• vom 06.07.2012, 17:02 Uhr

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Die Olympischen Spiele sollten britische Jugendliche "in Bewegung bringen", doch immer weniger treiben Sport

Fünf Ringe mit geringer Zugkraft


Von WZ-Korrespondent Peter Nonnenmacher

  • Haushaltskürzungen machen dem britischen Breitensport zu schaffen.

London.

Alles Geld für Olympia - beim Schulsport wird in Großbritannien massiv gekürzt.

Alles Geld für Olympia - beim Schulsport wird in Großbritannien massiv gekürzt.© © Gideon Mendel/In Pictures/Corbis Alles Geld für Olympia - beim Schulsport wird in Großbritannien massiv gekürzt.© © Gideon Mendel/In Pictures/Corbis

"Eine ganze Generation inspirieren" sollten Londons Olympische Spiele daheim in Großbritannien. Das war eines der Versprechen, mit denen die Briten 2005 in Singapur für ihre Spiele warben. Sebastian Coe, der damalige Chef-Repräsentant für London 2012, wollte mithilfe der Spiele "das Gesicht des britischen Sports verändern". Das Vereinigte Königreich sollte in Bewegung kommen. Vor allem die britische Jugend sollte Gefallen an sportlichen Aktivitäten finden.

Inzwischen hängen die fünf olympischen Ringe stolz von der Tower Bridge, am 27. Juli werden die Spiele eröffnet. Das Gelöbnis von 2005 aber ist ein leeres geblieben. Die Hoffnungen auf eine mobilere Nation haben sich nicht erfüllt.

Selbst bei den jungen Briten, die nur einmal in der Woche Sport betreiben, ist ein leichter Rückgang festzustellen. Bei denen, die sich mindestens dreimal die Woche sportlich betätigen, also ernstere Ambitionen haben, ist der Einbruch noch drastischer ausgefallen. Sogar Sportminister Jeremy Hunt räumt ein, wegen mangelnder Resonanz bei den Unter-25-Jährigen "gemischte Gefühle" zu haben. Bisher, gesteht Hunt, sei es "uns noch nicht gelungen, Sport in den Lebensstil der Jüngeren einzubauen".

Nur vier von 23 Sportarten haben zwischen 2007 und 2011 eine Zunahme verzeichnen können. Dagegen ist bei drei der größten Sportarten (beim Fußball, beim Schwimmen und beim Tennis) nachlassendes Interesse zu beklagen. Hauptgrund für diese Entwicklung ist offensichtlich die schwierige Wirtschaftslage auf der Insel - vor allem aber auch die Sparpolitik der Koalitions-Regierung.

"Das Geld ist schlicht nicht da, um in eine Politik zu investieren, die auf mehr Beteiligung zielt", sagt Chris Gratton, Professor für Sport und Ökonomie an der Universität Sheffield. "Wenn immer nur Budgets gekürzt werden, läuft eben auch nicht viel in diesem Punkt." Dazu kämen Einschränkungen, die sich Menschen mit sinkendem Einkommen eben auferlegten. Die Eintrittspreise der Schwimmbäder oder die Kosten für Tennis schrecken in der Krise ab. Dagegen steigt die Zahl der Jogger.

Schulsport-Budget von 162 auf 35 Millionen gekürzt
Auch Tim Lamb, Präsident des Verbandes kleiner Sportklubs in Britannien, macht in erster Linie massive Haushaltskürzungen für das mangelnde Interesse verantwortlich: "Je größer das Budget, desto wahrscheinlicher, dass man auch etwas damit erreicht - so einfach ist das nun einmal." Die Staatsausgaben für Schulsport zum Beispiel sind seit 2005 von 162 Millionen Pfund auf 35 Millionen Pfund, also auf weniger als ein Viertel, geschrumpft. In der Folge sind tausende von Trainern und Sport-Koordinatoren entlassen, Programme eingestellt, Zuschüsse gestrichen, Sportzentren geschlossen worden.




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Dokument erstellt am 2012-07-06 17:08:06


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