• vom 19.06.2017, 16:11 Uhr

Fußball

Update: 19.06.2017, 21:38 Uhr

Fußball

Und er funktioniert (noch) nicht




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Von Christian Mayr

  • Der Videobeweis brachte beim Confed-Cup gleich zwei Fehlentscheidungen - und stiftete Verwirrung.

Gleich rasiert der Goalie aus Neuseeland mit dem Knie den russischen Stürmer weg - die Video-Schiris sahen es nicht. - © reu

Gleich rasiert der Goalie aus Neuseeland mit dem Knie den russischen Stürmer weg - die Video-Schiris sahen es nicht. © reu

Wien. Die positive Nachricht aus Russland: Alle Fußball-Puristen können befreit aufatmen, nachdem sie befürchten mussten, ihre heißgeliebten Diskussionen über Fehl- und richtige Entscheidungen würde durch die quasi Absolutheit des neuen Videobeweises wegfallen. Die schlechte Nachricht aus Russland: Das Auftakt-Wochenende beim Confed-Cup hat betreffend der neuen Video-Assistenten die Diskussionen erst recht befeuert, die nun aber zusehend diese tiefgreifende Novelle im Regelwerk ins Visier nimmt. Denn statt Klarheit stiftete der Videobeweis - wie befürchtet - Chaos und Verwirrung und brachte obendrein das Kunststück zusammen, zwei Fehlentscheidungen zu fabrizieren.

Klarer Elfmeter übersehen: Beim Auftakt-Match am Samstag zwischen Russland und Neuseeland (2:0) warteten die Fans vergeblich auf Hilfe von außen: In der 15. Minute kam der russische Angreifer Dmitri Poloz im Strafraum zu Fall - von Schwalbe bis Elfmeter schien zunächst alles möglich. Schiedsrichter Wilmar Roldán aus Kolumbien dürfte sich gedacht haben, die unklare Sachlage lieber von den Kollegen vor den vielen Bildschirmen entscheiden zu lassen - doch diese meldeten sich nicht bei ihm. Ein krasses Fehlurteil. Denn die Superzeitlupe zeigte sehr deutlich, dass der Russe vom Knie des neuseeländischen Goalies Stefan Marinovic zu Fall gebracht wurde. Dass dies gleich von sechs - eigentlich - geschulten Augen der Video-Assistenten übersehen werden konnte, ist unverständlich. "Absurd", nannte es denn auch Herbert Prohaska im ORF.

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Abseits richtig - Methode zweifelhaft: Auch im zweiten Spiel des Turniers zwischen Portugal und Mexiko (2:2) brachten sich die Video-Assistenten in den Mittelpunkt. In Minute 21 wurde der Führungstreffer der Europameister von Néstor Pitana aus Argentinien nicht anerkannt, nachdem ihn die Referees mit dem Kamerablick per Funk auf eine Abseitsstellung von Pepe hingewiesen hatten.

Diese Entscheidung geht zwar an sich in Ordnung, dennoch ist sie nicht unproblematisch. Denn das Abseits war nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Torschuss gegeben, sondern schon zwei Spielszenen zuvor. Womit die Frage erlaubt ist, wie weit man denn künftig in der Entstehungsgeschichte eines Treffers zurückblicken und eine etwaige Regelwidrigkeit prüfen darf? Eigentlich hatten die Fifa-Regelhüter nur Szenen "unmittelbar" vor Toren beziehungsweise "spielrelevante Szenen" für den Videobeweis zugelassen. Man muss sich also durchaus darauf einstellen, dass der Einsatz dieses "Nachschauens" Ermessenssache ist.

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Schlagwörter

Fußball, Videobeweis, Confed-Cup

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-19 16:14:12
Letzte nderung am 2017-06-19 21:38:05



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