Losail. Dani Pedrosa hats auch nicht leicht. Zuerst wurde er vor wenigen Tagen des Schummelns bei der Prüfung für einen Yachtschein überführt und deswegen sogar vorübergehend festgenommen, nun kann er sich zwar seiner Kernkompetenz, dem Motorrad-Fahren widmen, hat aber einen schier unbezwingbaren Gegner im eigenen Team. An Casey Stoner, seinen Kollegen bei Honda, kam in den Tests für die am Sonntag mit dem MotoGP in Katar (18 Uhr) beginnende Saison keiner heran.
Pedrosa gilt zwar neben Yamaha-Fahrer Jorge Lorenzo, der in der vergangenen Saison einige Rennen verletzungsbedingt auslassen musste und die WM dennoch als Zweiter beendete, als hoffnungsvollster Herausforderer des Titelverteidigers. Doch an der Dominanz des Australiers dürfte sich auch heuer kaum etwas ändern. Auch mit der neuen 1000-Kubik-Maschine (anstatt 800 bisher) kam er mit Anhieb zurecht, und im Wüstenstaat fühlt er sich traditionell wohl. Vier der fünf jüngsten Rennen auf dem Losail Circuit, auf dem unter Flutlicht gefahren wird, hat Stoner gewonnen.
Nicht minder beeindruckend liest sich seine Bilanz aus der Vorsaison: Von 17 Rennen beendete er zehn als Sieger und sechs weitere auf dem Stockerl, eine solche Dominanz hat es schon lange nicht mehr gegeben. Dass Stoner und Honda eine starke Kombination abgeben würden, war schon vor seinem Wechsel zu dem japanischen Werksteam angenommen worden, der 26-Jährige übertraf die Erwartungen dann sogar.
Umgekehrt kann man das von Valentino Rossi nicht wirklich behaupten. Seit seinem Wechsel von Yamaha zu Ducati läuft es für den neunfachen Weltmeister aus Italien gar nicht, die vergangene Saison beendete er nur als Siebenter, die Nachbesserungen an der Maschine im Winter brachten zumindest in den Testfahrten auch nicht die gewünschten Resultate. "Wir sind weit von unseren Zielen entfernt", sagt der 33-Jährige wenige Tage vor Saisonstart. "Wir haben über den Winter hart gearbeitet, aber bei einem gewissen Punkt haben wir den falschen Weg eingeschlagen. Es gibt noch vieles in Ordnung zu bringen." Momentan müsste man schon froh sein, unter den ersten Sechs zu landen. Das hat man vom einstigen Seriensieger schon lange nicht gehört. Aber diesen Rang hat ihm ohnehin schon Casey Stoner abgelaufen.