• vom 04.08.2017, 17:34 Uhr

Sport

Update: 04.08.2017, 21:42 Uhr

Fußball

Nach dem Kater die Party




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  • "Frauenfußball ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagt ÖFB-Kapitänin Schnaderbeck.

- © apa/Hochmuth

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Wien. Schon im Flieger wurde gefeiert, am Flughafen gab es einen kleinen Empfang durch Medien und Fans, ein kleines Tänzchen durfte auch nicht fehlen, ehe am Abend noch die offizielle Party vor Tausenden Fans auf dem Rathausplatz stieg. Nach dem Sensationslauf bis ins Semifinale bei der EM in den Niederlanden erhielten alle Beteiligten des erfolgreichen ÖFB-Teams Ehrengeschenke und viel Applaus. Die 0:3-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen Dänemark vom Vortag trübte die Freude über das Erreichte nicht.

"Es ist unglaublich, dass der Frauenfußball mittlerweile in der Gesellschaft angekommen ist", freute sich ÖFB-Kapitänin Victoria Schnaderbeck. "Das macht mich und die ganze Mannschaft unglaublich stolz, denn das war nicht immer so." ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach von einem historischen Meilenstein. "Klar ist die Enttäuschung riesengroß, wenn man so nahe dran ist am Finaleinzug und es letztlich doch nicht schafft", sagte er als erste Reaktion auf das Spiel. Es bleibe aber "ein Resümee, das einfach überwältigend ist, weil niemand Österreich das zugetraut hat", erklärte der Verbandschef. Von den fünf Newcomern habe man klar am besten abgeschnitten, kein anderes Team schaffte den Einzug ins Viertelfinale. "Wie sich unser Nationalteam dargestellt hat, hat auch auf der internationalen Ebene mehr als positiv beeindruckt und in Österreich einen Hype und eine Euphorie ausgelöst, wie man es niemals erwarten konnte", betonte Windtner.

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Makas fällt länger aus
Lisa Makas, die wegen einer Kreuzbandverletzung nicht mitwirken konnte, aber von der Bank aus letztlich erfolglos die Daumen drückte, räumte ein, erst einmal alles verarbeiten zu müssen. "Wir sind einfach in unserer eigenen Welt gewesen, jetzt geht es zurück in die Realität, dann wird man sehen, wie das ist", sagte die 25-Jährige. Sie selbst wird länger nicht Fußball spielen können, ihr steht eine Operation bevor. Der Termin dafür ist noch nicht fixiert, danach steht die Reha im Fokus. Aufgeben ist für sie keine Option. "Ich bin ganz guter Dinge. Wenn ich mir die Mannschaft anschaue, mit der ich da die Zeit verbringen habe dürfen, ist das der beste Grund nicht aufzuhören", betonte Makas. Das Team hatte beim Abspielen der Bundeshymne ein Makas-Dress in Händen gehalten. "Ich war total gerührt. Das ist ein Punkt, der uns als Mannschaft auszeichnet, wir sind einfach so eine Einheit", sagte Makas, die beim MSV Duisburg unter Vertrag steht.

Während für die Österreicherinnen der Traum nun vorbei ist, geht er für die Däninnen, die davor noch in jedem EM-Halbfinale ausgeschieden sind, mit dem Finale am Sonntag (17 Uhr/Enschede) weiter. Gegnerinnen sind die Niederländerinnen, die sich bisher als bärenstark erwiesen haben und noch dazu das Heimpublikum hinter sich wissen. Doch auch bei den Skandinavierinnen ist das Selbstvertrauen nach dem Sieg gegen Serieneuropameister Deutschland und der erfolgreichen Revanche an Österreich für die jüngste Testspielniederlage groß. "Wir werden ein Tor mehr schießen und gewinnen", sagte Teamchef Nils Nielsen. "Absolut können wir den Titel holen", ergänzte auch Offensiv-Ass Nadia Nadim.

Die Däninnen werden als klarer Außenseiter ins Rennen gehen. Das ausverkaufte Stadion wird fest in niederländischer Hand sein, die Mannschaft des Turnier-Ausrichters spielt zudem ein souveränes Turnier, gewann alle Spiele und kassierte nur gegen Belgien einen Gegentreffer. Im Halbfinale wurde England mit 3:0 aus dem Bewerb genommen.

Gegen die Niederlande unterlag Dänemark in der Gruppenphase nur knapp 0:1. "Ein Remis wäre gerechter gewesen. Die Spielerinnen sind sehr hungrig danach, nochmals gegen sie zu spielen, wollen Revanche nehmen", erläuterte Nielsen. Mit Revanchen haben die Däninnen schließlich Erfahrung, das wissen nun auch die Österreicherinnen, die von Nielsen Lob erhielten: "Es war hart für uns, zu unserem Spiel zu finden, weil Österreich ein sehr gut gecoachtes Team ist."




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Dokument erstellt am 2017-08-04 17:39:05
Letzte nderung am 2017-08-04 21:42:05



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