
Mit Jimmy Vicaut, Pierre-Alexis Pessonneaux und Martial Mbandjock vervollständigte Lemaitre seine Titelsammlung in Spanien, das Quartett siegte in 38,11 Sekunden vor Italien (38,17) und Deutschland (38,44). "Wir haben so gut zusammengearbeitet, von allen Medaillen ist das die Wichtigste", hieß es aus dem bei dieser EM so erfolgreichen französischen Lauf-Lager. Bei den Frauen gewannen die Ukrainerinnen über die Stadionrunde, in den Bewerben über die 4 x 400 gingen die ersten Plätze an Russland, es war bei den Frauen das zweites Gold für Tatjana Firowa, sowie der einzige Bahn-Titel bei den Männer.
Zu einer französischen Angelegenheit wurde auch das Hindernisrennen der Männer, Mahiedine Mekhissi-Benabbad und Bouabdellah Tahri hatten sich gleich zu Beginn vom Feld abgesetzt, erst im Schlussspurt zog Mekhissi an und setzte sich in 8:09,28 Minuten durch. "Bob ist der Beste der Welt, er hat mich bei den französischen Meisterschaften geschlagen, heute hat es sich ein bisschen angefühlt wie eine Revanche, er tut mir fast ein bisschen leid", meinte der Sieger.
Über 5.000 m der Frauen verpatzte Alemitu Bekele ihrer Landsfrau Elvan Abeylegesse den Langstrecken-Doppelpack, im 1.500-m-Rennen bescherte Nuria Fernandez dem Gastgeber Spanien noch eine Goldmedaille (4:00,20 Minuten), Silber ging an Hind Dehiba (FRA/4:01,17).
Der eine starke Serie werfende Weltmeister Robert Harting (dreimal über 68 Meter, dreimal über 66) musste sich im Diskusbewerb dem Polen Piotr Malachowski beugen, der mit 68,87 Meter 40 Zentimeter mehr schaffte als der Deutsche. Der Österreicher Gerhard Mayer war in der Qualifikation gescheitert.
Vlasic sprang wieder am höchsten
Wie bei der WM in Berlin vor einem Jahr hieß die Hochsprungsiegerin auch bei der EM Blanka Vlasic, die Kroatin überquerte als einzige Athletin 2,03 m und setzte sich vor der Schwedin Emma Green und der Deutschen Ariane Friedrich (je 2,01) durch. "Das ist keine leichte Saison für mich, ich bin nicht ich selbst, ich hatte null Selbstvertrauen und musste hart arbeiten, um einen guten Job zu machen", erklärte Vlasic.
Deutscher Reif gewinnt Weitsprung
Gold für das deutsche Team gab es dafür überraschend im Weitsprung, Christian Reif erreichte mit 8,47 Metern Jahresweltbestweite und verwies Kafetien Gomis (FRA/8,24) und Chris Tomlinson (GBR/8,23) auf die weiteren Ränge.
Schweizer Röthlin Marathon-Sieger
Ein gelungenes Comeback nach zweijähriger Pause feierte Viktor Röthlin im Marathon, der Schweizer gewann den Hitzelauf in 2:15:31 Stunden vor dem Spanier Jose Manuel Martinez (2:17:50) und dem Russen Dmitrij Safronow (2:18:16). Der zum Kreis der Medaillenanwärter zählende Oberösterreicher Günther Weidlinger kämpfte mit den Bedingungen und sich gequält von Kopfschmerzen als 18. ins Ziel (2:23:37).