• vom 21.09.2017, 16:00 Uhr

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Update: 21.09.2017, 18:32 Uhr

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Drei Wege führen zur Euro




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  • Die neue Uefa-Nations-League rückt näher - Tickets für die EM-Endrunde winken.

Nach der verpassten WM-Qualifikation gibt es für die ÖFB-Kicker nun eine neue Chance - oder besser: deren drei. - © Robert Jäger/apa

Nach der verpassten WM-Qualifikation gibt es für die ÖFB-Kicker nun eine neue Chance - oder besser: deren drei. © Robert Jäger/apa

Nyon. (may) Plan A, Plan B oder Plan C? Das sind - plakativ, aber völlig unpolitisch gesprochen - die drei Optionen für Österreichs Fußball-Nationalteam, sich für das nächste Großereignis zu qualifizieren. Während der Weg nach Russland zur WM 2018 bekanntlich schon versperrt ist, sind zumindest die theoretischen Chancen für die Europameisterschaft 2020 dank 24 Startplätzen ungleich besser. Vorausgesetzt, der neue, noch zu bestellende Teamchef formiert wieder eine schlagkräftige Truppe, die sich dann entweder in einer der zehn Qualifikationsgruppen (mit Platz eins oder zwei) oder in der neuen Nations League durchsetzt.

Letztere mag bisher nur wahren Fußball-Aficionados ein Begriff sein, geistert die Idee doch seit Jahren durch den Äther. Angeregt unter der Ära von Ex-Uefa-Boss Michel Platini, der sich durch diese Nationenliga eine Verbesserung gegenüber den oft trägen Testspielen erwartete, wurde nun am Mittwoch bei einer Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees das endgültige Format festgelegt. Als größter Anreiz gilt bei der Premiere sicherlich, dass sich die Gruppensieger der nach jeweiliger Spielstärke aufgeteilten Divisionen ein Direkt-Ticket für die paneuropäische EM 2020 sichern können.

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Konkret wird es vier Ligen geben - A, B, C und D. Österreich wäre momentan in der B-Klasse gemeinsam mit Russland, Nordirland, Slowakei, Schweden, Niederlande, Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Türkei, Irland, Dänemark und Ungarn. Gibt es in den zwei abschließenden WM-Qualifikationspartien im Oktober gegen Serbien und Moldawien erneut kein Erfolgserlebnis, könnte die ÖFB-Auswahl aber noch abrutschen. Dieser Plan C wäre aber gewiss kein Nachteil, denn die Idee der Uefa lautet ja, dass sich auch kleinere Nationen auf diesem Weg ein Endrunden-Ticket holen können, weil sie sich dann "nur" gegen ähnlich starke Länder durchsetzen müssen. Angesichts der Darbietungen der ÖFB-Elf in vermeintlich leichten Gruppen (bei EM- und WM-Qualifikation) sollte Taktieren aber keine Option sein. Zumal in Liga C nach derzeitigem Stand Serbien und Griechenland warten würden.

Start im September 2018
Die Topf-Einteilung erfolgt jedenfalls nach dem Uefa-Koeffizienten zum Abschluss der WM-Qualifikation (vor den Play-offs) - die Auslosung findet dann am 24. Jänner 2018 statt. Start der Nations League ist im September 2018, womit sich die eigentliche EM-Qualifikation auf das Jahr 2019 beschränkt.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der vorgesehene Modus der Nationenliga: Während Liga A und B aus je vier Untergruppen zu je drei Mannschaften bestehen, setzt sich Liga C aus einer Gruppe mit drei Teams und drei Gruppen mit je vier zusammen; Liga D umfasst dann vier Gruppen mit je vier Teilnehmern - sofern alle 55 Uefa-Mitglieder mit von der Partie sind. Nach der Gruppenphase, die im Herbst 2018 über die Bühne gehen wird (jeweils mit Hin- und Rückspiel), steigt dann im Juni 2019 das Finalturnier der A-Liga - eine Art Mini-EM: Die vier Gruppensieger spielen sich in Halbfinale und Finale den ersten Nations-League-Champion aus. In den übrigen Ligen dürfen die jeweiligen Sieger ihrer Gruppe in die höhere Klasse aufsteigen, die Schlusslichter müssen runter. Für die vier offenen EM-Tickets via Nations League wird es dann erst im März 2020, also erst drei Monate vor der Euro, ernst, wenn in separaten Play-offs die Last-Minute-Teilnehmer ermittelt werden. Dann duellieren sich die jeweiligen vier Gruppensieger einer Liga in Halbfinale und Finale um einen Startplatz. Sollte ein solcher Pool-Sieger davor schon auf normalem Weg ein Euro-Ticket gelöst haben, rückt die nächste nicht-qualifizierte Mannschaft nach. Apropos "normale EM-Qualifikation": Hierbei spielt die Nationenliga ebenfalls keine unwesentliche Rolle, weil die Ergebnisse der Gruppenphase maßgeblich für die Topfeinteilung der im März 2019 beginnenden Qualifikationsphase sind. Und ein Zuckerl gibt es noch für die vier Finalteilnehmer aus Liga A: Sie kommen in der EM-Qualifikation fix in eine der fünf Fünfergruppen, weshalb sie zwei Pflichtspiele weniger bestreiten müssen. Wobei: Weniger Fußball bringt die Nations League bestimmt nicht.




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Dokument erstellt am 2017-09-21 16:06:06
Letzte nderung am 2017-09-21 18:32:34



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