• vom 17.07.2017, 16:21 Uhr

Sport

Update: 17.07.2017, 22:39 Uhr

Frauen-Fußball-EM

Mutig in die erste Runde




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  • Österreichs Frauen-Nationalmannschaft will im Auftaktspiel gegen die Schweiz überraschen.

Dominik Thalhammer hat fürs Erstrundenspiel am Dienstag eine Überraschung angekündigt.

Dominik Thalhammer hat fürs Erstrundenspiel am Dienstag eine Überraschung angekündigt.© apa/Punz Dominik Thalhammer hat fürs Erstrundenspiel am Dienstag eine Überraschung angekündigt.© apa/Punz

Deventer. (rel/apa) Ob das nicht vielleicht ein böses Omen ist? Als Österreichs Frauen-Nationalteam am 25. August 1990 zum ersten Mal ein reguläres Länderspiel bestritt, hieß die Gegnerin damals - Schweiz. Und das Ergebnis? Das war ernüchternd, komplimentierten doch die Eidgenossinnen das erst kurz davor gegründete Team von ÖFB-Damen-Coach Peter Leitl in Richterwil mit gleich vier Toren Vorsprung (5:1) vom Rasen. Und auch wer noch vor einigen Jahren gewettet hätte, dass sich die Österreicherinnen bald mit Europas Spitze messen würden, wäre wohl milde belächelt worden.

Ob nun böses Omen oder nicht. Fakt ist: Österreichs Frauen-Auswahl unter Trainer Dominik Thalhammer hat sich seitdem sehr gesteigert und gibt am Dienstag (18 Uhr/ORFeins) gegen die Schweiz ihre EM-Premiere. Dass die Eidgenossinnen im Gruppe-C-Duell in Deventer in der Favoritenrolle sind, tut der guten Stimmung im Team keinen Abbruch. Die Österreicherinnen peilen dennoch eine Überraschung an, und so soll ein mutiger Auftritt - wie zuletzt im Testspiel gegen Dänemark (4:2) - mit einem Erfolg belohnt werden. Ein Spaziergang wird das freilich nicht. "Das erste Spiel in einem Turnier hat eine sehr hohe Bedeutung", sagte Thalhammer am Tag vorm Anpfiff. "Wenn das verloren wird, dann sind die Chancen, weiterzukommen, dramatisch verringert. Das ist uns bewusst." Und er weiß, wovon er redet, warten doch auf seine Elf danach die vermeintlich übermächtigen Französinnen. Will man im Aufstiegskampf ein Wörtchen mitreden, gilt also zum Auftakt klar die Devise: "Verlieren verboten."

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Im Team ist diese Botschaft jedenfalls angekommen. "Das erste Spiel ist richtungsweisend, wenn es gut läuft, kann man eine Euphorie mitnehmen", meinte auch Offensivspielerin Laura Feiersinger und hat auch schon die erste Hürde bei der EM-Premiere ausgemacht: Anfangsnervosität. Die wird sich aber nicht auf die ÖFB-Truppe beschränken. Davon geht zumindest Thalhammer aus: "Sie waren zwar schon bei einer WM, aber es ist ihre erste EM. Dass die ganz eiskalt in die Spiele gehen, glaube ich nicht." Hinzu kommt, dass die Schweizerinnen Druck verspüren. Sie haben das Viertelfinale klar als Ziel ausgegeben. Für die ÖFB-Elf war bereits die geschaffte Qualifikation ein Meilenstein, alles Weitere ist Draufgabe. "Die Schweiz ist uns vielleicht in der Entwicklung im Frauenfußball fünf bis zehn Jahre voraus. Man muss einfach sagen, dass sie über uns zu stellen sind", erklärte der ÖFB-Coach in einer Einschätzung über die Situation.

Das wird nicht nur im Ranking deutlich, wo die Schweizerinnen als 17. sieben Ränge vor der ÖFB-Truppe liegen. Im direkten Vergleich holten die Österreicherinnen in acht Begegnungen erst einen Sieg und ein Remis (11:27-Tore). Nur zwei davon waren Pflichtspiele, in der Qualifikation für die EM 1997 gewann Österreich zu Hause 4:3, verlor auswärts 0:3. Beim jüngsten Aufeinandertreffen setzte sich die Schweiz in einem Test 2012 mit 2:1 durch. Im ÖFB-Team überwiegt dennoch der Optimismus. "Wir haben sie gut analysiert und wissen genau, wie wir auftreten müssen. An einem guten Tag ist da vielleicht was möglich", erklärte Thalhammer.

Schnaderbeck weiter fraglich
Sorgen bereitet dem Österreicher allein die Fitness seiner Team-Kapitänin. Denn ob Viktoria Schnaderbeck gegen die Schweiz einen Beitrag leisten wird, ist noch fraglich. Die am Knie angeschlagene Mittelfeldspielerin trainierte am Sonntag erstmals wieder mit dem Team. Die Einsatzchancen stiegen also. "Wir wissen, wie wichtig die Vicky ist, haben aber auch einen guten Kader, um einen Ausfall zu kompensieren", so Teamkollegin Sarah Zadrazil. Damit dürfte sie nicht unrecht haben, wie das Dänemark-Spiel gezeigt hat. Ein gutes Omen, könnte man sagen.




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Dokument erstellt am 2017-07-17 16:27:07
Letzte nderung am 2017-07-17 22:39:03



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