• vom 27.09.2017, 07:00 Uhr

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OM, Kultklub mit bewegter Geschichte




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  • Europa League: Salzburg empfängt am Donnerstag mit Olympique Marseille den ersten Champions-League-Gewinner.

Salzburg. Mit Olympique Marseille trifft Salzburg am Donnerstag (19 Uhr) auf den großen Namen von Europa-League-Gruppe I: OM ist der französische Traditionsklub schlechthin, neunfacher Meister und der bisher einzige Champions-League-Sieger des Landes, zugleich der erste Königsklassen-Gewinner überhaupt. Derzeit tut man sich jedoch gegen die schwerreiche Konkurrenz wie PSG und Monaco selbst unter amerikanischer Investoren-Flagge schwer.

1899 gegründet, ist Olympique Marseille stark in der Hafenstadt verankert. Und ist mit seiner ebenso lebendigen wie gefürchteten Fanszene zugleich Sinnbild für die mit fast 900.000 Einwohnern zweitgrößte Metropole Frankreichs: geschäftig, laut, schnell und teilweise kriminell. Berüchtigt sind die Verflechtungen des Vereins mit der lokalen Politik und dem organisierten Verbrechen.

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Alles andere als sauber waren auch die glorreichen Zeiten der frühen 1990er Jahre, als Marseille 1991 (Final-Niederlage gegen Roter Stern Belgrad) und 1993 (Sieg gegen AC Milan) im Endspiel um den wichtigsten Pokal im europäischen Klubfußball stand. Damals war Marseille in Europa eine der größten Nummern und in Frankreich auch dank der Tormaschine Jean-Pierre Papin das Maß aller Dinge. Zwischen 1989 und 1992 hieß der Meister vier Mal in Folge Marseille. Der Erfolgsrun war untrennbar verbunden mit dem Namen von Vereinspräsident Bernard Tapie (1986 bis 1994), genauso allerdings auch der zwischenzeitliche Absturz.

Eigentümer mit hohen Zielen
1993 schoss sich OM wieder zum Titel, es folgte jedoch der große Knall - dem früheren Adidas-Besitzer Tapie wurde nachgewiesen, dass er ein Spiel gegen Valenciennes gekauft hatte. Olympique wurde der Titel aberkannt, ein Jahr später wurde der Klub in die zweite Liga verbannt. Tapie wanderte dafür 1997 ins Gefängnis. Tapie, dessen Krebserkrankung erst diese Woche öffentlich wurde, ist längst Geschichte. Einer seiner Nachfolger, Robert Louis-Dreyfus, versuchte sich mit wechselndem Glück. Mitte der 90er Jahre fast bankrott, fand der beliebteste Klub des Landes zumindest den Weg zurück ins nationale Spitzenfeld, die Ausbeute blieb mit dem Uefa-Cup-Finale 2004 und einem Meistertitel (2010) aber recht mager - dafür drehte sich das Trainerkarussell umso schneller. Im Oktober 2016 übernahm Frank McCourt, US-Unternehmer und einst Besitzer der Baseball-Mannschaft Los Angeles Dodgers, die Anteile der Mehrheitsaktionärin und Dreyfus-Witwe Margarita. Und McCourt setzte sich nur die höchsten Ziele. Der heuer 64-Jährige krempelte den Verein um: Jacques-Henri Eyraud wurde Präsident, Rudi Garcia neuer Trainer, und der ehemalige spanische Teamgoalie Andoni Zubizarreta übernahm das Amt des Sportdirektors. McCourt versprach, in vier Jahren 200 Millionen Euro zu investieren. Im Winter holte man etwa Frankreichs EM-Helden Dimitri Payet. Im Vergleich zur Saison davor (13.) war mit Platz 5 ein Aufwärtstrend nicht von der Hand zu weisen. Für das erklärte Ziel McCourts, in die Champions League zurückzukehren und also mindestens einen Top-Drei-Platz zu holen, reicht das derzeit aber noch nicht. Und daher heißt der Gegner nun eben Salzburg und nicht etwa Bayern.




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Dokument erstellt am 2017-09-26 16:48:03



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