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Update: 07.04.2005, 13:06 Uhr

Olympia: Drei Tage vor der Eröffnung sind Österreichs Schwimmer bereit fürs "Hai"-Tech-Festival

Zeit der Vorbereitung ist zu Ende




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  • Leichtathletik gilt zwar gemeinhin als olympische Kernsportart, aber in Sydney gehen auch diesbezüglich die Uhren anders. Schwimmen zählt nämlich in Australien zu den mit Abstand beliebtesten Sportarten, weshalb die Organisatoren alles unternommen haben, damit das 17.500 Zuschauer fassende und 1,3 Mrd. Schilling teure Aquatic Centre ein noch nie da gewesenes Weltrekord-Festival erlebt. Im Soge von Alexander Popow, Michael Klim und Co. wollen Österreichs Schwimmer die Gunst der Stunde nutzen und so viele VÖS-Rekorde wie möglich auslöschen.

Nicht nur das durch spezielle Behandlung extrem weiche und damit schnelle Wasser im High-Tech-Becken, in dem von der Wassertemperatur über den absenkbaren Boden bis hin zum Überlauf alles mittels modernster Computer- Technologie gesteuert wird, soll Fabelzeiten ermöglichen, sondern ebenso die neue Generation der auf Grund ihrer Oberflächenbeschaffenheit so genannten "Hai-Anzüge", die auch vom VÖS-Team ausgiebig getestet wurden.

"Bei den neuesten Modellen werden sogar Muskelvibrationen vermindert", erzählt Alfons Draxler, der Bruder und Trainer von Österreichs schnellster Schwimmerin Judith, die in Sydney mit einem ärmelfreien Ganzkörperanzug über 50 und 100 m Kraul auf Rekordjagd gehen wird. Die Ärmel fehlen deshalb, weil auf Grund der überschüssigen Spannfläche der "Gummihaut" im Achselhöhlen-Bereich ein Widerstand entsteht, der wertvolle Sekundenbruchteile kosten könnte.

Brustschwimmer verzichten auf den neuen Anzug

Dasselbe Modell verwendet auch Elvira Fischer, die damit zu den Ausnahmen über die Bruststrecken zählt, wie VÖS-Generalsekretär Thomas Gangel erklärt: "Bei unseren Brustschwimmern Patrick Schmollinger und Maxim Podoprigora hat sich ja der Einsatz des Anzugs als kontraproduktiv erwiesen, weil die Lamellenstruktur des Anzugs bei diesem Schwimmstil auf Grund der zurückkommenden Welle bremst." Delfin- und Lagenschwimmer Michael Windisch setzt dagegen ebenso wie Rückenspezialist Markus Rogan auf eine kurze Hose mit der Haifischhaut ähnlichen Oberfläche, während sich Langstreckler Hannes Kalteis und Petra Zahrl (200 m Delfin) mit Badehose bzw. -anzug auf Altbewährtes verlassen.

Noch ist allerdings nicht endgültig entschieden, ob die "Hai-Tech-Schwimmhäute" in Sydney zum Einsatz kommen, da darüber erst am Donnerstag beim Kongress des Weltverbandes (FINA) endgültig abgestimmt wird, wobei Gangel Verständnis für ein Verbot hätte: In erster Linie soll ja der Mensch für die Leistung ausschlaggebend sein. Und außerdem besteht die Gefahr, dass sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt, da ja so ein Anzug doch 4.000 Schilling kostet. Die soziale Komponente darf also nicht außer Acht gelassen werden." Gangel ist aber überzeugt, dass alle rot-weiß-roten Olympia-Schwimmer auch ohne Haifisch-Anzüge bzw. -Hosen Rekordpotenzial besitzen. Und damit Draxler und Co. in Adelaide, wo das VÖS-Team derzeit den allerletzten Olympia-Feinschliff erhält, unter besten Bedingungen trainieren können, durften alle ihren persönlichen Coach nach Australien mitnehmen. Sogar die drei US-College-Trainer Paul Nelsen (Fischer), Rick Paine (Windisch) und Jeff King (Rogan) sind in "down under" mit von der Partie.

Österreich wurde offiziell empfangen

Während einer Zeremonie im Amphitheater auf dem Pierre de Coubertin-Platz im Athleten-Dorf, wo sich etwa über 200 Schaulustige eingefunden hatten, wurde zum Zeichen von "Australia welcomes Austria" um 11.15 Uhr die rot-weiß-rote Fahne gehisst. Gemeinsam mit den Österreichern, deren Flagge nach dem englischen Alphabet als erste aufgezogen wurde, erfolgte auch die offizielle Begrüßung der Delegationen aus Malaysia und Thailand.

Österreich war zwar nur durch sechs Leuten vertreten, aber als Erster an der Reihe. Angeführt wurde die kleine, im Trachten-Look gekleidete Gruppe von ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth und Laser-Segler Andreas Geritzer. Nach dem Abspielen der Olympia-Fanfare sowie Vorführungen von Aborigines, den Ureinwohnern des Fünften Kontinents, und eines Schüler-Chors wurden von Hostessen die Flaggen unter den Klängen der jeweiligen Hymnen gehisst. Österreichs Flagge weht bis 1. Oktober zwischen den Flaggen von Aserbaidschan und Aruba.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2000-09-12 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 13:06:00


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