• vom 26.09.2017, 07:00 Uhr

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  • Borussia Dortmund ist derzeit die Attraktion der deutschen Bundesliga. Im Champions-League-Schlager gegen Real könnte sich allzu große Angriffslust aber rächen.

Trifft derzeit aus jeder Lage: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang.

Trifft derzeit aus jeder Lage: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang.© Bernd Thissen/dpa/ap Trifft derzeit aus jeder Lage: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang.© Bernd Thissen/dpa/ap

Dortmund. (art) Sie ist eine der imposantesten Tribünen in einem Fußballstadion, vielleicht fast so legendär wie The Kop in Liverpool: die Südtribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund. Mächtig erhebt sie sich steil über dem Spielfeld, die gelbe Wand, wie sie im Volksmund genannt wird. Am Samstag hatte man zwischenzeitlich das Gefühl, sie wäre vom Einsturz bedroht, so ausgelassen, wie die Jubelstimmung unter den Fans war. Die haben derzeit ohnehin viel Anlass zur Freude. Das 6:1 gegen völlig überforderte Mönchengladbacher war der bisherige Höhepunkt einer Entwicklung, die die Borussia-Mannschaft, in der Vorsaison noch gebeutelt von den Folgen des Sprengstoff-Anschlags auf den Mannschaftsbus und den Querelen zwischen der Vereinsführung und dem damaligen Trainer Thomas Tuchel, unter dessen Nachfolger Peter Bosz genommen hat. Momentan steht sie mit einer Bilanz von fünf Siegen, einem Remis und dem Torverhältnis von 19:1 an erster Stelle der Bundesliga-Tabelle. Am Dienstag aber wartet die größtmögliche Herausforderung auf die Borussia: Titelverteidiger Real Madrid kommt zum Champions-League-Spiel nach Dortmund.

"Das ist eine andere Größe als Gladbach", stellt Bosz lapidar fest. Und ob die Abwehr gegen Topstars à la Cristiano Ronaldo auch so stehen wird wie zuletzt in der Liga, ist fraglich - denn trotz der bisherigen Ausbeute ist diese keine Wand wie die Südtribüne. Auch Gladbach hatte einige Chancen aus Kontern, diese allerdings nicht zu Ende gespielt. Denn dass der auf Ballbesitz und eine schnelle Offensive ausgelegte Stil Bosz’ mit der hoch stehenden Verteidigung auch seine Tücken hat, musste Dortmund in dieser Saison schon einmal leidvoll erfahren: ausgerechnet in jenem Bewerb, in dem man nun auf die Madrilenen trifft. Zum Auftakt der Champions League ließ man sich von Tottenham klassisch auskontern, am Ende stand eine 1:3-Niederlage, mit der man schon nach dem ersten Spiel in Gruppe H, in der noch Apoel Nikosia wartet, unter Druck geraten ist.


"Immer ein geiles Gefühl"
Dennoch werden die Dortmunder, bei denen Ousmane Dembélé, der seinen Wechsel zum FC Barcelona unter einigem Getöse erzwungen hat, nicht mehr abgeht, ihr Auftreten auch am Dienstag nicht ändern. "Wir werden auch gegen Real nach vorne spielen können und unsere Chancen haben. Aber wir müssen sehr sorgfältig sein bei eigenem Ballbesitz, denn Ballverluste wie zwei-, dreimal gegen Gladbach wird Real ganz anders bestrafen, das ist ganz klar", sagt Sportdirektor Michael Zorc.

Hoffnung gibt den Deutschen aber die Tatsache, dass sie selbst momentan über Spieler verfügen, die aus jeder Situation ein Tor machen können. Neuzugang Maximilian Philipp etwa, den vor der Saison nur wenige auf der Rechnung hatten, machte gegen Gladbach die Treffer drei und vier in dieser Saison; Pierre-Emerick Aubameyang hält nach seinen drei Toren am Samstag nun bei acht - aus nur sechs Spielen. Ein weiterer Aspekt, der Dortmund auch von einem Sieg gegen Real träumen lässt, ist die Tatsache, dass die Madrilenen momentan etwas außer Tritt scheinen. Zwar gab es zum Champions-League-Auftakt einen ungefährdeten 3:0-Erfolg gegen Nikosia und in der Primera División am Wochenende einen 2:1-Pflichtsieg gegen das Tabellenschlusslicht Alavés, in der Tabelle liegt man derzeit aber nur auf dem fünften Rang - nach sechs Runden fehlen sieben Zähler auf den FC Barcelona.

Auch die Bilanz spricht nicht gegen die Borussen: In den vergangenen fünf Jahren, in denen das Duell gewissermaßen zum Dauerbrenner in der Champions League avanciert ist, gab es aus ihrer Sicht je drei Siege und Remis bei nur zwei Niederlagen. Julian Weigl, dem am Samstag ebenfalls ein Tor gelang, meint: "Es ist immer ein geiles Gefühl, gegen Real Madrid zu spielen." Noch spezieller wird es, wenn die gelbe Wand wieder bebt.




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Dokument erstellt am 2017-09-25 16:24:06



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