
Oropesa del Mar. Für Österreichs Daviscup-Team war im Viertelfinale Endstation. Die ÖTV-Herren mussten sich den favorisierten Spaniern in Oropesa del Mar mit 1:4 geschlagen geben. David Ferrer holte am Sonntag mit seinem 3-Satz-Sieg (7:5,6:3,6:3) über Österreichs Nummer eins, Jürgen Melzer, den entscheidenden Punkt für die Iberer, die nun im Halbfinale auf die USA treffen.
Bei erstmals durchgehend sonnigem aber weiterhin windigem Wetter trat Melzer am Sonntag zu einer Art "Wiedergutmachung" an. Bei seiner glatten Niederlage gegen Nicolas Almagro hatte der Niederösterreicher nur acht Games gemacht und war ohne einzigen Breakpunkt geblieben. Gegen das nicht ganz so schnelle Spiel des Weltranglisten-Fünften Ferrer tat sich Melzer leichter, der Wind und der schlechte Platz waren aber von Beginn an störende Begleiter.
Trotzdem gelang es Melzer, den spanischen Favoriten zunächst voll zu fordern. Der 30-jährige Niederösterreicher hatte in gleich zwei Games die Gelegenheiten, mit Break in Führung zu gehen, nutzte aber keine. Ferrer war da konsequenter und nahm dem Österreicher nach 59 Minuten den Aufschlag zum 7:5-Satzgewinn ab.
Der Spanier drohte, mit dem Aufwind wegzuziehen, führte im zweiten Durchgang nach einem frühen Break schnell 3:0, ehe Melzer das Rebreak zum 3:4 gelang. Ferrer antwortete aber postwendend mit einem weiteren Break und servierte den zweiten Satz problemlos aus. Im dritten Set genügte dem seit vergangenem Montag 30-Jährigen ein Break zum 4:3 für die Entscheidung. Mit dem dritten Matchball machte er nach 2:23 Stunden im erneut nur halbvollem Stadion den Sieg Spaniens perfekt.
"Ich hab um einiges besser gespielt als am Freitag", zeigte sich Melzer trotz der Niederlage versöhnt. Zuletzt hatte er sechsmal in Folge das Nummer-1-Duell am Sonntag gewonnen. Dass diese Serie gegen Ferrer zu Ende ging, überraschte nicht wirklich.
Melzer schimpfte auf die Platzverhältnisse
Sauer war Melzer wegen des katastrophalen Platzes. "Jeder hat gesehen, dass sich sehr viel Bälle verspringen. Das ist eines Davis Cups nicht würdig. Das ist schade. Im Endeffekt sind es nur ein oder zwei Punkte, die entscheiden". ärgerte sich der Österreicher. "Für einen Angriffsspieler wie mich ist es schwierig, wenn man keinen regelmäßigen Ballabsprung bekommt. Da schaut man manchmal bei haarsträubenden Fehlern ganz schön blöd aus."
Peya unterlag Almagro
Im letzten und bedeutungslosen Einzel unterlag der für den verletzten Andreas Haider-Maurer aufgebotene Doppel-Spezialist Alexander Peya gegen Nicolas Almagro trotz einer 5:2-Führung im zweiten Satz mit 5:7,5:7.
Trimmel bilanzierte zufrieden
Daviscup-Kapitän Clemens Trimmel war am Ende zufrieden, auch wenn im Single eine vernichtende 0:11-Satzbilanz zu Buche stand. "Wir hätten uns auch engere Partien gewünscht." Neo-Präsident Ronald Leitgeb bezeichnete es als "deprimierend", dass dem Herrenteam im Einzel kein Satzgewinn gelungen war.
Für seine erstmals im Viertelfinale stehende Truppe sei es eine Riesenerfahrung gewesen, betonte Trimmel, der möglicherweise bald auch schon Chef der Fed-Cup-Mannschaft sein könnte. "Es ist schon einige Zeit her, dass wir mit den Herren unter den besten Acht waren. Wir haben zu einem gewissen Grad Lehrgeld bezahlt, unsere Chancen waren von Beginn an sehr gering. Aber das Team hat sich professionell vorbereitet und verkauft."