• vom 21.04.2017, 15:46 Uhr

Fußball

Update: 21.04.2017, 18:08 Uhr

Anschlag

Borussia-Bomber gefasst




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  • Sergej W. soll auf einen Aktienkursverlust des Fußballklubs gesetzt haben.

Der mutmaßliche Täter wurde im Raum Tübingen in Baden-Württemberg von der Polizei gefasst.

Der mutmaßliche Täter wurde im Raum Tübingen in Baden-Württemberg von der Polizei gefasst.© APAweb / dpa, Christoph Schmidt Der mutmaßliche Täter wurde im Raum Tübingen in Baden-Württemberg von der Polizei gefasst.© APAweb / dpa, Christoph Schmidt

Dormund. (rel/apa) Die behördlichen Ermittlungen rund um den jüngsten Anschlag auf den Mannschaftsbus des deutschen Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) haben am Freitag eine unerwartete Wende gebracht. Die Polizei hat nun nach tagelanger Fahndung einen Verdächtigen festgenommen – und einen ersten Hinweis für das Motiv geliefert. So scheint es bei dem Fall nicht um einen Terrorakt, sondern um Aktienbetrug zu gehen. Der im Raum Tübingen in Baden-Württemberg gefasste mutmaßliche Täter Sergej W. soll demnach auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben. Wie die deutsche Bundesstaatsanwaltschaft mitteilte, wollte er auf diese Weise einen Millionengewinn einstreichen.

An islamistischen oder ähnlichen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel. Dem Verdächtigen mit deutschem und russischem Pass wird folglich versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat er am Tag des Anschlags 15.000 Verkaufsoptionen – so genannte Put-Optionen – für 78.000 Euro in Bezug auf die Borussia-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf wurde über einen Online-Anschluss des Mannschaftshotels abgewickelt. Der Verdächtige hatte die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit in der Höhe von mehreren 10.000 Euro finanziert.

Zwei Komplizen gesucht

Der Deal funktionierte so: Sergej W. spekulierte demnach auf fallende Kurse, wobei die Höhe des Gewinns von der Höhe des Kursverlustes abhing. Mit einem starken Verfall wäre dann zu rechnen gewesen, wenn bei dem Anschlag Spieler schwer verletzt oder getötet worden wären. Um die Auswirkung der Bomben zu beobachten, sei der Verdächtige wie die Mannschaft Gast im Mannschaftshotel gewesen und habe dort am 9. April ein Zimmer mit Blick auf den Anschlagsort bezogen.

Die BVB-Aktien erholten sich am Freitag im frühen Handel um zwei Prozent. Am ersten Handelstag nach dem Anschlag war das Papier abgerutscht, schloss letztlich aber 1,7 Prozent im Plus. Die Polizei sucht indessen unbestätigten Berichten zufolge noch nach zwei Komplizen von Sergej W. Die beiden sollen den Angaben einen Leihwagen in Freudenstadt abgeholt haben – in dem dann möglicherweise die Sprengsätze nach Dortmund gebracht worden seien. Der Innenminister des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, sprach am Freitag von einem "niederträchtigen Motiv, mit hoher Kriminalität und Professionalität umgesetzt", ähnlich äußerte sich auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Die BVB-Klubführung zeigte sich über den Ermittlungserfolg erfreut. n





Schlagwörter

Anschlag, BVB, Borussia Dortmund

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Dokument erstellt am 2017-04-21 15:48:15
Letzte nderung am 2017-04-21 18:08:54



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