• vom 28.09.2017, 07:30 Uhr

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Update: 28.09.2017, 14:54 Uhr

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Der Tiger beißt wieder




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Von WZ-Korrespondent Ferry Batzoglou

  • Austrias Europa-League-Gegner AEK Athen befindet sich derzeit im sportlichen Höhenflug.

Lazaros Christodoulopoulos (l.) ist der Mann der Stunde bei AEK.

Lazaros Christodoulopoulos (l.) ist der Mann der Stunde bei AEK.© Darko Blandic/ap Lazaros Christodoulopoulos (l.) ist der Mann der Stunde bei AEK.© Darko Blandic/ap

Athen. Stolperfrei können selbst seine Landsleute seinen Nachnamen kaum aussprechen. Das müssen sie aber auch gar nicht. Lazaros Christodoulopoulos, 30, offensiver Mittelfeldakteur, Nordgrieche, Nationalspieler, Ex-Italien-Legionär, nennen alle einfach nur mit seinem Vornamen: Lazaros. Und Lazaros ist in den Tagen vor AEK Athens Europa-League-Treffen mit der Austria am Donnerstag (21.05 MESZ) im trotz der chronischen Wirtschaftskrise weiter fußballverrückten Hellas der Mann der Stunde. Denn mit zwei Treffern in der Schlussphase drehte er am Sonntag im Athener Olympiastadion das Derby in der Super League zwischen seinem Verein AEK Athen und Serienmeister Olympiakos Piräus. "Ein Epos" sei dies gewesen, "unglaublich", "ein historischer Sieg", schrieb die griechische Sportpresse über den verdienten 3:2-Erfolg der Gelb-Schwarzen über den so lange schier übermächtigen Gegner aus der Hafenstadt in höchsten Tönen.

So lange schien Piräus für AEK übermächtig, weil es gerade erst sportlich sehr bittere Jahre hinter sich gelassen hat. Die ominöse "Stunde Null" schlug im Oktober 2013. AEK Athen, elf Mal Meister, 15 Mal Pokalsieger, häufig vertreten im Europapokal, landesweit etwa zwei Millionen Anhänger, trat damals zur Saisonpremiere bei Mandraikos an. "Wie bitte, Mandraikos?", fragten sich viele Fans damals. Sie kannten den Klub aus dem Athener Westen einfach nicht. Kein Wunder. Die Mandraikos-Kicker gingen damals in der dritten Liga auf Torejagd, eine in jener Saison aus sechs Gruppen mit 92 Vereinen bestehende Amateurliga.


Absturz in die dritte Liga
Wie es dazu kam, dass sich der Traditionsklub dort wiederfand: Nachdem zum Ausklang der vorangegangenen Spielzeit der erstmalige AEK-Abstieg in die zweite Liga "das schwärzeste Kapitel der Klubgeschichte" markiert hatte, hatten die Klubverantwortlichen einen radikalen Entschluss gefasst: die sofortige Insolvenz, verbunden mit dem schmerzlichen Gang in die dritte Liga. Nur so könne sich AEK, so die Begründung, kurzerhand fast der Hälfte seiner Schulden von knapp vierzig Millionen Euro entledigen. Nur so werde auch die sportliche "Wiedergeburt" von AEK ihren Anfang nehmen. Sie behielten recht. AEK Athen stieg zwei Mal in Folge auf. Im Sommer 2015 feierte man die Rückkehr ins Oberhaus.

Das Ruder hatte im Sommer 2013 der "Tiger" übernommen, wie die AEK-Anhänger ihn liebevoll nennen: Dimitris Melissanidis. Er ist 65 Jahre alt und zählt laut Forbes-Liste 2015 mit einem Vermögen von 3,4 Milliarden Dollar zu den 500 reichsten Menschen der Welt. Schon in den Neunzigern führte der Pontosgrieche, selbst ein glühender AEK-Anhänger, an der Klubspitze die Gelb-Schwarzen zum bisher letzten Meistertitel. Daran will er nun anknüpfen. Nicht erst seit dem Derby-Erfolg befindet sich der hellenische Traditionsklub in der 16 Vereine umfassenden Super League im Höhenflug. Nach fünf Runden führt AEK Athen mit 13 Punkten und einer Torbilanz von 10:2 die Tabelle souverän an. In Anspielung auf AEKs starken Mann jubeln die Fans nun in mediterraner Ausgelassenheit: "Der gelb-schwarze Tiger beißt wieder." Was die Freude im AEK-Lager zusätzlich befeuert: Champions-League-Gruppenteilnehmer Olympiakos Piräus ist mit lediglich acht Punkten auf Platz vier in der Liga zurückgefallen. Ferner steckt Panathinaikos, ein weiterer Erzrivale, mit nur drei Zählern in einer tiefen Krise.

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Dokument erstellt am 2017-09-27 16:36:13
Letzte nderung am 2017-09-28 14:54:04



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