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Update: 11.10.2017, 14:09 Uhr

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Starnacht in St. Pölten




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Von Alex Belinger

  • Die SKN St. Pölten Frauen treffen in der Champions League auf Manchester City.

Auf die EM-erprobte Nadine Prohaska (r., im Spiel gegen die Schweiz) und Co. kommt ein harter Gegner zu.

Auf die EM-erprobte Nadine Prohaska (r., im Spiel gegen die Schweiz) und Co. kommt ein harter Gegner zu.© Hans Punz/apa Auf die EM-erprobte Nadine Prohaska (r., im Spiel gegen die Schweiz) und Co. kommt ein harter Gegner zu.© Hans Punz/apa

St. Pölten. Die Stars der Champions League bekommt man in Österreich nur selten zu sehen. Regelmäßig scheitern die heimischen Vertreter in der Qualifikation zur Königsklasse. Anders ist die Situation jedoch im Frauenfußball. Hier steigt der österreichische Vertreter bereits fix im Sechszehntelfinale ein. Aktuell sind dies die SKN St. Pölten Frauen, welche am Mittwochabend um 20.15 Uhr in der NV Arena auf den englischen Meister und selbsternannten Titelkandidaten Manchester City WFC treffen.

Erst seit 2016 spielt die ursprünglich aus dem Stadtteil Spratzern stammende Mannschaft unter dem Namen SKN St. Pölten Frauen. Bereits seit 2014 sind sie die klare Nummer eins im österreichischen Damenfußball. Sie konnten dem SV Neulengbach, der ab 2003 zwölf Meistertitel in Serie gewann, den Rang ablaufen und die drei vergangenen Meisterschaften gewinnen. Diese wurden aber nicht nur auf dem ersten Platz beendet, sondern klar dominiert. Seit 76 Spielen ist St. Pölten in den nationalen Bewerben - Liga und Cup - ungeschlagen. 73 Partien davon wurden gewonnen, nur drei Mal spielte man unentschieden.

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Auch in der aktuellen Saison konnte das Team aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt bisher stets souverän gewinnen. Nach fünf Spieltagen führt man die Tabelle mit fünf Siegen und einer Tordifferenz von 18:0 deutlich vor dem ebenfalls bisher noch ungeschlagenem Austria-Wien-Partnerklub USC Landhaus an.

Üblicherweise spielt St. Pölten im Sportzentrum Niederösterreich, doch für die Champions-League-Begegnung gegen Manchester City geht man in die nur wenige Meter daneben liegende NV Arena. 8000 Zuschauer hätten dort Platz, zumindest 1836 Zuschauer erhofft sich Vereinspräsident Willi Schmaus. "Das wäre für Vereinsmannschaften in Österreich nationaler Rekord. Den hat Sturm Graz vergangene Saison gegen Zürich aufgestellt."

Ausnahmsweise Außenseiter
"Das Los ist attraktiv, es hätte aber auch leichter sein können", sagt Schmaus. Das Duell mit Manchester City ist jedenfalls ein Highlight für den Verein, der in der Liga aktuell kaum gefordert wird. Die Ausgangslage ist für den SKN demnach eine ungewöhnliche: Normalerweise sind die St. Pöltnerinnen klare Favoritinnen und den Gegnerinnen individuell überlegen. Gegen Manchester City ist es umgekehrt, die Engländerinnen haben den Champions-League-Titel als Ziel ausgegeben und sind demnach Favorit, die individuelle Klasse spricht klar für City. In der vergangenen Saison erreichte Manchester City das Halbfinale, schied dort gegen den späteren Sieger Olympique Lyon aus. Damals spielte auch noch die aktuelle Weltfußballerin Carli Loyd bei City. Doch Lloyd verließ gemeinsam mit weiteren Führungsspielerinnen im Sommer den Verein, was den St. Pöltnerinnen nun Hoffnung gibt. Individuelle Qualität gibt es beim englischen Meister aber immer noch genug, auch das Kollektiv passt. Die Mannschaft von Trainer Nick Cushing zeichnet sich durch ein vertikales Ballbesitzspiel und starkes Offensivpressing aus.

City schon länger im Fokus
Als stärkste Spielerin hat St. Pöltens sportliche Leiterin Liese Brancao die 1,81 Meter große englische Nationalteamspielerin Jill Scott ausgemacht - sie personifiziert die physische Überlegenheit von Manchester City. Brancao kennt den Gegner ohnehin bereits in- und auswendig. Eine Vielzahl an Spielen von Manchester City wurde per Videomaterial analysiert, die Schlüsse daraus wurden mit der Mannschaft besprochen. Im Training liegt der Fokus bereits seit zwei, drei Wochen auf dieser Begegnung, das Ligaspiel am vergangenen Wochenende bei Union Kleinmünchen war nur Nebensache.

Liese Brancao möchte mutig in das Duell gehen und sich keineswegs nur auf die Defensive konzentrieren. "Wir sind mit Ball extrem stark, und das wollen wir zeigen", sagt sie selbstbewusst. Brancao ist sich der Schwierigkeit der ungewohnten Situation bewusst, ist aber auch überzeugt, dass ihre Spielerinnen gut damit umgehen können. Der Großteil ist solche internationalen Spiele ohnehin aus dem Nationalteam gewohnt. Mit einem Erfolg gegen Manchester City könnte der österreichische Frauenfußball nach der erfolgreichen Europameisterschaft möglicherweise erneut groß aufzeigen.




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Dokument erstellt am 2017-10-03 16:54:05
Letzte nderung am 2017-10-11 14:09:05



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