Österreich ist erstmals seit Atlanta 1996 (Hannes Fuchs) wieder in einem olympischen Badminton-Turnier vertreten. Der Oberösterreicher Michael Lahnsteiner hat als 33. der bereinigten Weltrangliste sein Ticket sicher. Ausständig ist nur noch die Nominierung durch das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC).
Lahnsteiner hat im vergangenen Jahr den halben Globus bereist, um die nötigen Punkte auch bei kleineren Turnieren zu holen. "Der Weg ist voll aufgegangen, ich würde es wieder so machen", erklärte der 28-Jährige. Er habe in der Qualifikation gelernt, mit Drucksituationen umzugehen. "Das ist auch für Olympia wichtig", meinte Lahnsteiner. Die Spiele seien aber mit nichts zu vergleichen. "Für mich hat sich ein Traum erfüllt, Olympia ist die Belohnung."
Nach einer Woche Grundlagentraining in Wien und einem einwöchigen Urlaub folgt der gezielte Formaufbau auf den Karrierehöhepunkt. Als letzten Formtest will Lahnsteiner Anfang Juli die US Open in Anaheim bestreiten.
Die unmittelbare Olympia-Vorbereitung absolviert Lahnsteiner in Österreich und Dänemark, der Heimat von Nationaltrainer John Dinesen. Am Montag vor den Spielen reist er nach London, das Badminton-Turnier beginnt bereits am Tag nach der Eröffnungsfeier. "Jetzt bin ich einmal froh, länger kein Turnier zu spielen. Das letzte Jahr war anstrengend, aber auch eine sehr gute Zeit", erklärte der Ebenseer, der im ÖBV-Leistungszentrum in Wien trainiert.
Prutsch hat Chancen auf zweites Ticket
Die Steirerin Claudia Mayer tut das nicht, das kostet ihr auch ihre Olympia-Teilnahme. Stattdessen wird der Verband dem ÖOC wie angekündigt ihre in der Weltrangliste um vier Ränge schlechter platzierte engere Landsfrau Simone Prutsch vorschlagen - sofern diese über die internationale Nachrückliste einen Quotenplatz erhält. Die Chancen dafür stehen derzeit sehr gut.
Lahnsteiners wichtigster Sparringpartner ist der Malaysier Tan Chung Seang. Der Weltklasse-Spieler, der als Lahnsteiners Trainingskollege nach Wien geholt wurde, gewann zuletzt ohne Satzverlust die Turniere in Peru und Tahiti. Für das Olympia-Team seiner Heimat ist Tan aber kein Thema. Sein Landsmann Lee Chong Wei ist die Nummer eins der Welt.