Sakhir. (art) Bernie Ecclestone muss es ja wissen. "Es heißt doch, es gibt keine schlechte PR", sagte er am Rande des heftig umstrittenen und von politisch motivierten Protesten überschatteten Grand Prix von Bahrain. Daran, dass die Formel 1 in dieser Region bleiben wird, ließ er keinen Zweifel. "Wir fahren hier, solange sie uns wollen", erklärte der Chefvermarkter der Rennserie, die sich im Nahen und Mittleren Osten weiter etablieren will. Es gebe bereits weitere Interessenten aus der Region.
Dabei war das Rennen, in dem Weltmeister Sebastian Vettel auf die Siegerstraße zurückkehrte und Kimi Räikkönen seinen ersten Stockerlplatz nach seinem Comeback holte, in Bahrain nur Nebensache. Tagelang hatte es Proteste gegeben, weil Oppostionelle dem Regime vorwarfen, das Rennen zur Machtdemonstration und Zurschaustellung eines falschen Bildes von Normalität zu nützen.
Während es an der streng abgesicherten Rennstrecke weder Zuschauermengen noch Ausschreitungen gab, kam es in den Straßen und Dörfern zu teils schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Aufständischen, ein Demonstrant kam ums Leben. Dennoch sehen sich die Aktivisten, die eine mediale Plattform für ihre Anliegen hatten wie selten zuvor, gestärkt. "Die Herrscher haben sich verkalkuliert", sagte einer zu Reuters. "Sie haben geglaubt, das Rennen abzusagen, wäre eine Niederlage. Aber sie haben den Preis unterschätzt, den sie wegen des Festhaltens daran gezahlt haben."