Weißensee.

Es ist das sportlich höchstwertige Rennen eines Ereignisses, das sich aus einem traditionsreichen Volkslauf entwickelt hat und dessen Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Wenn das Eis auf den Kanälen und Seen zwischen elf Städten in der niederländischen Provinz Friesland rund um die Hauptstadt Leeuwarden dick genug wird, findet das Rennen in den Niederlanden statt. Seit der ersten Ausgabe 1909 war das bisher aber nur 15 Mal der Fall.
Und da das aufgrund steigender Temperaturen immer seltener der Fall ist, haben sich die eisschnelllaufbegeisterten Niederländer nach Alternativen mit mehr Planungssicherheit umgesehen. Nach mehreren Stationen findet die Alternativversion der Elfstädtetour seit 1989 auf dem Kärntner Weißensee statt. Nur einmal, 2007, ist der auf gut 900 Meter Seehöhe gelegene Bergsee seither nicht zugefroren, in diesem Jahr wurde das Rennen zum 23. Mal gelaufen.
Dass sich der Start dieses Rennens trotzdem nur geringen Zulaufs erfreut, hat mehrere Gründe. Einerseits sind die Bedingungen in diesem Jahr bei kuscheligen minus 11 Grad Celsius und konstantem Nordostwind alles andere als einladend. Zudem setzt kurz vor dem Start um 8.15 Uhr leichter Schneefall ein. Die Uhrzeit ist ein weiterer Haken, schließlich fand am Vorabend im großen Festzelt der "Blarenball", der Blasenball statt, bei dem "Tony the beat" für Stimmung sorgte und es hoch hergegangen sein soll.
Wenige Stunden später bereiten sich die 60 Damen und 126 Herren, die die 200 Kilometer in Angriff nehmen, im Festzelt auf ihr Rennen vor. Es sind ausschließlich Niederländer am Start, so wie in diesen Tagen alles am Weißensee niederländisches Flair versprüht: Die Musik, die leise übers Gelände säuselt, erinnert an Lokalheroen wie das Nockalm Quintett, beim dritten Mal hinhören entpuppt sich der Text aber als zweifelsfrei niederländisch. Die Beschriftungen und Informationsplakate sind ausschließlich auf Holländisch, der Rennmoderator informiert wie selbstverständlich nur auf Holländisch. "Wat een spektakel, wat een show" - "Was für ein Spektakel, was für eine Show", ruft er gut eine Stunde nach dem Start und verfällt erstmals an diesem Morgen in Euphorie.