• vom 19.09.2017, 16:45 Uhr

Fußball

Update: 19.09.2017, 16:57 Uhr

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Plötzlich ganz unten




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Von Christian Mayr

  • Peter Stöger und der 1. FC Köln befinden sich erstmals seit vier Jahren in einer veritablen Krise.

Köln-Trainer Peter Stöger war auch schon einmal mehr zum Lachen zumute.

Köln-Trainer Peter Stöger war auch schon einmal mehr zum Lachen zumute.© Federico Gambarini/afp/dpa Köln-Trainer Peter Stöger war auch schon einmal mehr zum Lachen zumute.© Federico Gambarini/afp/dpa

Köln/Wien. 0:1, 1:3, 0:3, 1:3, 0:5. Das ist nicht die Tippkolonne der jüngsten Toto-Runde, sondern die niederschmetternde Ergebnisliste des 1. FC Köln seit dem Bundesliga-Start Mitte August. Abgesehen vom Pokal-Auftakt in Bremerhaven ging die Truppe von Peter Stöger in jedem Pflichtspiel - inklusive dem Europacup-Comeback nach einem Vierteljahrhundert Absenz bei Arsenal - als Verlierer vom Platz. Ergibt mit einem schauderhaften Torverhältnis von 1:12 und 0 Punkten die rote Laterne in der deutschen Bundesliga. Womit sich für den 51-jährigen Wiener auf der Trainerbank der Geißböcke, der in den vergangenen fünf Jahren mit dem Meistertitel bei der Austria (2013) und dem anschließenden Wechsel zu der launischen Diva an den Rhein nur Erfolge gefeiert hat, urplötzlich eine andere Situation ergibt. Der gefeierte Held und Erfolgscoach steht vor dem Abgrund und mitten im Abstiegskampf. Noch nie in seiner mehr als vierjährigen Amtszeit bei den Kölnern hat Stöger daher einen Sieg so bitter nötig gehabt wie am Mittwochabend (18.30 Uhr) vor heimischem Publikum gegen Eintracht Frankfurt. Wobei Stöger nüchtern analysiert: "Wir werden vielleicht noch länger ganz unten drin stehen."

Warum es plötzlich heuer nicht so läuft wie früher, lässt sich nicht nur mit dem Verkauf von Topstürmer Anthony Modeste nach China erklären, der zwar 35 Millionen Euro in die Kassen gespült hat, dessen Treffer (25 Tore im Vorjahr) nun aber freilich schmerzlich abgehen; und auch die ungünstige Liga-Auslosung mit gleich drei Auswärtspartien in vier Runden greift zu kurz, denn bis auf Tabellenführer Dortmund, wo es am Sonntag ein 0:5-Debakel setzte, waren keine Kaliber darunter (Gladbach, Hamburg, Augsburg). Tatsächlich erweist sich der Kölner Sturm heuer nur mehr als laues Lüftchen, der in Dortmund erst nach 80 Minuten zur ersten Torchance kam; Modeste-Ersatz Jhon Córdoba ist lange noch nicht die erhoffte Verstärkung. Und das bisherige Herzstück der Stöger-Mannschaft, die Defensive, ist heuer ein Torso - was auch immer der Wiener bisher ausprobierte, es fruchtete nichts.

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Überzeugt von der Wende
Zu allem Überdruss verletzte sich nun auch noch DFB-Teamverteidiger Jonas Hector am Meniskus und dürfte monatelang ausfallen. Und als weiterer Erklärungsversuch für die Kölner Krise gilt, dass zu viele Leistungsträger deutlich unter ihrem bisherigen Potenzial agieren - von Marcel Risse über Leonardo Bittencourt bis zu Lukas Klünter. Doch schlagkräftiger Ersatz von der Bank ist nicht vorhanden. Womit nun die Trainerqualitäten von Stöger massiv gefragt sind. Der setzt nach außen hin vorerst auf Ruhe und stellt sich schützend vor seine gebeutelte Truppe: "Das ist eine Situation, wo du das mit positiven Ergebnissen wieder drehen kannst. Es ist schwer genug, aber durchaus machbar - schauen wir einmal, wie wir das hinbringen." Da er mit manchen Spielern seit vier Jahren zusammenarbeite und genau deren Charakter kenne, gäbe es keinen Grund, an ihnen zu zweifeln. "Ich bin überzeugt davon, dass wir da unten wieder rauskommen."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-19 16:51:07
Letzte nderung am 2017-09-19 16:57:06



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