• vom 31.08.2017, 21:02 Uhr

Fußball


Fußball-WM

Zusammenspielen seit 1876









  • In Wales hat Fußball eine lange Tradition. International erfolgreich war man aber bisher nur selten.

Bei Fußball- wie Rugby-Fans zählt das walisische Nationaltier, der Drache, zum Standardrepertoire.

Bei Fußball- wie Rugby-Fans zählt das walisische Nationaltier, der Drache, zum Standardrepertoire.© afp Bei Fußball- wie Rugby-Fans zählt das walisische Nationaltier, der Drache, zum Standardrepertoire.© afp

Cardiff/Wien. (rel) "Gorau Chwarae Cyd Chwarae." Wer in der walisischen Fußball-Nationalmannschaft anheuern will, kommt auch heute um diesen Satz nicht herum. Was im ersten Moment nach einem Röcheln klingt, können die Spieler und Fans der Dragons quasi im Schlaf aufsagen - und das immerhin seit 1876, also jenem Jahr, in dem sich der Fußball auf der westbritischen Halbinsel mannschaftlich konstituierte und man den Wahlspruch "Am besten spielen - zusammenspielen" auf das vereinseigene Wappen schreiben ließ. Wales oder Cymru, wie das kleine Land im Schatten Englands von den Einheimischen genannt wird, zählt damit zu den ältesten Fußballnationen der Welt. Noch länger gepflegt - seit 1850 - wird hier lediglich Rugby, das als Nationalsport gilt und daher gesellschaftlich noch stärker verankert ist als der Fußball.

Was möglicherweise auch daran liegen mag, dass die Kicker, die am 25. März 1876 gegen Schottland ihr Debüt feierten (und mit 0:4 untergingen), im Vergleich zur Welsh Rugby Union ein Zwerg geblieben sind. Während das Rugby-Nationalteam zu den Top Ten der Welt gehört und beim Turnier der Six Nations mit 33 Siegen die zweiterfolgreichste Mannschaft ist, waren die Drachen bei internationalen Großereignissen bisher stets in der Qualifikationsphase gescheitert. Einzig bei der WM 1958 in Schweden sowie bei der EM 2016 in Frankreich hatte das Land den Sprung in die Endrunde geschafft - und in beiden Fällen für handfeste Überraschungen gesorgt.

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Während der sensationelle Einzug der Waliser ins Halbfinale der Vorjahres-EM, als man am späteren Europameister Portugal scheiterte, noch in frischer Erinnerung ist, ist das Fußballmärchen von 1958 hingegen - WM-Viertelfinale und Gesamtrang sechs - nur älteren Semestern und eingefleischten Fans ein Begriff. Nicht nur hatte das Team von Trainer Jimmy Murphy im direkten Duell starke Teams wie Gastgeber Schweden (0:0) und Mexiko (1:1) auf Distanz gehalten, sondern auch Vize-Weltmeister Ungarn im Spiel um den zweiten Gruppenplatz (und damit um das Viertelfinalticket) sensationell 2:1 geschlagen. Dass man Brasilien, das sich bereits in der Gruppenphase mit 3:0 gegen Österreich durchgesetzt hatte und in der Folge auch den Titel sicherte, knapp (0:1) unterlag, tat dem Jubel rund um die neuen Stars Ivor Allchurch und Terry Medwin keinen Abbruch. Die Medien überschlugen sich in Lobeshymnen, die BBC wiederum - England war in der Gruppenphase gescheitert - sprach sogar von einem "WM-Schock".

Gareth Bale auf Rekordjagd
Die Chancen, dass Wales dieses Kunststück wiederholen und 60 Jahre nach seinem letzten WM-Auftritt zum Turnier nach Russland fahren kann, sind erneut gegeben. Derzeit liegt das Land mit acht Punkten in der Qualifikation gemeinsam mit Österreich gleichauf, weswegen das direkte Duell am Samstag (20.45 Uhr/ORFeins) durchaus so etwas wie eine Vorentscheidung bringen könnte. Bei den bisher einzigen Begegnungen in einer WM-Qualifikationsphase hatte Österreich 2005 und 2016 gegen Wales nie verloren, allerdings fehlte den Drachen damals ein Ausnahmekönner wie Gareth Bale. Für das Spiel in Cardiff ist der zuletzt gesperrt gewesene Real-Madrid-Star fix im Kader vorgesehen. Dabei könnte Bale seine Mannschaft nicht nur ein Stück in Richtung WM-Qualifikation schießen, sondern auch zum nationalen Rekordschützen aufsteigen. Denn um die Bestmarke von Ian Rush (28 Tore) einzustellen, genügen zwei Treffer. Das Motto zum Vorhaben bleibt dasselbe: "Gorau Chwarae Cyd Chwarae."




Schlagwörter

Fußball-WM, Wales, Geschichte

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-31 16:27:06
Letzte nderung am 2017-08-31 18:40:45



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