• vom 27.09.2017, 22:44 Uhr

Fußball

Update: 28.09.2017, 07:33 Uhr

Champions League

Turbo-Start mit Folgen




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  • PSG fertigt CL-Schwergewicht Bayern München 3:0 ab. Auch dank eines Blitztores nach 87 Sekunden.

PSG-Stürmer Edinson Cavani war neben Kylian Mbappé und Neymar der Star des Abends. - © ap/Ena

PSG-Stürmer Edinson Cavani war neben Kylian Mbappé und Neymar der Star des Abends. © ap/Ena

Paris. (rel) "Geld schießt keine Tore. Aber Geld kauft Spieler, die Tore schießen." Für Mats Hummels, Verteidiger beim FC Bayern, war die Sache vor Anpfiff des Champions-League-Schlagers gegen Paris St. Germain am Mittwoch klar. Es würde nicht leicht werden für die Gäste aus München. Und das vorrangig wegen drei Herren: Kylian Mbappé, Neymar und Edinson Cavani. Obwohl davon, dass das Trio den FC Bayern vor sich hertreiben würde, war nicht auszugehen gewesen, brachte doch der deutsche Rekordmeister einiges mehr Europacup-Erfahrung in den Prinzenpark mit. Zudem hing wegen des Elfmeter-Streits zwischen Neymar und Cavani bei den Franzosen der Haussegen schief. Kurz: Von einem ausgeglichenen Spiel war die Rede. "Es ist ohne Frage ein Prestigespiel", betonte daher Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und kündigte an, dass sein Team "etwas mitzunehmen", also punkten, werde. Allein, er sollte bitter enttäuscht werden.

Das lag zunächst daran, dass die Gastgeber vor 45.000 heimischen Zuschauern einen ordentlichen Turbo-Start hinlegten. 87 Sekunden waren gespielt, da zappelte das Leder auch schon im Netz von Bayern-Torhüter Sven Ulreich. Was war da nur los? Neymar dürfte die 222 Millionen, die PSG für den Brasilianer hingeblättert hatte, tatsächlich wert sein. Erst ließ er zwei Bayern-Spieler aussteigen, dann schob er den Ball quer durch den Strafraum - direkt vor die Füße des freistehenden Dani Alves, der nur einnetzen musste. Gut gemacht von Neymar, dafür sah der wiedergenesene David Alaba, der die linke Seite gänzlich offenließ, bei der Aktion nicht top aus. Wie auch der Rest der Mannschaft, die zunächst nicht in die Partie fand. Es spielten nur die Franzosen.


Das änderte sich nach 15 Minuten. Erst verfehlte James Rodríguez aus 20 Metern Entfernung nur knapp das Tor (17. Minute), dann scheiterte Robert Lewandowski an PSG-Torwart Alphonse Areola per Kopf (20.). Allerdings kamen Neymar und Co. dem Bayern-Tor wiederholt gefährlich nahe - sehr gefährlich. Zwar agierten die Gäste brav offensiv, nur entstanden dadurch in der Defensive freie Räume. Damit war das 2:0 eine Frage der Zeit. Und schön war der Treffer, eingeleitet diesmal von Mbappé, obendrein. Cavani nahm den am 16er aufgelegten Ball gern an und verstaute ihn sicher unter der Latte (31.). Die Hintermannschaft der Bayern wackelte jetzt ordentlich, Mbappé, Neymar und Cavani machten, was sie wollten. Dass es - nach Schuss von Cavani (38.) - nicht 3:0 stand, war da noch Bayerns Glück.

Dafür hatte Neymar dieses 3:0 nach Wiederanpfiff am Fuß. Quasi allein standen Mbappé und er vor dem Tor der Münchner - von nur zwei Mann attackiert -, allerdings überließ der Franzose, obwohl er hätte schießen können, das Leder Neymar, der es aber nicht im Kasten unterbrachte (50.). Das Duo machte den Schnitzer wieder gut. Und wie: Mbappé tanzte rechts in den Strafraum, foppte erst Alaba, indem er einen Schuss andeutete, um dann erneut abzudrücken und den Ball gegen Javi Martinez zu lenken. Dort war Neymar zur Stelle, schaltete schnell und versenkte den Abpraller im Tor (63.). So macht man das.

Brenzlig wurde es für die Gastgeber nur einmal, als Lewandowski - von Alves im Strafraum angerempelt - auf Elfmeter plädierte, aber vom Referee eine Abfuhr erhielt (68.). Für den Polen und seine Mitstreiter wurde das an diesem Abend nichts mehr. PSG hat diese Begegnung verdient gewonnen. Und auch Hummels lag richtig: Neymar und Co. sind ihr Geld wert. Ein echter Trost ist das aber gewiss nicht.




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Dokument erstellt am 2017-09-27 22:51:06
Letzte nderung am 2017-09-28 07:33:28



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