - © APAweb/Reuters, Paulo Whitaker

Blumen vor dem Arena Conda Stadion in Chapeco. © APAweb/Reuters, Paulo Whitaker

Paulo Rink in seinem Haus in Curitiba.

Paulo Rink in seinem Haus in Curitiba.© Tobias Käufer/Archiv Paulo Rink in seinem Haus in Curitiba.© Tobias Käufer/Archiv

Paulo Rink, in Brasilien geborener deutscher Ex-Nationalspieler und ehemaliger Profi von Bayer Leverkusen, 1. FC Nürnberg und Energie Cottbus, spielte in jungen Jahren für den brasilianischen Klub Chapecoense, dessen aktuelle Mannschaft bei dem Flugzeugabsturz in Kolumbien viele Spieler verlor. Die "Wiener Zeitung" erreichte den 43-Jährigen in Curitiba.

"Wiener Zeitung": Herr Rink, wie haben Sie die Nachricht von der Katastrophe aufgenommen?

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Paulo Rink: Ich habe gerade die Liste der Spieler bekommen, die im Flugzeug waren. Ich kannte viele persönlich. Ich bin sprachlos. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Da waren viele junge Talente dabei. Für Chapecoense war es ja das erste Mal, dass sie in einem internationalen Finale standen. Alle haben sich so sehr gefreut auf das Endspiel. Und jetzt das. Was soll ich sagen? Mir fehlen die Worte.

Sie wohnen in Curitiba. Dort sollte das Final-Rückspiel stattfinden. Wie ist die Stimmung in der Stadt?

Hier ist es ja noch früh. Aber natürlich steht die ganze Stadt unter Schock. Ich habe mitgeholfen, hier alles vorzubereiten für das Rückspiel. Die Logistik, den Bus, die Tickets und so weiter. Jetzt herrscht hier eine große Leere. Niemand weiß, wie es jetzt weitergehen soll. Das Final-Rückspiel sollte ja hier nächste Woche bei uns im Stadion stattfinden, weil das Stadion von Chapecoense nicht den Vorgaben des südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol für ein internationales Finale entspricht. Deswegen fiel die Wahl auf unser WM-Stadion.

Sie selbst haben in Chapecoense gespielt. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Verein?

Das war eine schöne Zeit. Ich habe dort auf mich aufmerksam machen können und bin dann nach Leverkusen gewechselt. Es war sozusagen meine erste richtige Profistation. Ein kleiner, aber sehr engagierter Klub, der in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet hat und sich seinen Platz im brasilianischen Profifußball erkämpft hat.

Was bedeutet die Tragödie für den brasilianischen Fußball?

Das ist eine Riesenkatastrophe. Ich weiß nicht, wie es jetzt mit Chapecoense weitergehen soll. Der Verein ist ja jetzt praktisch ausgelöscht, wenn so viele Spieler weggehen. Wie sollen sie weiterspielen, mit welchen Spielern? Am Wochenende soll der Klub ja eigentlich zum letzten Spieltag antreten. Wie soll das jetzt gehen?




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-11-29 14:08:06
Letzte nderung am 2016-11-29 15:11:38



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