• vom 27.09.2017, 17:34 Uhr

Fußball

Update: 27.09.2017, 19:18 Uhr

Champions League

Schwarzer Tag für die Deutschen




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  • Für RB Leipzig ging in Istanbul nicht nur das Licht aus, Dortmund hadert mit schwächelnder Offensive - und Defensive.

RB Leipzig kassierte gegen Be ikta eine 0:2-Niederlage. Von den türkischen Fans setzte es Pfiffe.ap

RB Leipzig kassierte gegen Be ikta eine 0:2-Niederlage. Von den türkischen Fans setzte es Pfiffe.ap

Dortmund/Istanbul. Nicht nur symbolisch ging für Champions-League-Neuling Leipzig am Dienstag das Licht aus. Die zehnminütige Teilverdunklung während der zweiten Hälfte gegen Beşiktaş Istanbul war freilich das geringste Problem der Deutschen, die beim 0:2 in der Türkei "brutales Lehrgeld" zahlten, wie Trainer Ralph Hasenhüttl nach der Niederlage im zweiten Spiel der Königsklasse (Mittwochspiele nach Redaktionsschluss) betonte. "Auf so eine Atmosphäre zu treffen, war für den einen oder anderen zu viel."

So wirkte sein Team bereits in der ersten Hälfte überfordert, die frühe Führung der Gastgeber durch Ryan Babel (11.) tat ihr Übriges. Und auch die ohrenbetäubenden Pfiffe bei jedem Ballkontakt der Gäste hinterließen Spuren. Von der aggressiven Spielweise aus der deutschen Bundesliga war nichts zu sehen. "Man spielt nicht jedes Wochenende vor einer Kulisse, wo man auf fünf Metern nichts mehr hört", betonte ÖFB-Teamkicker Stefan Ilsanker.

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Besserung trat erst nach dem Seitenwechsel ein. Just als Leipzig zu erstarken schien, verweigerte das Fluchtlicht dann für zehn Minuten den Dienst - und sorgte für Verschwörungstheorien. "In unserer Druckphase geht zufällig das Licht aus. Ich will keinem etwas unterstellen, aber die Gegenspieler konnten ausrasten, das hat es uns nicht leichter gemacht", sagte Ilsanker bei Sky. Hasenhüttl schöpfte zumindest aus den zweiten 45 Minuten Hoffnung. "Ich bin froh, dass wir in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt haben", erklärte der 50-Jährige.

Der Österreicher gewann offenbar auch tiefe Einblicke in die mentale Verfassung seiner Kicker. "Für mich ist es als Trainer wichtig zu sehen, auf wen ich mich in solchen Momenten verlassen kann, wer steht trotzdem seinen Mann und ist bereit, sich dagegen zu wehren, was da auf dem Feld abgeht?" fragte Hasenhüttl. Bei einigen Spielern sei das nicht so gewesen, aus welchen Gründen auch immer. Mit nur einem Punkt aus zwei Partien steht Leipzig jedenfalls schon unter Druck. Noch ist für Leipzig in Gruppe G der Zug aber nicht ganz abgefahren. Porto überraschte beim Halbfinalisten der Vorsaison, AS Monaco, mit einem 3:0, hat als aktueller Zweiter (3) nur zwei Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht.

Bitter endete der Abend wiederum für Dortmund, das nach dem 1:3 gegen Real Madrid vor dem Aus steht. In der Bundesliga Tabellenführer, wurden der Borussia von Titelverteidiger Real die Grenzen aufgezeigt. "Ein großartiges Spiel von Beginn bis zum Ende. Eine spektakuläre, brillante Partie", attestierte Madrid-Coach Zinédine Zidane seiner Truppe, die im Gegensatz zum BVB in der heimischen Meisterschaft einen Fehlstart erwischt hat. Mittelfeldmann Toni Kroos erinnerte daran, dass man durchaus öfter hätte treffen können: "Taktisch waren wir gut, offensiv nicht", bilanzierte er. "Wir hatten sieben bis acht Torchancen, daran müssen wir arbeiten."

Zidane bestätigte, dass der BVB für ihn ein offenes Buch war. "Wir haben die Borussia sehr genau beobachtet. Sie haben gespielt wie üblich zu Hause: sehr offen", berichtete er: "Sie haben gedacht, dass wir damit Schwierigkeiten bekommen könnten. Aber wir haben uns sehr gut darauf eingestellt." Und mit Cristiano Ronaldo, zuletzt schon wegen angeblicher Ladehemmung kritisiert, einen eiskalten Stürmer, der im zweiten Spiel den zweiten Doppelpack machte.

Dortmund-Coach Peter Bosz: "Haben schlecht verteidigt"
Dortmund-Coach Peter Bosz, der nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 von einer defensiven Vierer- auf eine Dreierkette umstellte und volles Risiko ging, sah nicht die falsche Taktik als Ursache, sondern die unzureichende Umsetzung. "Wir haben sehr schlecht verteidigt", sagte der Niederländer nach der zweiten Niederlage in Folge, die das Weiterkommen schon jetzt akut bedroht. "Wenn man spielen will wie wir, muss man Druck machen. Wir kamen überall zu spät. Das war nicht das Dortmund-Niveau."




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Dokument erstellt am 2017-09-27 17:39:05
Letzte nderung am 2017-09-27 19:18:04



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