• vom 28.09.2017, 13:02 Uhr

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Update: 28.09.2017, 21:39 Uhr

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  • Nach einem Meistertitel und dem 0:3 gegen Paris ist Carlo Ancelotti bei Bayern Geschichte.

Carlo Ancelotti muss gehen.

Carlo Ancelotti muss gehen.© Charles Platiau/Reuters Carlo Ancelotti muss gehen.© Charles Platiau/Reuters

Paris. (art) Der Anfang seiner Amtszeit war lange geplant gewesen, das Ende ging dann ganz schnell. Unmittelbar nach dem 0:3 im Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain am Mittwochabend, der höchsten Niederlage des FC Bayern in 21 Jahren in diesem Bewerb, hatte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Münchner, von einem Auftritt geredet, über den es "zu sprechen" gelte, den es "zu analysieren" gelte - "und aus dem wir Konsequenzen in Klartextform ziehen müssen". Die angekündigte Analyse dauerte dann offenbar nicht lange, dafür wurden umso rascher die Konsequenzen gezogen: Nur kurz nach der Landung des Fliegers in München war die Ära von Trainer Carlo Ancelotti besiegelt. Am Nachmittag bestätigten die Bayern in einer Aussendung die Freistellung des 58-jährigen Italieners sowie seiner von ihm mitgenommen Landsleute im Betreuerstab. Bleiben darf indessen Assistenz-Coach Willy Sagnol - er steigt (interimistisch) zum Cheftrainer auf.

"Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen. Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten. Das haben wir Carlo heute in einem offenen und seriösen Gespräch erklärt und ihm unsere Entscheidung mitgeteilt", sagte Rummenigge, der sich den Branchenusancen folgend bei Ancelotti bedankte. "Er ist mein Freund und wird es bleiben, aber wir mussten hier eine professionelle Entscheidung im Sinne des FC Bayern treffen."


Damit endet eine Amtszeit, die in der Saison 2016 begann und schon ein halbes Jahr davor - nachdem Pep Guardiola sich entschlossen hatte, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern - selbst für Münchner Verhältnisse übereuphorisch angekündigt worden war. Ancelotti, mit dem AC Milan und Real Madrid als Trainer insgesamt dreimal Champions-League-Sieger sowie als einziger Coach in vier der fünf großen europäischen Ligen nationaler Meister, sei der absolute Wunschkandidat, ein "ruhiger, ausgeglichener Fachmann, der mit Stars umgehen kann und variantenreichen Fußball spielen lässt", hatte Rummenigge damals erklärt - manche hatten es als Seitenhieb auf Guardiola verstanden, der mit seinem Eigensinn nicht bei allen gut ankam.

Doch zuletzt ist auch Ancelotti immer stärker in die Kritik geraten. In der Vorsaison gewannen die Bayern zwar wie üblich die Meisterschaft - dass man aber im DFB-Cup-Halbfinale und im Champions-League-Viertelfinale scheiterte, grenzte für einige schon an ein Sakrileg. Heuer startete man mit vier Siegen, einer Niederlage und einem Remis, bei dem man gegen Wolfsburg eine 2:0-Führung verschenkte, so schlecht wie seit 2011 nicht mehr in die Meisterschaft; zu lesen war von "Angsthasenfußball" und vergraulten Spielern.

Auch in Paris hatte die Aufstellung für Verwunderung gesorgt: Der deutsche Nationalspieler Jérôme Boateng zählte nicht einmal zum Kader, Mats Hummels saß ebenso wie Franck Ribéry 90 Minuten auf der Bank, Arjen Robben wurde erst spät eingewechselt. Angesprochen auf den Trainer wollten sich die Spieler am Mittwochabend nicht äußern. Der Klartext wurde nun von anderen gesprochen.




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Dokument erstellt am 2017-09-28 13:06:05
Letzte nderung am 2017-09-28 21:39:03



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