• vom 14.09.2017, 08:00 Uhr

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Der stärkste Gegner zum Auftakt




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  • Mit dem AC Milan kommt ein Team mit großer Geschichte und vielen Erfolgen nach Wien.

Henrik Larsson zog Austrias Gegner. - © Claude Paris/ap

Henrik Larsson zog Austrias Gegner. © Claude Paris/ap

Wien. (sma) Am Donnerstagabend startet Austria Wien gegen den AC Milan (19 Uhr/Puls4) in die Gruppenphase der Europa League. Nach dem vorjährigen Aus nach sechs Spieltagen möchte man es diesmal besser machen und international überwintern. In der zugelosten Gruppe sicher nicht ganz unmöglich, aber von einer verpflichtenden Qualifikation für das Sechzehntelfinale kann auch nicht die Rede sein.

Beim jüngsten Europa-League-Auftritt machten die Favoritner bereits Bekanntschaft mit einer italienischen Top-Mannschaft, der AS Roma. Diesmal ist es vom Namen her noch eine Spur größer. Mit dem Mailänder Traditionsverein kommt eine Größe des Weltfußballs in das Ernst-Happel-Stadion. Der dreimalige Champions-League-Sieger und 18-fache italienische Meister verpasste zwar in den jüngsten drei Spielzeiten die internationalen Startplätze, jedoch geht es seit dem Trainerwechsel zu Vicenzo Montella im Sommer vergangenen Jahres wieder nach oben. Besitzer der Rossoneri war zu diesem Zeitpunkt noch Silvio Berlusconi. Der streitbare Politiker, der seit 1986 das Sagen hatte, veräußerte seinen Verein allerdings nach langen Verhandlungen dieses Frühjahr an die chinesische Investorengruppe Rossoneri Sport Investment Lux. Der Kaufpreis für den Klub betrug 740 Millionen Euro. Im Sommer gingen die neuen Eigentümer auf gründliche Shopping-Tour quer durch Europa und sicherten sich einige klanghafte Namen. Als Verstärkungen kamen beispielsweise Leonardo Bonucci vom aktuellen Serienmeister Juventus Turin, FC-Porto-Goalgetter André Silva, Andrea Conti von Liga-Konkurrent Atalanta wechselten ebenso in die lombardische Metropole, wie es auch Ricardo Rodríguez von Wolfsburg und Hakan Calhanoglu von Leverkusen taten. Letzterer wurde von Austria-Trainer Thorsten Fink für seine Entwicklung, die er genommen hat, gelobt. Hintergrund: Die beiden waren in der Saison 2012/13 als Trainer-Spieler-Gespann beim HSV aktiv.


Ungleiches Duell
Bis jetzt waren die Neuverpflichtungen auch ein Garant für den Erfolgslauf in den ersten sechs Pflichtspielen. Einen anderen Spieler sollte die Favoritner Abwehr ebenfalls im Auge behalten. Eigenbauspieler Patrick Cutrone traf bereits vier Mal ins Schwarze und leistete zwei Torvorlagen, ehe das siebte Spiel verloren ging. Die Violetten wollen allerdings nicht nur hinten stehen und den Gegner kommen lassen. "Wir wollen frech und mutig auftreten, um den AC Milan zu ärgern und vielleicht etwas mitnehmen, wenn es gelingt", gab sich Fink durchaus selbstbewusst. Sportdirektor Franz Wohlfahrt pflichtete dieser Aussage bei und sprach von Respekt vor dem Gegner, aber auch dem Mut, den man zeigen möchte, um die hochgesteckten Ziele in Europa zu erreichen. Möglicherweise bereitet genau die Niederlage des AC Milan vom vergangenen Sonntag Hoffnung. In Rom verloren die Mailänder bei Lazio mit 1:4. Zwar waren sie in den meisten Belangen überlegen, doch wurden die Rot-Schwarzen immer wieder in Eigenfehler getrieben. Bei der Austria hingegen funktionierte die Offensivabteilung gegen den WAC, aber an der Verteidigungsarbeit muss dringend nachgebessert werden. Bei beiden Gegentreffern herrschte Chaos, und die Zuordnung passte nicht. Dass Milan ein anderes Kaliber als der WAC ist, steht natürlich außer Zweifel, jedoch glaubt Fink, dass das genau den Reiz ausmacht. Florian Klein sieht das Spiel wie ein klassisches Cup-Duell, bei dem auch immer der Außenseiter Chancen hat, dem großen Verein ein Bein zu stellen. Ob das gelingt, davon können sich die TV-Zuseher in 50 Ländern überzeugen. Mit der richtigen Einstellung und dem geforderten Mut könnte am Schluss für den österreichischen Klub-Fußball Werbung gemacht werden.




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Dokument erstellt am 2017-09-13 17:42:12



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