• vom 06.09.2017, 16:51 Uhr

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Update: 07.09.2017, 11:08 Uhr

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Herzog ante portas




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  • WM-Qualifikation: Die Teamspieler treten für Marcel Koller ein, aber im ÖFB wird Teamlegende Andreas Herzog als Nachfolger forciert.

Vor genau 20 Jahren erzielte Andreas Herzog sein schönstesund wichtigstes Tor für den ÖFB - beim 1:0-Heimsieg gegen Schweden in derWM-Qualifikation.

Vor genau 20 Jahren erzielte Andreas Herzog sein schönstesund wichtigstes Tor für den ÖFB - beim 1:0-Heimsieg gegen Schweden in derWM-Qualifikation.© APA, Hans Techt Vor genau 20 Jahren erzielte Andreas Herzog sein schönstesund wichtigstes Tor für den ÖFB - beim 1:0-Heimsieg gegen Schweden in derWM-Qualifikation.© APA, Hans Techt

Wien. (may) Mit einer WM-Teilnahme wird es für das österreichische Nationalteam nach dem 1:1 gegen Georgien definitiv wieder nichts - womit Frankreich 1998 der bis dato letzte Auftritt auf der größten Fußball-Bühne bleiben wird. Maßgeblich verantwortlich für den damaligen Erfolg war Rekord-Teamspieler (103 Einsätze) Andreas Herzog, dessen Traumtor ins Kreuzeck zum entscheidenden 1:0-Sieg gegen Schweden sich am Mittwoch zum 20. Mal jährte. Tags zuvor saß er im Ernst-Happel-Stadion und sah seinen Nachfolgern auf dem Rasen auf die Beine - und vielleicht auch seinem Vorgänger auf dem Trainersessel. Denn im ÖFB gilt es als offenes Geheimnis, dass der 48-jährige Wiener Marcel Koller, dessen Vertrag bekanntlich ausläuft und der wohl nicht mehr verlängert wird, beerben soll.

Zunächst aber gilt es die lange Zeit Erfolgsära von Koller zu beenden, möglicherweise schon vor den ausstehenden Partien gegen Serbien und Moldawien (6. und 9.Oktober). Die Entscheidung wird in den kommenden Tagen in einem Gespräch zwischen Koller, ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner fallen. "Ich denke schon, dass es noch vor den Oktober-Spielen Klarheit gibt", bestätigte Koller. Über die Ergebnisse dieser Unterredung wird Windtner am 15.September im Rahmen einer ÖFB-Präsidiumssitzung berichten. Zwar wäre Herzog als derzeit arbeitsloser Trainer, der aber noch bis November auf der Payroll des US-Verbandes steht, einer der wenigen Top-Trainer, die dann schon zur Verfügung stünden - wahrscheinlicher aber ist eine Interimslösung mit Ruttensteiner auf der Trainerbank wie schon 2011 nach dem Rücktritt von Didi Constantini. Herzog würde dann erst das geplante Trainingslager im November in Südeuropa leiten inklusive erstem Testspiel am 14.November in Wien (der Gegner steht nach Ende der Qualifikationsphase fest). So startete einst auch Koller als ÖFB-Teamchef.


Kein Geheimnis ist, dass Herzog bereits 2011 auf den Teamchef-Posten gespitzt hätte - nach vier Jahren als Co-Trainer im A-Team sowie später als Chefcoach der U21-Auswahl. Entschädigt wurde der Ex-Rapid- und Bremen-Star mit dem Amt des Assistenten von Jürgen Klinsmann in den USA, wo er 2013 den Gold-Cup gewann und 2014 das WM-Achtelfinale erreichte. Anfragen, ob ihn die Nachfolge von Koller nun nicht reize, schmetterte Herzog zuletzt aus Respekt vor Koller stets ab. "Diese Frage stellt sich jetzt nicht."

Auch für arrivierte Teamspieler stellt sie sich nicht, sie bezogen nach dem Georgien-Match offen Partei für ihren Teamchef. "Er hat es sich verdient, weiter unser Trainer zu sein", meinte etwa Marko Arnautovic. Ähnlich sah es Kapitän Julian Baumgartlinger: "Wir sind in der Verantwortung, ganz klar. Weil wir die Tore nicht gemacht haben und die Punkte nicht geholt haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird immer über einen Trainer diskutiert." Das anerkennt auch Windtner: "Ihre Unterstützung für Koller spricht für das gute Verhältnis zu ihm. Allerdings hätten sie es selbst in der Hand gehabt, eine prekäre Situation für den Teamchef zu vermeiden."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-06 16:57:07
Letzte nderung am 2017-09-07 11:08:32



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