Dallas. (art) Es hätte schlimmer kommen können für Titelverteidiger Dallas. Wie bei den Charlotte Bobcats, die im Grunddurchgang der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA einen Negativrekord von sieben Siegen bei 59 Niederlagen aufstellten und deren Co-Eigner Michael Jordan sich nun anhören kann, als einst bester Basketballspieler der Welt nun das schlechteste Team aller Zeiten mitzuverantworten. Auch die Peinlichkeit, als erster Titelverteidiger seit Chicago 1996 vor den Play-offs auszuscheiden, was während der bisherigen Saison durchaus möglich war, blieb den Dallas Mavericks erspart. Und dass alles, was war, eigentlich nichts zählt, für die Play-offs eigene Gesetze gelten, weiß ja jetzt wirklich jeder, der einmal einem Athleten, wurscht welcher Sportart, zugehört hat. Dennoch haben die Mavericks für die nun beginnenden Play-offs kaum Grund zur Zuversicht, die am Samstag auswärts beginnende erste Runde könnte für Dirk Nowitzki und Co. auch schon die letzte sein.

Denn die Mannschaft, die mit 36 Siegen bei 30 Niederlagen die schlechteste Klub-Bilanz der vergangenen zwölf Jahre aufweist, hat den Grunddurchgang nur auf Rang sieben der Western Conference beendet und muss demnach nun gegen den Zweiten, Oklahoma City Thunder, spielen. Gegen Oklahoma haben die Mavericks in der bisherigen Saison nur eine von vier Partien gewonnen. Nowitzki ist dennoch überzeugt, dass er und seine Kollegen genauso gut abschneiden können wie im vergangenen Jahr, das Wichtigste sei, "dass wir verletzungsfrei bleiben und unsere beste Leistung in den Play-offs abrufen". Doch genau das konnte Dallas eben bisher nicht immer, starken Leistungen folgten unerklärliche Patzer.
Alt gegen Jung
Dabei kommen die Probleme des Titelverteidigers nicht überraschend: Nach dem Meistertitel gingen einige wichtige Spieler, allen voran Terry Chandler, wegen des Lock-outs wurde der Kader hastig zusammengestellt und fand lange nicht zu einer Harmonie. Und die Dichte des nach dem Arbeitsstreit zusammengeschobenen Programms machte sich bei der ältesten Mannschaft der Liga am deutlichsten bemerkbar.
Obwohl Nowitzki noch immer starke Leistungen bringt und zuletzt sogar einen besseren Punkteschnitt aufwies als zur selben Zeit im Vorjahr, sind der 33-Jährige und viele seiner Kollegen schon im gesetzteren Basketballalter, Jason Kidd ist gar schon 39.
Auf der Gegenseite steht ein junges, spritziges Team, mit dessen Athletik heuer schon viele ihre Mühen hatten und das mit Kevin Durant zum dritten Mal hintereinander den Topscorer des Grunddurchgangs stellt. Doch neben den eigenen Play-off-Gesetzen ist es gerade dieses Mehr an Erfahrung, aus dem die Mavericks, die Oklahoma im Vorjahr im Conference-Finale ausgeschaltet haben, ihre Hoffnungen beziehen. "Sie haben ein großartiges, junges Team", sagt Trainer Rick Carlisle, "aber wir sind die Routiniers. Es wird ein spannender Vergleich."