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Update: 22.03.2012, 12:55 Uhr
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Formel 1-Rennstall nach Pleite in Melbourne in der Kritik

Ferrari sucht einen Sündenbock



  • Brasilianischer Pilot Massa zunehmend unter Druck.

Das schwache Abschneiden von Ferrari zauberte der Boxencrew ungläubiges Staunen ins Gesicht. - APAweb/EPA/Brandon Malone

Das schwache Abschneiden von Ferrari zauberte der Boxencrew ungläubiges Staunen ins Gesicht. APAweb/EPA/Brandon Malone

Sepang. Ferrari befindet sich im Krisenmodus. Als Reaktion auf den schwachen Saisonstart mehren sich in Italien bereits die Personaldiskussionen. Betroffen ist davon wieder einmal Felipe Massa. Der Brasilianer könnte noch vor Ende seines bis Jahresende laufenden Vertrages abgelöst werden, berichteten italienische Medien. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erteilte Gerüchten um mögliche Abwerbeversuche derweilen eine klare Absage.

Während Teamkollege Fernando Alonso zum Auftakt in Melbourne aus dem unterlegenen F2012 zumindest Platz fünf herausquetschte, war Massa bis zu seinem Out völlig chancenlos. "Australien war das schlechteste Rennen meiner Karriere", gestand der 30-Jährige am Donnerstag. "Aber ich bin sicher, es gibt einen Grund dafür." Nach Malaysia ließ Ferrari für Massa sogar ein neues Chassis einfliegen, um Baufehler auszuschließen.

Massa fährt nicht zum ersten Mal um seinen Job. "Für die Presse war ich schon so oft rausgeworfen, aber ich bin noch immer da", erinnerte der elffache GP-Sieger, der seit 2006 im Ferrari sitzt. "Auch 2008 war ich schon so gut wie weg, danach war es mein bestes Jahr." Für wenige Sekunden wähnte sich der Brasilianer damals sogar als Weltmeister, ehe ihm Lewis Hamilton in Sao Paulo in der letzten Kurve noch den Titel wegschnappte.

Diskrepanz im Fahrerlager
Seither und seit seinem schweren Unfall im Juli 2009 in Budapest hat Massa kein Rennen mehr gewonnen. Im Vorjahr reichte es nicht einmal zu einem Podestplatz, Alonso holte deren zehn. Die "Gazzetta dello Sport" nannte Sauber-Youngster Sergio Perez und den vertragslosen Deutschen Adrian Sutil als mögliche Massa-Ersatzmänner. Italienische Magazine brachten zudem Jarno Trulli, den bisher letzten Italiener in der Formel 1, ins Spiel.

In der 20-jährigen Amtszeit von Luca di Montezemolo wurde noch kein Fahrer während der Saison abgelöst. Der Ferrari-Präsident hat Massa allerdings schon im Herbst die Rute ins Fenster gestellt, eine Vertragsverlängerung ist unwahrscheinlich. Perez wäre der logische Nachfolger, ist der 22-Jährige doch Teil der Ferrari-Akademie. "Es ist erst das erste Rennen des Jahres. Das ist noch viel zu früh, um über irgendetwas zu spekulieren", betonte der Mexikaner. "Gerüchte sind nur Gerüchte, ich bin voll auf Sauber fokussiert."

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali nahm Massa in Schutz. "Es ist offensichtlich, dass Felipe unter Druck ist. Wir müssen versuchen, ihn noch besser zu unterstützen", meinte der Italiener, der selbst alles andere als fest im Sattel sitzt. Der Ruf nach Horner wurde laut, der Erfolgsteamchef wiegelte aber ab. "Ferrari ist ein großartiges Team, aber meine Zukunft liegt bei Red Bull", versicherte der Engländer gegenüber britischen Zeitungen.

Loyalität sei ihm wichtig, betonte Horner. "Dietrich Mateschitz hat mir die Chance gegeben, mit 31 Jahren in die Formel 1 zu kommen und für ihn ein Team aufzubauen", erinnerte der nun 38-Jährige an den Einstieg des Getränkekonzerns in die Königsklasse Ende 2004. "Ich fühle mich als fester Teil des Teams und habe keine Sehnsucht, für Ferrari zu arbeiten. Ich bin glücklich dort, wo ich bin." Seine Vereinbarung mit Red Bull gelte - wie für den Großteil der wichtigsten Mitarbeiter - noch mehrere Jahre.




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Dokument erstellt am 2012-03-22 12:33:03
Letzte Änderung am 2012-03-22 12:55:39


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