• Artikel vom 06.02.2012, 00:00 Uhr

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Update: 07.02.2012, 15:33 Uhr
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New York im rauchenden Ausnahmezustand


Von WZ-Korrespondent Klaus Stimeder

New York. Jetzt muss es schnell gehen, ist ja schon sechs. Die Schlange, die sich vor dem Nahversorger Ecke Thompson und 6th Avenue gebildet hat, besteht aus jungen Menschen Mitte 20 bis Ende 30, sie kaufen Leichtbier im Sechserpack. Den Weg von der U-Bahn-Station Spring Street hierher bildet ein zehnminütiger Spaziergang, der Weg ist gesäumt von Galerien, G’wand- und Accessoiregeschäften, Cafés und Nachtlokalen. Je mehr sich die Nacht über Lower Manhattan legt, umso intensiver das Flimmern hinter den Fensterscheiben, das vormals als Künstlerviertel berühmt gewordene Soho hat sich auf das Ereignis vorbereitet. Auf den Großbildleinwänden krachen die Helme und Körper aufeinander. Archivaufnahmen, bis zum Ankick des Spiels der Spiele ist es noch eine gute halbe Stunde.

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Die auf der anderen Seite des Straßenblocks gelegene Bar Circa Tabac, 32 Watts Street, sticht im New Yorker Nachtleben durch eine besondere Eigenschaft heraus: Hier darf ungehemmt geraucht werden, ganz legal, dank einer Lücke im Gesetzeswerk, die den Besitzern spätestens seit dem Inkrafttreten des Rauchverbots in Parks und auf öffentlichen Plätzen Wohlstand beschert.

Patriots Favorit
Art-Deco-Möbel, gedimmtes Licht, weinrote Ledersofas; am Bildschirm nehmen indes die Spieler Aufstellung, die Mienen sind ernst, die Konzentration ist absolut. Zuerst die inoffizielle (America, the beautiful), dann die offizielle Landeshymne, der Münzwurf, das Blitzen zehntausender Objektive, und die 46. Super Bowl ist in Betrieb. Der Spielort heißt Indianapolis und ist sonst eher durch Motorsport-Feste bekannt.

Vier Jahre ist es her, das ein Team aus New York im Finale der NFL stand, als Gegner standen einander damals wie heute die Giants und die New England Patriots gegenüber.

"Es ist das erste Mal, dass ich in einer Stadt lebe, deren Team in der Super Bowl spielt", sagt Carl Matlock. Der 39-jährige Zigarrenraucher arbeitet als Türaufsperrer in Manhattan. Sein Wochenverdienst ist üppig, beläuft sich schon mal auf 2500 Dollar. Vor vier Jahren wohnte er noch mit seiner Frau in einem Vorort von Austin, und der Ausgang des Finales war ihm relativ wurscht. Heute lebt er hier und will sich dem Superbowl-Fieber nicht entziehen, weil, genau, "so was kommt ja wirklich nicht alle Tage vor. Go Giants!"

Die Patriots gelten als Favoriten, aber die Giants gehen durch ein Kuriosum 2:0 in Führung, nachdem Defensive End Justin Tuck Patriots-Quarterback Tom Brady in der eigenen Endzone gefällt hat. Es folgen Werbeunterbrechungen, ein Touchdown, ein Field Goal. 9:0. Die Gästeschaft des Circa quittiert es mit lautstarken Kommentaren, yeah, oh yeah, dann yeah, take this, Belichick.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-06 16:41:03
Letzte Änderung am 2012-02-07 15:33:56


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