• Artikel vom 11.10.2011, 16:10 Uhr

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Turnerin Barbara Gasser hat sich bei der WM für die Pre-Olympics qualifiziert - die Herren scheiterten

Traumdestination London


Von Simon Rosner
  • Österreichs Turner hoffen auf erste Olympia-Teilnahme seit 1964.

Wien.

Barbara Gasser flog auf dem Stufenbarren nach London, vorerst aber nur zur Olympia-Qualifikation.

Barbara Gasser flog auf dem Stufenbarren nach London, vorerst aber nur zur Olympia-Qualifikation.© ASSOCIATED PRESS Barbara Gasser flog auf dem Stufenbarren nach London, vorerst aber nur zur Olympia-Qualifikation.© ASSOCIATED PRESS

Wer sich für den Qualifikationsmodus für die Olympischen Spiele in London 2012 im Kunstturnen interessiert, kann sich auf der Internetseite des internationalen Verbandes eine Matrix herunterladen. Das ist recht simpel. Sie zu verstehen, könnte aber durchaus auch als eigene olympische Disziplin gelten.

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Robert Labner hat sich erfolgreich durch die Matrix gearbeitet, das ist auch sein Job. Labner war einst Sportdirektor und ist seit einem Jahr Generalsekretär des österreichischen Turnverbands ÖFT. Das Resümee seiner langen Erklärungen: Es ist sehr, sehr schwer, sich zu qualifizieren, auch wenn es für kleine Länder wie Österreich ein kleines bisschen einfacher geworden ist. Und tatsächlich könnte es erstmals seit 1964 wieder gelingen, im Kunstturnen bei Olympia vertreten zu sein. Barbara Gasser, die in Kanada lebt und trainiert, hat sich bei der laufenden WM in Tokio für die Pre-Olympics im Jänner in London qualifiziert, schafft sie dort eine ähnliche Leistung, könnte sie dabei sein. "Die Chancen stehen relativ gut", sagt Labner.

Auch bei den Herren hatte der ÖFT große Hoffnungen in die WM gesetzt, schließlich gehört der 24-jährige Fabian Leimlehner am Reck zur Weltelite. "Er ist sicher unter den Top-15 auf diesem Gerät", sagt Labner. Doch Leimlehner muss bei Olympia zusehen, denn er hat seinen Wettkampf völlig verpatzt und die Vorqualifikation damit knapp nicht geschafft. "Ich habe alles verbockt, was zu verbocken ist", sagte Leimlehner nach dem 97. Rang.

Sprung in die Annalen - aber nicht zu Olympia
Ihm erging es damit genauso wie dem langjährigen Aushängeschild der heimischen Kunstturner, Thomas Zimmermann. Der Vorarlberger gehörte über Jahre zur Elite in der Disziplin Sprung, er erfand sogar einen eigenen, nach ihm benannten Sprung, doch just bei den Qualifikationen für Olympische Spiele erbrachte er nie die geforderte Norm. Und zweimal, als der ÖFT einen Quotenplatz ergatterte, verweigerte das Österreichische Olympische Comité eine Entsendung. "Das war früher ja ein beliebter Sport im ÖOC, jetzt akzeptieren sie die internationalen Limits", sagt Labner.

Was ein Nein vom ÖOC oder ein Blackout im entscheidenden Moment für die Athleten bedeutet, kann man kaum nachfühlen. Denn Kunstturnen ist ein beinharter Sport. Um irgendwann von Olympia träumen zu können, muss man mit etwa sechs Jahren zu trainieren begonnen haben und später, als Teenager, täglich mehrere Stunden üben.

Die Härte des Sports und die Notwendigkeit des sehr frühen Trainingsbeginns machen es dem Verband schwer, genügend Talente herauszubringen. Dabei erfreut sich das Turnen generell und bis hin zum ambitionierten Geräteturnen wachsender Beliebtheit. "Es gibt 500 Turnvereine in Österreich, und einige haben schon Aufnahmestopps", erzählt Labner. Das olympische Kunstturnen ist aber eine andere Welt. "Da gibt es vielleicht 300 Athleten auf allen Altersebenen in ganz Österreich. Wir müssen unsere Talente hegen und pflegen." Und natürlich darauf hoffen, dass sie am Tag X keinen Fehler machen. Für Gasser könnte im Jänner ein Traum in Erfüllung gehen. "Aber einmal dabei sein, ist nicht unser Selbstverständnis", sagt Labner. "Wir wollen es ab jetzt immer schaffen."




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Dokument erstellt am 2011-10-11 16:17:19


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