• vom 10.01.2018, 17:45 Uhr

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Kaltstart in die WM-Saison




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  • Die deutsche Bundesliga startet schon am Freitag in die Rückrunde - Bayern könnten Heynckes binden.

Bayern-Topscorer Robert Lewandowski trifft am Freitag zum Rückrundenauftakt auf Leverkusen. - © dpa

Bayern-Topscorer Robert Lewandowski trifft am Freitag zum Rückrundenauftakt auf Leverkusen. © dpa

München. Wegen der Mitte Juni beginnenden Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) startet die deutsche Bundesliga außergewöhnlich früh in die Rückrunde, die am Freitagabend (20.30 Uhr/live ZDF) mit dem Topspiel des Tabellenvierten Bayer Leverkusen gegen den überlegenen Spitzenreiter Bayern München eröffnet wird. Bereits 13Punkte trennen die beiden Klubs bei Saisonhalbzeit.

Da auch der erste Bayern-Jäger Schalke 04 satte elf Zähler Rückstand aufweist, scheint die Meisterschaft vorzeitig entschieden. Am anderen Tabellenende steht der 1. FC Köln mit mageren sechs Punkten, womit auch ein Absteiger bereits feststehen dürfte. Trotzdem bieten die verbliebenen 17 Runden reichlich Spannung, Konfliktstoff und Vorfreude auf die WM im Sommer.


Zum Auftakt steht gleich das Duell der zuletzt besten beiden Teams auf dem Plan. Die seit 14Pflichtspielen unbesiegten Leverkusener wollen ihre Erfolgsserie gegen den Serienmeister fortsetzen. Der Rekordchampion, der unter Trainer Jupp Heynckes erst einmal verloren hat, lässt sich deshalb nicht von seinen Zielen abbringen. "Ihr könnt auf einiges gefasst sein, dass wir ein gutes Frühjahr erleben", kündigte Präsident Uli Hoeneß bei der jüngsten Mitgliederversammlung an.

Neu ist, dass die Bayern Aushilfstrainer Heynckes länger als geplant binden könnten - zumindest verrät das der frühere Weggefährte des 72-Jährigen, Matthias Sammer. "Wenn der Jupp Spaß und Freude hat, wenn es ihm gut geht, familiär alles geklärt ist und man kommt zusammen, dann wäre es natürlich die Ideallösung. Aber das müssen die Protagonisten für sich entscheiden." Der frühere Bayern-Manager sieht für seinen Ex-Klub zudem nicht nur gute Titelaussichten in Bundesliga und Pokal, sondern auch in der Champions League. "Sie können sich wieder in einen Rhythmus bringen, der sportlich und auch vom Glauben her wieder Berge versetzen kann. Dann brauchst du an den Tagen, wo die richtigen Gegner kommen, Toptagesform - und die bereitest du jetzt Schritt für Schritt vor." Sammer war 2013 ebenso wie Heynckes im Amt, als die Münchner das Triple holten.

Außerdem richtete Sammer warnende Worte angesichts der Bayern-Dominanz an die Bundesliga. "Die Liga muss sich darüber Gedanken machen, mit dem gesamten Know-how, das die Bayern haben plus dem monetären Vorteil", meinte Sammer. "Wenn sie Dinge nicht ändern, wird es dramatisch."

Kampf um Europacup-Plätze
Weitaus spannender als das Titelrennen wird daher wohl der Kampf um die internationalen Plätze. In Zeiten ständig steigender Ablösesummen bleibt die Europacup-Qualifikation oft die einzige Möglichkeit, überhaupt in den Bieter-Prozess um begehrte Spieler einzusteigen. Dabei darf sich die halbe Liga Hoffnung machen: Den Tabellendritten Borussia Dortmund und den Zehnten Hertha BSC Berlin trennen gerade einmal vier Punkte. "Wir müssen alles investieren, um die Chance, die diese Saison bietet, zu packen", sagte Sportdirektor Max Eberl vom Tabellensechsten Borussia Mönchengladbach.

Den ersten Auftritt im neuen Jahr haben die Gladbacher am Sonntag im 88. rheinischen Bundesliga-Derby beim Erzrivalen in Köln. Der Vorsprung, den die Bayern auf den ersten Verfolger haben, ist so groß wie der Rückstand, den der Tabellenletzte auf den rettenden Platz hat. "Es ist wahrscheinlich, dass es sehr schwer wird, die Klasse zu halten", sagte Kölns neuer Geschäftsführer Armin Veh bei seinem Amtsantritt. Auch für den Hamburger SV, der als zweiter Traditionsklub auf einem direkten Abstiegsplatz steht, ist die Situation brandgefährlich. "Wir fühlen uns gerüstet für den Abstiegskampf", erklärte HSV-Sportchef Jens Todt.

Für eine Reihe von Profis bietet die Rückrunde auch die Gelegenheit, sich noch für einen Platz im WM-Kader von Titelverteidiger Deutschland zu empfehlen. Spieler wie Bayern-Tormann Manuel Neuer und Marco Reus arbeiten nach hartnäckigen Verletzungen an ihren Comebacks. Bei Dortmund wird Reus sehnlichst erwartet. "Für ihn wünsche ich mir ganz besonders, dass er gesund bleibt. Damit er mit uns eine erfolgreiche Rückrunde spielt und bei der WM in Russland endlich mal sein großes Turnier spielen kann", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Reichlich Konfliktstoff dürfte auch weiterhin der zu Saisonbeginn eingeführte Videobeweis bieten. In einer Umfrage des Fachmagazins "kicker" unter den Bundesligaspielern sprach sich fast die Hälfte der Profis (47 Prozent) dafür aus, den Videobeweis wieder abzuschaffen.




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Dokument erstellt am 2018-01-10 17:50:08



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