• vom 29.08.2017, 16:01 Uhr

Fußball

Update: 30.08.2017, 14:00 Uhr

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Ruhe vor dem Insel-Sturm




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  • Marcel Koller will potenzielle Transferhektik im Teamcamp vor dem Wales-Match eindämmen.

Koller vom Regen in die Traufe: Gegen Wales braucht es drei Punkte, sonst ist der WM-Zug weg.

Koller vom Regen in die Traufe: Gegen Wales braucht es drei Punkte, sonst ist der WM-Zug weg.© apa Koller vom Regen in die Traufe: Gegen Wales braucht es drei Punkte, sonst ist der WM-Zug weg.© apa

Wien. Das hektische Treiben in der Endphase der Transferzeit könnte auch auf die österreichische Fußball-Nationalmannschaft Auswirkungen haben. Bei Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic etwa ist aufgrund der unbefriedigenden Situation in Leverkusen ein Vereinswechsel bis zur Deadline am Donnerstag nicht ausgeschlossen. Die Aussicht auf Last-Minute-Vertragsgespräche von Schlüsselspielern just in der heißen Vorbereitungsphase auf das entscheidende WM-Qualifikationsmatch am Samstag in Cardiff gegen Wales (20.45 Uhr/ORFeins) sorgt bei Teamchef Marcel Koller jedenfalls für keine große Begeisterung. "Jetzt gilt es, den Fokus auf das Nationalteam zu legen. Aber wenn ein Spieler kommt, muss man sich zusammensetzen", sagte der Schweizer am Dienstag in Wien.

Kurzfristigen Ausflügen von wechselwilligen Kickern zu medizinischen Tests erteilte der Nationaltrainer aber quasi eine Absage. "Das Schlechteste ist, wenn ein Spieler weggeht, das können wir nicht verantworten. Man kann die Untersuchungen auch in Wien machen."

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Selbst wenn durch einen Transfer die WM-Qualifikations-Vorbereitung des betroffenen Akteurs leiden sollte - langfristig könnte die ÖFB-Auswahl davon profitieren, sofern dann vermehrte Spielpraxis die Folge ist. Die blieb Baumgartlinger und Dragovic in den vergangenen Wochen weitgehend verwehrt, was Koller jedoch nicht überbewerten wollte. Denn mangelnde Einsatzzeiten änderten nichts an der prinzipiellen Qualität der Spieler, betonte der 56-Jährige. "Wir wissen, dass sie alle Fußball spielen können, und sie selbst wissen es auch. Und sie sind im Trainingsbetrieb. Wir haben Vertrauen in sie." Das ÖFB-Camp sei der richtige Ort, um Sorgen beim Klub vorläufig vergessen zu können - wiewohl das Wort "Wohlfühloase" seit der verpatzten EM 2016 niemand mehr bemühen will. Dennoch: "Es ist wichtig, dass sie das bei uns auf die Seite legen. Man darf sich davon nicht verrückt machen lassen", meinte Koller.

Anders als vor dem Irland-Match im Juni (1:1), als sich der Teamchef zu einer Wutrede gegen unmotivierte Kicker hinreißen hat lassen, gab sich der Schweizer nun betont gelassen - möglicherweise deshalb, weil er seine Truppe wieder im Aufwärtstrend sieht. "Wir haben Junge dazugenommen, es ist eine größere Konkurrenzsituation entstanden. Man muss in die Zukunft schauen, und ich glaube, da schaut es nicht schlecht aus für unsere Mannschaft." In der laufenden WM-Qualifikation für Russland ist dieser Optimismus freilich nicht so ganz berechtigt: Als derzeit Gruppenvierter bei je vier Punkten Rückstand auf das Top-Duo Serbien und Irland hilft der ÖFB-Auswahl in Wales nur ein Sieg weiter - dasselbe gilt übrigens für die punktegleichen Drachen. Mit einem Remis würden sich wohl beide Euro-Teilnehmer aus dem Rennen um die Sonnenplätze der Gruppe D nehmen.

Nach dem Ausfall von Regisseur Zlatko Junuzovic muss Koller auch noch danach trachten, den einberufenen 23-Mann-Kader fit zu bekommen. Diesbezüglich gibt es mit Marcel Sabitzer, Guido Burgstaller (beide Innenfuß-Probleme) und Maximilian Wöber (Adduktorenschmerzen) derzeit noch drei Sorgenkinder. Das Trio sollte aber schon am Mittwoch wieder voll einsteigen können.

"Bale kollektiv stoppen"
Gesetzt in der Abwehr ist indes Martin Hinteregger, der bisher in der WM-Qualifikation sowohl defensiv als auch offensiv (Treffer gegen Georgien und Irland) überzeugen konnte. Er bekommt es am Samstag mit einem der gefürchtetsten Offensivspieler der Welt zu tun - Wales-Topstar Gareth Bale, der schon so manche hochkarätige Defensivreihe durcheinanderwirbelte. Hinteregger ist sich der Qualität des
100-Millionen-Euro-Stürmers von Real Madrid bewusst. "Es ist extrem schwierig, ihn in den Griff zu bekommen. Alleine wird es keiner schaffen, wir müssen es als Kollektiv schaffen", erklärte der Augsburg-Legionär.

Ob dies in einer Dreier- oder Viererkette gelingen soll, scheint derzeit offen. Hinteregger steht beiden Varianten aufgeschlossen gegenüber. "Ich fühle mich links hinten in der Viererkette und in der Dreierkette wohl und bin happy, wenn ich überhaupt spiele." Der Ex-Salzburger war in der laufenden WM-Qualifikation schon in beiden Positionen im Einsatz. "Für mich macht das keinen Unterschied."

Mindestens ebenso entscheidend wie das System dürfte sein, wie sich die Österreicher mit der rustikalen Spielweise der Waliser zurechtfinden werden. "Wir müssen die Härte annehmen. Wir sind spielerisch besser und dürfen nicht viele hohe Bälle spielen", forderte Hinteregger.




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Dokument erstellt am 2017-08-29 16:06:06
Letzte nderung am 2017-08-30 14:00:05



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