Ljubljana. (sir/apa) Freibier ist bei Sportfans nach wie vor eine gültige Währung. Aus Dank für ihr Erscheinen hat der österreichische Eishockeyverband jene Fans mit flüssigen Spenden bedacht, die das Nationalteam zur B-WM nach Slowenien begleitet haben. Obwohl das Turnier vor der Haustüre Kärntens stattfindet, der heimischen Eishockey-Hochburg, waren beim ersten Match gegen die Ukraine (5:4) gerade einmal 200 Fans aus Österreich dabei, beim 7:3 gegen Großbritannien kam nur noch die Hälfte. Deshalb das Freibier und ein Meet-and-Greet mit den Cracks.
"Das ist ein Zeichen", sagt Verbandskapitän Giuseppe Mion. "Früher waren doppelt so viele dabei. Eishockey ist in Österreich keine Einheit." Die, die kamen, mussten ihr Kommen aber nicht bereuen. Nebst dem kostenlosen Bier bekamen sie viele Tore zu sehen, ein paar schöne Aktionen, aber natürlich auch zahlreiche Abwehrfehler, die es im weiteren Turnierverlauf abzustellen gilt.
Am Mittwoch (16.30 Uhr/live ORF Sport +) ist Japan Österreichs dritter Gegner. Da sollte nicht allzu viel schief gehen. Die wahren Aufgaben warten dann am Donnerstag und Samstag, wenn Österreich gegen die bisher ungeschlagenen Ungarn und die Gastgeber aus Slowenien antritt.
Doch auch Japan ist nicht mehr auf dem niederen Niveau von einst, als das Land jahrelang aus Vermarktungszwecken einen Fixplatz in der A-Gruppe hatte. Von den Größen des Eishockeys wurden die Japaner jedes Jahr recht rüde behandelt, in Erinnerung ist etwa ein 12:2 der Tschechen. Nur manchmal gab es enge Spiele, wie etwa 2004, beim bisher letzten Auftritt bei einer A-WM, als Japan Dänemark 3:4 unterlag. Das Besondere an diesem Spiel: Das Siegestor der Dänen schoss der Japaner Nobuhiro Sugawara. Er wähnte sich vor dem gegnerischen Tor, zog eiskalt ab, traf genau und jubelte, ehe ihm dämmerte, dass er ins falsche Tor getroffen hatte.
Aggressiver Auftritt
Doch freilich ist auch Österreich nicht mehr auf dem Niveau von einst. "Japan kann mit einer A-Nation mitlaufen, eisläuferisch sind sie vielleicht die schnellste Mannschaft in diesem Turnier", sagt Teamchef Manny Viveiros. Sein Erfolgsrezept dagegen: hartes Forechecking. "Damit hatten wir gegen die Ukraine und Großbritannien Erfolg. Du musst aggressiv sein, aber mit der richtigen Balance, damit du keine Konterchancen zulässt." Körperlich sind die Österreicher sicher im Vorteil, wohl aber auch spielerisch, vor allem mit der Linie um Daniel Welser, Thomas Koch und Michael Grabner, dem einzigen NHL-Profi bei diesem Turnier.
"Es gibt keinen leichten Gegner, der Abstand ist nicht so groß", sagt Viveiros, der die Japaner seit dem bisher letzten WM-Duell 2010 (3:1) taktisch "viel, viel besser" sieht. Bei einem Testspiel im November verlor Österreich gegen Japan sogar mit 1:5, was für Viveiros aber "keine Bedeutung" hat. Sollte es aber am Mittwoch doch schief gehen: Mit Freibier lässt sich im Sport alles regeln.